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Corona: Folgen im Saarland

Im Saarland sind 47 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Als aktuell infiziert gelten 2.197 Personen. Immer wieder werden wegen des Virus neue Maßnahmen bekanntgegeben, zum Beispiel in Bezug auf die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen. Details zu den Entwicklungen lest ihr hier.

Stand: 13. April 2021,6:30 Uhr

  • Aktuelle Zahlen zu bestätigten Fällen im Saarland und in welchen Landkreisen sie festgestellt wurden: Findet ihr hier.


Inzidenzwerte der saarländischen Landkreise (Stand: 12. April/Quelle: Saarländisches Gesundheitsministerium)

Saarland insgesamt: 119,1 (Fälle letzte 7 Tage/100.000 EW)

Merzig-Wadern: 68,6

Neunkirchen: 168,3

Saarlouis: 100,5

Saarpfalz-Kreis: 111,4

Sankt Wendel: 51,9

Stadtverband Saarbrücken: 147,5

Hier findet ihr alle Werte des Saarl. Gesundheitsministeriums zum nachchecken.

Hier findet ihr alle Werte des RKI nochmal zum nachchecken.


Forscher sehen vor allem drinnen Ansteckungsgefahr

Die weitaus meisten Corona-Infektionen finden in Innenräumen statt, nicht draußen, sagen Aerosolforscher. Deshalb müssen sich die Maßnahmen auch auf die dortigen Verhältnisse konzentrieren, fordern sie.

Die Wahrscheinlichkeit, sich auf der Straße mit Corona zu infizieren, sei extrem gering, sagt Stefan Schmitt von der Gesellschaft für Aerosolforschung. Er ist Mitunterzeichner eines offenen Briefes an führende Politiker, in dem er und seine Kollegen beklagen, dass die Erkenntnisse ihrer Forschung zu wenig praktische Berücksichtigung finden.

Deren wichtigste lautet: "Die Übertragung der SARS-CoV-2 Viren findet fast ausnahmslos in Innenräumen statt. Übertragungen im Freien sind äußerst selten und führen nie zu Clusterinfektionen, wie das in Innenräumen zu beobachten ist."

Mehr Informationen auf SR.de.


Saarländische Hausärzte kritisieren Impfpolitik

"Wenn wir genug Impfstoff hätten, könnten wir mehr als doppelt so viel impfen!"

Laut dem ersten Vorsitzenden des Saarländischen Hausärzteverbandes, Kulas, fühlen sich die Hausärzte ausgebremst. Wenn sie genug Impftstoff hätten, wäre das ganze Saarland bis Ende Juni einmal und viele Bewohner zweimal geimpft. Wegen Lieferschwierigkeiten hat das Bundesministerium die Impfdosen umverteilt. Die zugesagten Dosen für die Praxen gehen jetzt an die Impfzentren, so der Verband.

Außerdem gehen Dosen von Astrazeneca demnach nur noch an die Praxen. Doch diese dürfen laut der ständigen Impfkommission nur über 60-jährigen gegeben werden. Jüngere Menschen müssten dann in die Impfzentren gehen.


Corona-Ampel springt auf gelb

Die sogenannte Corona-Ampel im Saarland springt von Grün auf Gelb. Das hat die Landesregierung mitgeteilt. Sie verwies auf den Stufenplan zum Saarland-Modell. Der besagt, dass die Stufe Gelb kommt, wenn die Corona-Inzidenz drei Tage lang über 100 liegt. Das ist am Sonntag passiert. Deswegen wird die Testpflicht ab Montag ausgeweitet und gilt für alle geöffneten Bereiche, außer für diejenigen, die zur Grundversorgung gehören wie Supermärkte, Banken oder Arztbesuche.


Für Montag geplantes Bund-Länder-Treffen abgesagt

Die Ministerpräsidenten werden sich doch nicht nächsten Montag (12.4.) zusammensetzen um über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie zu beraten. Es werde in der kommenden Woche gar keine Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geben, teilte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Freitag in Berlin mit.

