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Saarlandkarte mit Ortsnamen (Foto: SR 1 / Esther Wagner)
Corona: Folgen im Saarland

Seit Beginn der Pandemie gab es im Saarland insgesamt 2772 Corona-Fälle, diese Zahl ändert sich aber häufig. In den letzten 24 Stunden kamen zwei Neuinfektionen hinzu. Immer wieder werden wegen des Virus neue Maßnahmen oder jetzt auch Lockerungen bekanntgegeben, zum Beispiel in Bezug auf die Ausgangsbeschränkungen. Details zu den Entwicklungen lest ihr hier.

Stand: 8. Juli 2020, 10:00 Uhr

  • Aktuelle Zahlen zu bestätigten Fällen im Saarland und in welchen Landkreisen sie festgestellt wurden: Findet ihr hier.


Hans hält an Maskenpflicht fest

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat den Vorstoß aus Mecklenburg-Vorpommern, die Maskenpflicht im Einzelhandel abzuschaffen, zurückgewiesen. Er verwies auf mehrere Studien, die die Wirksamkeit der Masken bestätige. Der dpa sagte Hans: "Solange es weder ein Medikament noch einen Impfstoff gibt, ist die Kombination aus Abstand, Hygiene, Alltagsmasken und der Nachverfolgung von Infektionsketten unser wirksamstes Mittel gegen SARS-CoV-2. Aus diesem Grund werden wir im Saarland auch an der Maskenpflicht weiter festhalten"


Saar-Gastronomie im April um 75 Prozent eingebrochen

Dass die Gastronomie-Branche vom Corona-Lockdown besonders betroffen sein würde, war klar. Jetzt zeigen offizielle Zahlen das tatsächliche Ausmaß: Um 75 Prozent ist der Umsatz im April im Vergleich zum Vorjahresmonat eingebrochen. Im März waren es laut dem statistischen Landesamt bereits 37,5 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahresmonat, im April betrug das Minus ganze 74,1 Prozent.

Gut ein Drittel weniger Beschäftigte

Der Einbruch hatte auch schon kurzfristig Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahl. Sie sank im April um 35,8 Prozent gegenüber 2019. Teilzeitbeschäftigte waren von der Krise besonders hart betroffen. Ihre Zahl wurde um fast die Hälfte reduziert (- 46 Prozent).


Neue Regelungen im Saarland

Am Montag (29. Juni) treten im Saarland wieder weitere Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen in Kraft. Größere Menschenansammlungen sind bei eingehaltenem Mindestabstand wieder möglich, für Restaurants und Geschäfte gelten neue Regeln.

Unter freiem Himmel dürfen Veranstaltungen mit bis zu 350 Personen, in geschlossenen Räumen mit bis zu 100 Personen stattfinden. Der Mindestabstand von 1,50 Meter muss dabei eingehalten werden können. Außerdem sind die Veranstalter verpflichtet, Veranstaltungen mit mehr als 20 Personen vorher der Ortspolizeibehörde zu melden.

Partys wieder möglich

Das heißt zum Beispiel auch: WG-Partys und Geburtstagsfeiern sind drinnen wieder erlaubt. Sobald da mehr als 20 Gäste zusammenkommen muss die Party aber vorher angemeldet werden, per Telefon oder Mail geht das. Angeben muss man, wo genau die Party stattfindet und wie viele Leute eingeladen sind. Und der Gastgeber muss eine Liste führen, auf der alle Kontaktdaten eingetragen sind. Falls dann im Nachhinein ein Corona-Fall auftritt, können so alle benachrichtigt werden.

Laut Landesregierung sollen bis Ende August dann 1000 Leute draußen und 500 Leute drinnen erlaubt sein, solange der Mindestabstand eingehalten wird.

Keine Maske mehr im Restaurant

In Restaurants fallen ab jetzt die Quadratmeter-Regeln weg. Nur noch die Abstandsregel ist entscheidend dafür, wie viele Gäste ins Restaurant oder auch in Gaststätten oder Hotels dürfen. Und die Gäste müssen keine Masken mehr tragen. Auch für das Personal gilt die Maskenpflicht nur noch dort, wo kein Mindestabstand eingehalten werden kann. Außerdem dürfen die Betriebe demnach nun auch wieder Stehplätze anbieten. Das Buffetverbot wurde ebenfalls gelockert: Wenn es sich um vorportionierte Speisen handelt, soll Selbstbedienung wieder möglich sein. Erlaubt ist ab sofort auch wieder der Thekenbetrieb. Außerdem dürfen Kneipen und Restaurants nun wieder bis 1.00 Uhr morgens öffnen, eine Stunde länger als bislang.

In Geschäften darf künftig ein Kunde pro fünf Quadratmeter in den Laden. Selbst in kleine Läden dürfen auf jeden Fall vier Kunden gleichzeitig. Auch Shishabars dürfen wieder öffnen.

Kontaktsport und Chorproben möglich

Auch Kontaktsport ist wieder erlaubt. Bis zu zehn Personen dürfen zusammen Kontaktsport machen, ohne eine Abstandsregelung einhalten zu müssen. Unter Hygieneauflagen dürfen Chorproben ebenfalls wieder stattfinden.

Und die Besuchsregelungen in Pflegeheimen werden gelockert: Durften Patienten bisher nur von einer Person pro Tag Besuch erhalten, sind es nun zwei Personen aus dem familiären Umkreis. Gleichzeitig wird das bisherige Betretungsverbot von Werkstätten für Menschen mit Behinderung, Tagesförderstätten und -zentren sowie Einrichtungen der Modellprojekte „Ambulante tagesstrukturierenden Maßnahmen“ aufgehoben. Die Einrichtungen müssen dazu geeignete Hygiene- und Infektionsschutzkonzepte umsetzen.

Die neuen Regeln wurden am Donnerstag in einer außerordentlichen Sitzung des Ministerrates beschlossen und treten am Montag in Kraft. Die entsprechende Verordnung gilt bis zum 12. Juli. Ähnliche Regelungen gelten seit Mittwoch bereits in Rheinland-Pfalz.

Beherbergungsverbot erlassen

Angesichts der Ereignisse im Kreis Gütersloh hat die saarländische Landesregierung aber auch ein Beherbergungsverbot für Personen aus besonders von Corona betroffenen Landkreisen verhängt. Nur wer ein Attest vorweisen kann ist ausgenommen.


Keine Maskenpflicht in Schulen nach den Sommerferien

Nach den Sommerferien wird es keine Maskenpflicht und keinen Mindestabstand mehr geben. Das hat die saarländische Bildungsministerin Streichert-Clivot am Dienstag angekündigt. Falls es doch eine Corona-Infektion in einer Schule geben sollte, soll die aber nicht unbedingt geschlossen werden. Auch sollen die Schüler wieder mit ihrer regulären Stundenzahl unterrichtet werden, statt wie bisher mit vier Stunden am Tag. Durch feste Gruppen sollen mögliche Infektionen eingegrenzt werden und nachvollziehbar bleiben.