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Hände waschen (Foto: pixabay.com)
Trockene Hände? Tipps vom Hautarzt

Hände waschen und desinfizieren und das den ganzen Tag über: Die Hände sehen mittlerweile bei vielen von uns übel aus, sind total trocken und rau. Was können wir dagegen tun? Ein Hautarzt gibt Antworten. Und sagt, dass wir Allergien nicht mit dem Coronavirus verwechseln sollen! Denn dieses Jahr fliegen die Pollen besonders stark.

„Die richtige Hautpflege ist wichtig! Zu häufiges Händewaschen vergrößert die Infektionsgefahr, wenn wir die Haut nicht auch unterstützen!“

Dr. Dirk Landwehr ist Hautarzt und Allergologe mit Praxisstandorten unter anderem in St. Ingbert und Sulzbach. Er sagt, dass wir uns die Hände nicht häufiger als sonst auch waschen müssen, wenn wir zuhause bleiben. Dort genügt es, wenn wir das nach dem Gang auf die Toilette tun. Anders sieht es für Mitarbeiter im Gesundheitswesen aus, und für alle, die in der Öffentlichkeit unterwegs sind und dort zum Beispiel Türklinken anfassen. Dann solltet ihr euch die Hände häufiger waschen, es aber trotzdem nicht übertreiben. Wichtig: lange genug waschen, empfohlen werden 30 Sekunden!

Hände waschen (Foto: pixabay.com)
Die richtige Seife hilft

Welche Seife hilft?

Eure Haut unterstützen könnt ihr mit der Wahl der richtigen Seife. Diese sollte PH-neutral und rückfettend sein. „Denn jede Form der Handwäsche entzieht der Haut Feuchtigkeit und schädigt die Barriere. Wenn das so weit geht, dass die Haut rot und rissig wird und schuppt, dann entsteht mehr Infektionsgefahr als vorher! Das muss man sich klarmachen“, sagt Dr. Landwehr. Welche Form die Seife hat, also ob flüssig oder am Stück, ist dabei egal. Es geht um die Zusammensetzung.

Denn die Haut als unser größtes Organ bildet eine Schutzbarriere gegen schädliche äußere Einflüsse. Wenn die Haut gesund ist, sorgen verschiedene Schichten für diesen Schutz. Wenn die beschädigt werden, ist auch dieser Schutzmechanismus eingeschränkt. Das ist zuerst nicht sichtbar, aber häufiges Waschen kann den Säureschutzmantel der Haut schon beschädigen. Und das ist dann schon problematisch. Wenn es durch rissige und offene Stellen sichtbar wird, dann können mehr Dinge von außen eindringen, als wenn die Haut geschmeidig und geschützt ist.

Welche Handcreme hilft?

Abhelfen können wir dem mit der richtigen Pflege, sagt Dr. Landwehr. Zusätzlich zur Seifenart ist entscheidend, welche Creme wir zur Unterstützung der Haut benutzen. Dr. Landwehr empfiehlt, unsere Hände direkt nach dem Waschen einzucremen. Über den Tag können wir dafür schnell einziehende Cremes verwenden, wenn wir im Job keine fettigen Finger haben können. Aber morgens und abends sollten wir eine stark rückfettende Creme benutzen, um die Hautbarriere so gut wie möglich zu schützen.

Handcreme (Foto: pixabay.com)
Handcreme kann die Schutzschicht der Haut schützen

Grundsätzlich gilt beim Kauf von Handcremes, dass sie eine gewisse Reichhaltigkeit bieten, das steht dann auch drauf. Dann kann es schon mal 15 bis 20 Minuten dauern, bis die Creme wirklich eingezogen ist, aber nur diese Produkte gewährleisten, dass die Haut das zurückbekommt, was ihr vorher mit der Seife entzogen wurde.  Cremes mit einem hohen Wasseranteil, die extrem schnell einstehen, tragen eher noch zu trockenen Händen bei.

Desinfektionsmittel nicht hamstern

Desinfektion sind laut Dr. Landwehr in der Regel weniger gefährlich für den Säureschutzmantel der Haut und keine so große Gefahr von Trockenheit oder Ekzemen.

„Aber die Mittel sollten aktuell den Gesundheitsberufen und Ausnahmefälle vorbehalten sein. Denn da ist zu wenig da und die Mittel werden von Privatleuten gehortet und zweckentfremdet. Das ist nicht zweckdienlich.“
Hände desinfizieren (Foto: pixabay.com)
Desinfektionsmittel ist im medizinischen Bereich besonders wichtig

Also lieber: Mit rückfettender Seife waschen und danach mit reichhaltiger Handcreme eincremen!

Achtung, Allergiker!

Dr. Landwehr weist noch darauf hin, dass dieses Jahr ein Mastjahr ist, was bedeutet, dass es besonder viele Pollen gibt, die durch die Luft fliegen. Für Allergiker geht es also jetzt wieder los mit juckenden Augen, Niesen und Husten. Besonders die Birke, die jetzt richtig loslegt, ist für viele ein Problem. Wichtig sei in dieser Situation, dass Allergiesymptome wie Fließschnupfen, juckende Augen und Asthma nicht mit Symptomen des Coronavirus verwechselt werden! Denn Allergiker werden, wenn sich das Wetter – schön, windig, kalt - so hält, jetzt häufiger husten müssen. Dr. Landwehr rät dazu, sich dann zuerst auf Allergien untersuchen und dagegen behandeln lässt.

Birkenpollen (Foto: pixabay.com)
Gegen Birkenpollen sind viele allergisch

„Dass man sich nicht in die Schlange stellt, in der alle anderen sich gerade testen lassen, sondern dass man erstmal zum Allergologen geht oder zum Hautarzt. Dass man dort die Symptome erklärt und vielleicht ein Spray verschrieben bekommt. Wenn man dann merkt, dass das dieses Jahr nichts bringt, muss man sich fragen, ob es eine virale Infektion gibt und ob es das Coronavirus ist.“

Seine klare Empfehlung lautet:

„Wichtig für alle Allergiker: Wenn man jetzt Husten bekommt, aber kein Fieber und keine Gliederschmerzen, dann nicht direkt panisch werden und zur Corona-Teststation rennen!“

Über dieses Thema wurde auch in der UNSERDING-Morningshow mit Thurie und Jonas am 27. März berichtet.