Ein Mann spendet Blut (Foto: picture alliance/Thomas Frey/dpa)
Blutspende: Worauf ihr achten sollt!

Ob Erstspender oder langjähriger Blutspender, vor jeder neuen Spende müsst ihr bestimmte Regeln beachten, damit ihr die Entnahme gut vertragt.


So läuft eine Blutspende ab:

1. Anmeldung
Mit einem gültigen Lichtbildausweis (Personalausweis, Reisepass oder Führerschein) meldest du dich vor Ort an. Wenn du schon mehrfach gespendet hast, dann bring deinen Blutspendeausweis mit. Alle Erstspender erhalten ihren nach 4-6 Wochen per Post.

2. Fragebogen
Für eine Blutspende musst du gesund sein, deshalb ist es wichtig den Fragebogen korrekt auszufüllen - das schützt dich und die Empfänger deines Blutes. Offene Fragen klärst du mit einem der anwesenden Ärzte.

3. Hämoglobinwert und Temperatur
Ein kleiner Piks in den Finger bestimmt den Anteil des roten Blutfarbstoffs und mit der Temperaturmessung wird ein beginnender Infekt ausgeschlossen.

4. Arzt-Check
Im persönlichen Gespräch wird dein Blutdruck und Puls gemessen und mögliche offene Fragen beantwortet.

5. Vertraulicher Selbstausschuss
Wenn du dir nicht sicher bist, ob dein Blut gespendet werden kann, dann kannst du dich vor der Spende gegen die Verwendung deines Blutes entscheiden.

6. Blutspende
500 Milliliter Blut werden dir jetzt, durch medizinisches Personal entnommen. Das dauert in der Regeln ca. zehn Minuten. Jonas aus der UNSERDING-Morningshow während seiner ersten Blutspende.

Jonas während seiner ersten Blutspende (Foto: Annika Matheis/Jonas Degen)

7. Snacks und Enspannen
Nach zehn Minuten ist es geschafft und du kannst dich, so wie Jonas, in Ruhe entspannen und dich über deine Tüte voller Snacks freuen.

Jonas während seiner ersten Blutspende (Foto: Annika Matheis/Jonas Degen)


Warum nicht alle Blut spenden dürfen

Obwohl Blutspenden tagtäglich gebraucht werden, werden viele Menschen pauschal von der Blut- und Plasmaspende ausgeschlossen. Von dieser Regelung sind auch und besonders Homosexuelle betroffen.

Der Ursprung dieser Regelung liegt in den 80er Jahren. Damals waren Blutspenden dafür verantwortlich, dass sich Viren in der Gesellschaft verbreiteten. So unter anderem das für AIDS verantwortliche Humane Immundefizienzvirus (HIV). Blutspender haben die Viren an den Empfänger übertragen. Seitdem hat das Prüfen des Blutes auf Infektionen höchste Priorität.

Gleichzeitig schließt es aber viele Blutspender, die gerne spenden würden, kategorisch aus. Vor allem homosexuelle Männer fühlen sich durch die Regelung diskriminiert. Sie dürfen laut offizieller Regelung nur dann Blut spenden, wenn sie mindestens zwölf Monate keinen Sex hatten. Das Robert-Koch-Institut argumentierte bisher immer damit, dass homosexuelle Männer deutlich häufiger an HIV erkranken als Heterosexuelle.

HIV-Risiko hängt nicht von der sexuellen Orientierung ab, sondern vom Verhalten

Bei heterosexuellen Personen wird bei der Blutspende-Zulassung unterschieden: Personen mit nur einem Sexpartner dürfen spenden. Personen mit mehreren Partnern sind ausgeschlossen. Bei Transsexuellen oder homosexuellen Männern gibt es diese Unterscheidung nicht. Auch mit einem festen Partner dürften sie 12 Monate keinen Sex haben, um Blut spenden zu dürfen. Behörden argumentieren damit, dass sich homosexuelle Männer statistisch häufiger mit HIV infizieren. Umgerechnet auf absolute Zahlen ist es aber immer noch ein sehr geringes Risiko.

Bundesregierung plant Lockerungen

Die Bundesregierung plant aktuell, die Rückstellfrist (Zeitraum in dem kein Blut gespendet werden darf) für homosexuelle Männer abzuschaffen, sofern sie in einer monogamen Beziehung leben. Schwule Männer, die zum Beispiel verheiratet sind, müssen künftig nicht mehr ein Jahr warten, bis sie Blut spenden dürfen. Ausgenommen sie leben in einer "offenen Beziehung".

Die Rückstellfrist für Männer mit einem "sexuellen Risikoverhalten" soll verkürzt werden von 12 Monaten auf nur noch vier Monate. Das bedeutet, dass transsexuelle oder homosexuelle Männer vier Monate vor der Blutspende keinen Sex haben dürfen. In anderen Ländern, zum Beispiel in Frankreich und in Großbritannien wurde die Rückstellfrist bereits vor einiger Zeit verkürzt. Wann die Neuerung genau in Kraft treten soll, ist noch nicht bekannt. Geplant ist die Änderung allerdings noch vor der Bundestagswahl im September.


Fragen und Antworten zur Blutspende

Welche Grundvoraussetzungen muss ich erfüllen?

  • ab 18 Jahren dürft ihr Blutspenden
  • ihr müsst mindestens 50 Kilogramm wiegen
  • du musst dich fit und gesund fühlen

Wie oft darf ich Blut spenden?

Nach jeder Blutspende braucht es Zeit, damit euer Körper die Spende wieder ausgleichen kann. Deshalb dürft ihr nicht beliebig oft Blut spenden.

  • Frauen dürfen innerhalb von 12 Monaten viermal, Männer sechsmal Blut spenden.
  • Zwischen zwei Blutspenden sollen normalerweise 12 Wochen, mindestens aber acht Wochen liegen.

Da sich bei Männern der Eisenverlust durch die Blutspende schneller ausgleicht, dürfen sie öfter im Jahr Blutspenden. Bei Frauen dauert es durch die Menstruation länger.

Was muss ich vor der Spende beachten?

Das Deutsche Rote Kreuz empfiehlt:

  • mindestens 3 Liter vor der Blutspende trinken (keinen Alkohol vor der Blutspende!)
  • ausreichend vor der Blutspende essen

Wie viel Blut wird entnommen?

Neben einem kleinen Picks in euren Finger für die Bestimmung des Hämoglobinwertes - der Wert zeigt an, ob ihr genügend Eisen im Blut habt - werden euch 500 Milliliter Blut entnommen. Das dauert in der Regel nicht länger als zehn Minuten.

Was muss ich bei Tattoos und Piercings beachten?

Vier Monate müsst ihr warten, wenn ihr euch ein Tattoo oder ein Percing habt stechen lassen. Tattos und Piercings sind Verletzungen an der Haut, die immer ein Infektionsrisiko haben können.

Kann ich frisch geimpft Blut spenden?

Das geht! Ihr müsst keine festgelegte Frist einhalten, ab wann ihr wieder Blut spenden dürft. Das gilt allerdings nur, wenn ihr euch auch nach der Impfung fit und gesund fühlt.


Ihr wollt mehr über Blutspenden erfahren und euch informieren, dann schaut einfach auf der Seite des DRK (Deutsches Rotes Kreuz), der Malteser oder auch der Blutspendezentrale Saar-Pfalz vorbei.


Artikel vom 8. Juli 2021.