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Kinder halten Mais in ihren Händen (Foto: picture-alliance / dpa)
Corona verschärft Hunger

690 Millionen Menschen haben 2019 gehungert. Das geht aus dem veröffentlichten UN-Welternährungsbericht hervor. Experten warnen, dass die Corona-Krise die Erährungslage weiter verschlechtern wird.

Im Vergleich zum Jahr 2018 stieg die Zahl der hungernden Menschen um 10 Millionen. Das heißt 2019 litt was jeder zehnte Mensch chronisch Hunger. Bereits seit mehreren Jahren steigt die Zahl der hungrigen Menschen stetig an. Waren es 2015 noch 630 Millionen Menschen erhöhte sich die Anzahl um 60 Millionen bis 2019. Noch ernster wird die Lage wenn man sich die Prognose für das Jahr 2020 ansieht. Dann könnten laut Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen 820 Millionen Menschen weltweit Hunger leiden - ein Plus um 130 Millionen.

Hunger in der Welt wächst stetig

Ziel der UN war es eigentlich den Hunger bis zum Jahr 2030 besiegt zu haben, doch mit den aktuellen Zahlen und Prognosen rückt das Ziel in immer weitere Ferne. Bisher waren für den Anstieg entweder Konflikte, extreme Klimalagen oder Wirtschaftskrisen verantwortlich gewesen. Diese waren, Verglichen mit der Corona-Pandemie, nicht ansatzweise so schwerwiegend. Denn dadurch kam es in vielen Staaten zu Wirtschaftskrisen und folglich zu einer gestiegenen Erwerbslosigkeit.

Die Herausgeber warnen davor, dass sich die Situation weiter veschlechtert, wenn nicht dringend gehandelt wird. Eine Möglichkeit den weltweiten Hunger zu lindern, wäre die Stärkung der lokalen Nahrungsmittelproduktion in den betroffenen Ländern. Dadurch wären die Länder nicht von exportierten Nahrungsmittlen abhängig und könnten entsprechend ihrer Gegebenheiten (Klima, Böden, Bedürfnisse der Bevölkerung, etc.) selbstständig Nahrungsmittel anbauen.

Heuschrecken-Plage verschärft die Situation

Doch nicht nur Corona wird die Zahlen ansteigen lassen, sondern auch die Heuschreckenplagen die aktuell Ostafrika und Indien heimsuchen. Die bis zu 15 Zentimenter großen Heuschrecken zerstören ganze Ernten und damit die Lebensgrundlage der Menschen. Bereits ein kleiner Schwarm kann innerhalb eines Tages so viel essen, wie 35.000 Menschen. In Kenia war anfang des Jahres ein Schwarm unterwegs, der so groß war wie das Saarland. Zu einem solchen Schwarm zählen Hunderte Millionen Tiere, die an einem Tag bis zu 150 Kilometer zurücklegen können.

Das ungewöhnliche Klima war für die massiven Schwärme verantwortlich. Schwere Überschwemmungen sorgten für optimale Fortpflanzungsbedingungen. Die einzige Möglichkeit gegen die Insekten vozugehen, ist das Sprühen von Pestiziden. Mit Flugzeugen werden die Pestizidmittel über ganze Landschaftsstriche verteilt, um somit die Ausbreitung einzudämmen.