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Ein Hund (Foto: pixabay.com)
Haustiere und Corona

Falls ihr einen Hund oder eine Katze zuhause habt, könnten euch verschiedene Geschichten verunsichern, die gerade durchs Netz geistern. Vor allem die Story von einem Hund in Hongkong, der sich mit dem Coronavirus infiziert haben soll, hat viele Menschen erreicht. Wir checken mit einem Experten, ob Hunde und andere Tiere sich mit dem Virus anstecken können. Außerdem findet ihr hier Tipps, wie ihr euren Hund beschäftigen könnt, wenn ihr wegen Corona den ganzen Tag zuhause seid.

Haustiere als Überträger?

Die Geschichte über den Hund in Hongkong, der positiv auf das Virus getestet wurde, sollte ihr eher mit Vorsicht genießen. Denn die Forscher vom Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit sehen das skeptisch. Bisher wurde nur nachgewiesen, dass der Hund Virus-Erbgut in der Nase und im Rachen hatte. Das bedeutet aber nicht direkt, dass er auch mit dem Virus infiziert war. Denn dafür hätten noch mehr Tests gemacht werden müssen.

Das Coronavirus wird außerdem vor allem von Mensch zu Mensch übertragen. Wenn ihr Haustiere habt, habt ihr also eigentlich kein erhöhtes Risiko. Das sagt auch Dr. Arnold Ludes. Er ist der Präsident der Tierärztekammer Saar und sagt, dass eine Übertragung über Haustiere laut jetzigem Stand der Wissenschaft nicht möglich ist. Den Worst Case beschreibt er so, dass ein infizierter Mensch einen Hund oder eine Katze anniest, sich die Tröpfchen auf dem Fell festsetzen und dann jemand anders das Tier streichelt oder das Tier den Besitzer abschleckt. So hätte er die Viren an der Hand oder am Körper und könnte sich darüber infizieren. Das sei aber der absolute Ausnahmefall.

Ein Hund (Foto: pixabay.com)
Hände waschen nicht vergessen!

Um dieses Risiko zu minimieren, helfen die regulären Hygienestandards: häufig die Hände waschen und nicht ins Gesicht packen.

Aber: Insgesamt gibt es noch nicht genug Daten, um ganz sicher sagen zu können, dass Tiere keine Überträger sind. Bisher gibt es aber eben auch keine Hinweise darauf, dass sie es bekommen oder übertragen können.

Zusätzlich zu der Meldung über den kranken Hund in Hongkong häufen sich auch die Meldungen von Tieren, die von ihren Besitzern in Tierheime gebracht werden. Auch Angst, dass sie das Virus übertragen könnten. UNSERDING hat mal bei den Tierheimen im Saarland nachgefragt und festgestellt, dass das hier noch nicht vorgekommen ist.

Beschäftigung für den Hund

Tipps dazu, wie ihr euren Hund in der aktuellen Zeit gut beschäftigen könnt, gibt Tiertrainerin Corinna.

Ihre Empfehlung ist, euren besten Freund mit Apportierspielen, dem Lernen von Tricks oder der Auslastung der Nase beschäftigt zu halten. Nasenauslastung bedeutet, die Nase des Hundes zu beschäftigen.

Ein Hund (Foto: pixabay.com)
Hundenasen wollen beschäftigt werden

„Das macht die Hunde sehr schnell müde. Und das ist gerade in der aktuellen Zeit von Vorteil!“

Dafür könnt ihr Leckerchen verstecken oder einen Schnüffelteppich benutzen.

Falls ihr keinen habt, hat Corinna auch einen Tipp:

„Ihr braucht einen Pappkarton, knüllt ein bisschen Zeitungspapier zusammen und werft das in den Karton. Und dazwischen werft ihr dann Leckerlies.“

Ihr könnt eure Hunde auch darauf trainieren, einen bestimmten Geruch zu erkennen. Zum Beispiel Kaffee oder Tee. Da gibt es viele Möglichkeiten.

Es kommt aber auch immer auf den Hund und Herrchen oder Frauchen an, was am besten klappt.

Was, wenn wir wieder normal zur Arbeit gehen…

…und der Hund plötzlich wieder den ganzen Tag über alleine ist? Corinna sagt, dass wir uns keine Sorgen machen müssen. Wenn der Hund das vorher schon kannte und keinen Stress beim alleine sein hat, wird er auch nach Coronazeiten nicht jaulend an der Tür sitzen, sobald wir ohne ihn das Haus verlassen.

Gassi gehen: Die Nachbarschaftshilfe hilft

Jan von der Nachbarschaftshilfe "Lieferhelden" in Schwalbach erklärt, wie es dort abläuft, wenn jemand Hilfe beim Gassi gehen braucht. Auch dabei geht es darum, möglichst wenig Kontakt zueinander zu haben:

"Der Helfer vereinbart per Telefon einen Termin mit dem Hilfesuchenden. Vor Ort gibt es dann zwei Möglichkeiten: Entweder ist der Hund schon an der Haustür oder am Treppengeländer angeleint und kann mitgenommen werden. Oder Hilfesuchende lässt den Hund an einer langen Leine (mindestens 2 Meter) auf den Helfer zukommen und der greift sich dann den Hund am Halsband. Der Helfer trägt auf jeden Fall Handschuhe. Beim Zurückbringen läuft der Hund meistens dem Besitzer entgegen, das ist einfach!"

Falls ihr Hilfe braucht, könnt ihr die "Lieferhelden Schwalbach" bei Facebook unter genau dem Namen anschreiben.

Mehr Infos zu Nachbarschaftshilfen:

Die Hände von zwei Personen, die sie sich gegenseitig reichen (Foto: skeeze/pixabay.com)
Nachbarschaftshilfen im Saarland
Gerade ältere Menschen können in Zeiten des Coronavirus Hilfe gebrauchen. Wie wir ihnen helfen können, zeigt ein Hashtag bei Twitter. Macht mit bei der #NachbarschaftsChallenge! Außerdem gibt's hier Infos zu diversen Aktionen, die ihr im Saarland begonnen habt, um Nachbarn zu helfen!


Über dieses Thema wurde auch in der UNSERDING-Morningshow mit Thurie und Jonas am 25. März 2020 berichtet.