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Corona: Folgen im Saarland

Immer wieder werden wegen des Virus neue Maßnahmen bekanntgegeben, zum Beispiel in Bezug auf die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen. Details zu den Entwicklungen und aktuelle Grafiken zu Fallzahlen und Inzidenzwerte findet ihr hier.

Stand: 30. Juli 2021, 13:30 Uhr

  • Aktuelle Zahlen zu bestätigten Fällen im Saarland und in welchen Landkreisen sie festgestellt wurden: Findet ihr hier.


DER SCHNELLE ÜBERBLICK


NEUINFEKTIONEN UND SIEBEN-TAGE-INZIDENZ


SIEBEN-TAGE-INZIDENZ IN DEN LANDKREISEN


Corona-Updates:


Sonderimpfaktion am Samstag in St. Ingbert

Wer sich kurzfristig gegen das Coronavirus impfen lassen möchte, hat dazu am Samstag unter anderem in St. Ingbert die Gelegenheit. Die Stadt und der DRK Kreisverband bieten im Kuppelsaal des Rathauses am Vormittag Sonderimpfungen an.

Personen ab zwölf Jahren können ohne Terminvereinbarung an der Impfaktion in St. Ingbert teilnehmen. Zwischen 9.00 und 14.00 Uhr sind hier nach einer ärztlichen Aufklärung Impfungen mit den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Johnson&Johnson möglich.

Zweitimpfung am 28. August

Personen zwischen zwölf und 18 Jahren benötigen eine Einwilligung der Eltern. Außerdem sollten die Krankenversicherungskarte sowie das Impfbuch, falls vorhanden, mitgebracht werden. Die Veranstalter rechnen mit Wartezeiten.Die zweite Impfung mit dem Wirkstoff von Biontech ist für den 28. August ebenfalls im Kuppelsaal des Rathauses St. Ingbert vorgesehen.


Neue Einreiseregeln ab dem 1. August

Ab dem 1. August gibt es strengere Einreiseregeln. Die auch vollständig Geimpfte betreffen.

Die neuen Regeln

  • allgemeine Antigen-Testpflicht auch für Einreisende mit dem Auto oder der Bahn (zur Info: diese Testpflicht galt vorher nur für Flugreisen)
  • vollständig Geimpfte und Genesene sind von der Pflicht befreit. Ausnahme: Einreise aus einem Virusvariantengebiet
  • Hochrisikogebiete bereits ab einer Sieben-Tage-Inzidenz ab 100. Bisher war eine Inzidenz von 200 die Grenze
  • Kinder sind von der Testpflicht befreit, sofern sie jünger als 12 Jahre sind


Rund jeder Fünfte zwischen 12 und 17 Jahren erstgeimpft

Im Saarland haben inzwischen 20,2 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren eine Erstimpfung erhalten. 7,2 Prozent der Altersgruppe sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts komplett geimpft.   

Jeder Fünfte zwischen zwölf und 17 Jahren hat im Saarland eine Erstimpfung bekommen. Damit liegt das Saarland über dem Bundesschnitt von 19,4 Prozent. Was den vollständigen Impfschutz angeht, befindet es sich mit 7,2 Prozent allerdings unter dem Bundesschnitt von 8,9 Prozent.


"Inzidenzen können nicht mehr der generelle Ratgeber sein"

In den vergangenen anderthalb Jahren war die Sieben-Tage-Inzidenz ein guter Indikator dafür, wie schnell sich das Coronavirus verbreitet und auch dafür, wie schnell unser Gesundheitssystem an seine Grenzen kommt. Nachdem mehr als die Hälfte der Deutschen geimpft sind, ist es unwahrscheinlich, auf der Intensivstation zu landen. Darum steht die Forderung im Raum, die Inzidenzen nicht mehr als Leit-Indikator zu nehmen. Dr. Philipp Lepper, der leitende Oberarzt auf der Intensivstation am Universitätsklinikum in Homburg, sieht vorrangig die Belegung der Intensivbetten durch Corona-Patienten als Richtwert.

Mehr Informationen auf SR.de.