Laut Demmer plant die Bundesregierung außerdem eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes, um bundeseinheitliche Regelungen zu schaffen. Darüber soll das Kabinett am Dienstag entscheiden. Bund und Länder hätten sich mit den Fraktionen darauf geeinigt, sagte Demmer.

Diskutiert wird seit längerem, ob der Bund mehr Kompetenzen bei den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie erhält. Bislang ist das vor allem Sache von Ländern und Kommunen. Dies führt regelmäßig zu einem Flickenteppich der Maßnahmen. Zuletzt hatte sich der Streit zwischen Bund und Ländern über die richtige Corona-Strategie verschärft. Mehrere Ministerpräsidenten hatten Zweifel daran, dass sich die Regierungschefs am Montag auf einen einheitlichen Beschluss einigen können.


Gastronomie öffnet nur zögerlich

In der Gastronomie läuft das Saarland-Modell noch nicht richtig. Laut saarländischem Hotel- und Gaststättenverband sind viele Betriebe unsicher. Sie wüssten nicht, ob nicht in wenigen Tagen die Öffnungen im Saarland wieder zurückgenomen werden müssten. Auch das schlechte Wetter würde Restaurantöffnungen behindern. Einige Restaurants hätten schon geöffnet, aber noch nicht alle.


80 Prozent der Saarländer könnten bald geimpft sein

Die kassenärztliche Vereinigung KV rechnet damit, dass 80 Prozent der Saarländer in den nächsten acht Wochen ihre erste Corona-Impfung bekommen. Dafür müssten in den Impfzentren und Arztpraxen etwa 700.000 Impfungen durchgeführt werden und der Impfstoff wie geplant geliefert werden. In den Arztpraxen könnten rund 50.000 Impfungen pro Woche durchgeführt werden.


Schulen ab 19. April wieder komplett geöffnet

Trotz Corona sollen die Abiturprüfungen dieses Jahr stattfinden. Das hat die Kultusministerkonferenz beschlossen. Um die Schulen so weit wie möglich offen zu halten, sollen Schüler und Lehrer zweimal pro Woche getestet werden. Auch sollen Lehrern frühere Impftermine angeboten werden. Im Saarland sollen die Schulen am 19. April wieder vollständig geöffnet werden. Schüler- und Elternvertreter hatten das kritisiert. Sie fürchten Chaos in den Schulen.


Keine Impfungen durch Betriebsärzte im Saarland

Im Saarland sind keine Corona-Impfungen durch Betriebsärzte geplant. Das hat die Industrie- und Handelskammer dem SR mitgeteilt. Erst wenn genug Impfdosen da seien, könnten Impfungen in großen Betrieben sinnvoll sein. Dafür müsste die Impfung laut IHK aber unbürokratischer ablaufen. In Rheinland-Pfalz laufen schon erste Vorbereitungen für Impfungen durch Betriebsärzte.


Gastronomen skeptisch, Fitnessstudios ohne Ansturm

Außengastronomie, Fitnessstudios sowie Kultureinrichtungen dürfen seit Dienstag wieder öffnen. Diese Möglichkeit nutzen aber noch nicht alle.

Die Gastronomen im Saarland durften ihre Außenbereiche am Dienstag nach langer Zeit wieder öffnen. Jedoch nur rund ein Fünftel aller Betriebe hat diese Möglichkeit laut einer Umfrage des Dehoga Saarland auch genutzt. Weitere 20 Prozent der Restaurants, Bars und Kneipen wollen laut dem Hotel- und Gaststättenverband allerdings noch im Lauf dieser Woche öffnen.

Kein Ansturm auf Fitnessstudios

Auch Fitnessstudios dürfen seit Dienstag wieder öffnen – in Saarbrücken haben diese Möglichkeit unter anderem das McFit und das Fitness Loft genutzt. In allen Studios ist allerdings ein negativer Test für den Eintritt notwendig. Dieser kann in einem Testzentrum in der Nähe oder auch teilweise vor Ort durchgeführt werden. Im Studio kostet dieser allerdings, in den Testzentren ist er kostenlos möglich.


Belastung auf der Intensivstation steigt

Grundvoraussetzung für das Saarland-Modell der Landesregierung ist, dass das saarländische Gesundheitswesen nicht überlastet wird. Doch die Patientenzahlen auf der Intensivstation der Homburger Uniklinik steigen.

Professor Philipp Lepper, leitender Oberarzt auf der Intensivstation der Uniklinik, spricht von einer "recht angespannten Situation". Es gebe in Homburg viele Übernahme-Anfragen seitens anderer Intensivstationen. Was die Kapazitäten an Intensivbetten-Reserven angehe, gebe es auch "nicht mehr wahnsinnig viel Luft".

Im Saarland befanden sich laut Gesundheitsministerium am Dienstag (6. April) 53 Covid-19-Patienten auf der Intensivstation - das sind zwanzig mehr als noch Mitte März. Am 21. Januar dieses Jahres meldete das Ministerium mit 87 Personen den bisherigen Tageshöchststand an Corona-Intensivpatienten im Saarland seit Beginn der Pandemie.


Hausärzte impfen ab 6. April im Saarland

Im Saarland starten 450 Praxen ab heute (6.4.) mit Corona-Impfungen. Jede Praxis bekommt zwischen 18 und 24 Dosen. Die sollen im Laufe des Vormittags geliefert werden. Ab nachmittags kann dann mit dem Mittel von Biontech und Pfizer geimpft werden.


Impfzentrum im Lebach startet 24 Stunden-Betrieb

Im Corona-Impfzentrum der Bundeswehr in Lebach ist der Startschuss für den 24-Stunden-Betrieb am Sonntag (4.4.) gefallen. Rund 110 Soldatinnen und Soldaten führen dort rund um die Uhr an allen Wochentagen Impfungen durch.

Innerhalb von zwei Tagen seien 15.000 Termine für nachts und sonntags gebucht worden, sagte Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer am Sonntag.


Anmeldestart für Impfungen beim Hausarzt

Im Saarland soll heute die Terminvergabe durch die Hausärzte starten. Die ersten Impfungen in den Praxen abseits der Modellprojekte sind ab dem 13. April geplant.

Hans betonte, dass Bund und Ländern die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur Zweitimpfung mit AstraZeneca abwarten. "Die Hausärzte kennen ihre Patienten genau, können jeden Einzelfall am besten beurteilen und beraten."


Hans gegen Änderung der Impfreihenfolge bei AstraZeneca

Saar-Ministerpräsident Hans hat sich gegen eine Änderung der Reihenfolge bei den Corona-Schutzimpfungen mit AstraZeneca ausgesprochen. Zuvor hatte Bayerns Ministerpräsident Söder vorgeschlagen, die Impfreihenfolge für AstraZeneca komplett aufzulösen. "Irgendwann wird man bei AstraZeneca speziell mit sehr viel Freiheit operieren müssen und sagen müssen: Wer will, und wer es sich traut quasi, der soll auch die Möglichkeit haben", sagte Söder.

Bund und Länder haben am Dienstagabend auf Empfehlung der Stiko beschlossen, das Präparat von AstraZeneca in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahren einzusetzen. Jüngere können sich nach Rücksprache mit dem Arzt und auf eigenes Risiko weiterhin damit impfen lassen. Hintergrund sind Fälle von Blutgerinnseln in Hirnvenen.


Saarland setzt Luca-App flächendeckend ein

Das Saarland will künftig zur digitalen Nachverfolgung von Kontakten die Luca-App einsetzen. Nach Angaben der Landesregierung könnten noch diese Woche alle sechs Gesundheitsämter an die App angebunden werden.

Die Luca-App vereint alle notwendigen Kriterien in einer digitalen Version der Kontaktnachverfolgung", sagte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU). "Zusätzlich wird auch ein digitales Testzertifikat sowie ein digitaler Impfnachweis in die App integriert, sodass man alle notwendigen Nachweise in einer App zusammen hat."

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Fünf Fakten über die luca App
Wir alle vermissen Konzerte, Restaurants und Kinos. Ein großes Problem bei den Besuchen ist die Kontaktverfolgung in Corona-Zeiten. Damit die einfacher und schneller werden könnte, wurde jetzt die App luca entwickelt.