Hans will verpflichtende Tests für Reiserückkehrer

Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat sich für verpflichtende Corona-Tests für alle Reiserückkehrer ausgesprochen. Ausnahmen sollte es allerdings für den kleinen Grenzverkehr geben. Eine erweiterte Testpflicht könnte schon ab Sonntag (1.8.) kommen.

Die Vorschriften, die bisher für Flugreisende gelten, sollen dann generelle Maßgabe sein – egal, mit welchem Verkehrsmittel man nach Deutschland wieder einreist.

Von der Testpflicht ausnehmen will Hans alle vollständig Geimpften. Von ihnen geht seiner Meinung nach nur noch eine geringe Gefahr aus. Gleichwohl empfiehlt er aber auch ihnen, sich testen zu lassen.

Was bisher gilt:

Bisher gilt die Testpflicht für Flugpassagiere und Einreisende aus Hochrisikogebieten, die nicht vollständig gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind. Der Nachweis eines negativen Ergebnisses muss noch im Urlaubsland gemacht und vor dem Start vorgezeigt werden - oder aber ein Nachweis als Genesener oder voll Geimpfter.


Drei weitere Impfstationen in saarländischen Einkaufszentren

Im Saarland werden drei zusätzliche Corona-Impfstationen in Einkaufszentren eingerichtet. Nach Angaben des Sozialministeriums sind ab Donnerstag (29.07.) bei den Globus-Märkten in St. Wendel und Homburg sowie bei Ikea in Saarlouis kurzfristige Impfungen ohne Termin möglich.

Geöffnet sind die Stationen von Montag bis Samstag jeweils von 12.00 bis 17.00 Uhr. Eine Krankenkassenkarte brauchen Impfwillige vor Ort nicht, es reicht ein Personalausweis.

Die neuen Standorte sollen vorläufig zwei Wochen lang betrieben werden. Verimpft werden dort laut Ministerium die Impfstoffe von Biontech und Johnson & Johnson. Wem nur noch die Zweitimpfung fehlt, kann sich ebenfalls in den Einkaufszentren impfen lassen - muss aber zwingend einen Nachweis über die Erstimpfung vorweisen. Vor Ort wird dann auch direkt der digitale Impfnachweis ausgestellt.


Diskussion über erneuten Lockdown

Die Corona-Lage in Deutschland könnte sich wieder zuspitzen. Das exponentielle Wachstum sei voll im Gange, sagt der Saarbrücker Professor für Klinische Pharmazie, Thorsten Lehr. Er sieht keine Chance, in Deutschland eine Herdenimmunität zu erreichen und schließt auch einen erneuten Lockdown nicht mehr aus.

"Das exponentielle Wachstum ist voll im Gange. Und die Zahlen werden jetzt weiter steigen", sagte er nach seinen Berechnungen. Bei gleichbleibender Entwicklung sei Ende September eine Inzidenz von 150 zu erwarten. "Wir würden also bis dahin eine Verzehnfachung der Inzidenz sehen. Das muss man schon als neue Welle bezeichnen", so Lehr.

Mehr Impfungen könnten das Wachstum sicherlich bremsen, derzeit gehe die Zahl aber "wirklich massiv zurück", sagte er. Am Sonntag zum Beispiel wurden deutschlandweit nur 120.000 Menschen geimpft, darunter 35.000 Personen mit einer Erstimpfung. Das ist der niedrigste Wert seit fünf Monaten. Dabei gibt es mehr als genügend Impfstoff - alleine im Saarland lagern nach Angaben des RKI rund 500.000 noch nicht verbrauchte Impfdosen.


Einschränkungen für Ungeimpfte wären rechtlich möglich

Roland Rixecker, Präsident des Verfassungsgerichtshofs des Saarlandes, hält Einschränkungen nur für Ungeimpfte während der Corona-Pandemie verfassungsrechtlich für möglich. Vorausgesetzt, alle haben in Deutschland ein Impfangebot bekommen und die Einschränkungen betreffen keine lebensnotwendigen Bereiche.

Nach Grundlage der derzeitigen medizinischen Erkenntnisse seien zudem Ausnahmen von den Corona-Einschränkungen für Geimpfte "zwingend", so Rixecker. Die Frage, ob Ungeimpfte anders behandelt werden dürften als Geimpfte, sei verfassungsrechtlich davon abhängig, ob eine Impfung möglich und gesundheitlich zumutbar sei und es bei den Einschränkungen nicht um existenzielle Bedürfnisse gehe. Kino- oder Restaurantbesuche gehören beispielsweise nicht zu den existenziellen Bedürfnissen.

Voraussetzung für so eine Einschränkung für Ungeimpfte sei aber auch, dass von ungeimpften Menschen größere Gefahren für andere ausgingen, als von Geimpften.


Impfungen in Einkaufszentren in Saarbrücken und Wadern

In saarländischen Einkaufszentren könnt ihr euch ab Montag gegen Corona impfen lassen. Zwischen 12 und 17 Uhr impfen heute mobile Teams in der Europagallerie und im Saarbasar in Saarbrücken. Geimpft wird dort mit Biontech und Johnson und Johnson. In Wadern bekommt ihr bei Haco eine Impfung mit Biontech oder Moderna. Ihr braucht keinen Termin und müsst nur euren Perso mitbringen.


Hans will Konsequenzen für Impfverweigerer

Wegen der steigenden Zahl an Neuinfektionen fordert Ministerpräsident Hans (CDU) Konsequenzen für Impfverweigerer. Wer eine Impfung gegen das Corona-Virus verweigere, solle nicht die gleichen Freiheiten zurückerhalten wie Geimpfte. Eine Impfpflicht lehnt Hans jedoch weiterhin ab.

Impfverweigerer könnten etwa von Veranstaltungen ausgeschlossen werden oder müssten ihre Schnelltests selbst bezahlen. Es könne nicht sein, dass sich für Geimpfte nichts ändere, nur weil die Gesellschaft Rücksicht auf die Impfverweigerer nehmen müsse.

Als Anreiz zur Impfung brachte er erneut Verlosungen, etwa von Restaurantgutscheinen, ins Gespräch. 


Impfbusse in Saarbrücken und Blickweiler am Wochenende

Saarbrücken: St. Johanner Markt:

Am 23. und 24. Juli stellt die Stadt Saarbrücken einen Impfbus auf den St. Johanner Markt. Zwischen 18.00 und 22.00 Uhr können sich Interessierte dort kurzfristig ohne Termin mit dem Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson von einem Team des Klinikums Saarbrücken impfen lassen.

Der Vorteil bei diesem Wirkstoff: man braucht nur eine Spritze. Ein Impfpass ist nicht unbedingt notwendig, es wird aber empfohlen ihn mitzubringen. Wer sich impfen lassen möchte, muss seinen Personalausweis vorzeigen.

Blickweiler: Kulturhalle

Auch in der Kulturhalle in Blickweiler soll es am Samstag von 9.00 bis 13.00 Uhr eine kostenlose Impfaktion mit einem bayrischen Frühstück geben, wahlweise mit Impfstoffen von Johnson&Johnson oder Biontech. Mit Einwilligung der anwesenden Erziehungsberechtigten ist auch eine Impfung von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren möglich.

Pro Impfung spendet die Praxis von Dr. Stephan Schegerer, die die Impfungen durchführt, zwei Euro an die Opfer der Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordhrein-Westfalen. Der Förderverein kündigte an, die Summe noch aufstocken zu wollen.


Saarland: Weitere Lockerungen ab Freitag

Ab dem 23. Juli lockert das Saarland erneut seine Corona-Regeln. Änderungen gibt es vor allem bei der Maskenpflicht, Kontakten und Tests:

  • Ab Freitag müssen in Spielhallen am festen Platz keine Masken mehr getragen werden.
  • Auch bei standesamtlichen Trauungen ist am festen Sitzplatz keine Mund-Nasen-Bedeckung notwendig, da es sich um Veranstaltungen handelt.
  • Für Museen, Gedenkstätten und Galerien gilt keine Pflicht zur Kontaktnachverfolgung mehr.
  • Bei Jugendfreizeiten ist bei Tagesveranstaltungen nur noch zweimal in der Woche ein Testnachweis nötig, wenn die Gruppe "im Wesentlichen" fest zusammenbleibt.

Die neue Verordnung gilt vorerst bis zum 5. August 2021.