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Die Azubis Henning und Anna-Lena der Polizei Saarland vor einem Streifenwagen (Foto: Polizei Saarland)
"Traumjob: Polizei."

Polizeigeschichten sind in der Kindheit (und auch später noch) so spannend, dass viele von uns danach als Polizisten arbeiten wollen. Anna-Lena und Henning wollten das auch nach der Kindheit noch, haben den Aufnahmetest bestanden und sind jetzt bei der Polizei in der Ausbildung. Uns haben sie erzählt, was sie schon krasses erlebt haben und wie sich das erste Mal Uniform tragen angefühlt hat.

„Man fährt raus, lernt Leute kennen, kann Menschen helfen und hat immer ein Team, in dem man arbeitet. Das macht den Beruf so vielfältig, und das war für mich der Hauptgrund, zur Polizei zu gehen.“

Dabei hatte Henning sich eigentlich schon für einen anderen Job entschieden. Er ist eigentlich Jurist. Aber dadurch hat er viel Kontakt zur Polizei bekommen, und sein Kindheitstraum, dort zu arbeiten, ist wieder gewachsen. Als er sich zu dem Schritt entschlossen hat und auch tatsächlich genommen wurde, hat es ihn umso mehr gefreut!

Für Anna-Lena war auch schon in Kindertagen, klar: „Ich will zur Polizei!“ Das ist mit der Zeit dann nochmal in den Hintergrund gerückt. Aber weil viele ihrer Freunde Polizisten wurden und viel Positives erzählten, kam der Wunsch dann wieder auf.

Nervös vor dem Aufnahmetest

Über den Aufnahmetest sagen die beiden, dass gute Vorbereitung alles ist. Anna-Lena war zwar extrem nervös, aber durch die intensive Vorbereitung war alles gar nicht so schlimm, wie sie es sich vorgestellt hatte. „Es gibt genug Möglichkeiten, die Nervosität ein bisschen runterzufahren. Für mich war es eigentlich eine gute Erfahrung.“ Henning empfiehlt noch, sich auch gut auf den mündlichen Test vorzubereiten. „Da muss man gut informiert sein und genau wissen, warum man zur Polizei möchte.“  

Die beiden Azubis Anna-Lena und Henning der Polizei Saarland vor einem Streifenwagen (Foto: Polizei Saarland)
Anna-Lena und Henning haben bei der Polizei ihren Traumjob gefunden

Los ging es dann für beide im Wach- und Streifdienst, kurz WSD. Henning erklärt’s: „Das sind die Kolleginnen und Kollegen in Uniform, die auch mit den Streifenwägen durch die Straßen fahren und bei Notrufen kommen.“ Anna-Lena möchte auch nach der Ausbildung erstmal beim WSD bleiben. „Früher wollte ich unbedingt in den Kriminaldienst. Aber der  WSD erfüllt mich völlig. Es macht mir wahnsinnig Spaß, ich möchte hier erstmal weiter Erfahrung sammeln!“ Henning sieht das ähnlich, könnte sich aber später auch einen Wechsel in die Wirtschaftskriminalität vorstellen.

In Uniform steht man im Fokus

Im WSD tragen die beiden auch ihre Polizei-Uniformen. Das war beim ersten Mal ein großer Moment. „Neu, ungewohnt, aber auch aufregend“, erinnert sich Anna-Lena. „Man muss dann sehr aufpassen, was man tut oder sagt.“ Und Henning bestätigt: „Man weiß, dass man im Fokus ist. Der Bürger unterscheidet ja nicht, ist das ein Auszubildender oder ein erfahrener Beamter. Man wird genauso angesprochen.“

Neue, krasse Erfahrungen

Nicht nur das erste Mal Uniform war für Anna-Lena ein prägender Moment, sondern auch die erste Leiche, die sie gesehen hat.

„Ich hatte vor der Ausbildung keine Berührungspunkte mit toten Menschen. Das ist ja auch nichts, was man als etwas Schönes an dem Beruf sehen kann. Aber es gehört dazu. Als ich dann meinen ersten Toten hatte, ist mir das zuerst sehr schwer gefallen. Man muss auch die Angehörigen betreuen. Wenn man dann gerade selbst zum ersten Mal einen toten Menschen gesehen hat, ist das schwierig. Aber meine Kollegen haben mich gut aufgefangen. Dadurch ist es mir wieder leichter gefallen.“

Für Henning gab es nicht unbedingt einen krassen Moment, sondern gleich einen ganzen Tag:

„Das war ein Wochenende und es war Sturm. Wir hatten Tagesdienst an einem Sonntag, das heißt wir arbeiten regulär zwölf Stunden. Und da waren wir fast nur draußen, im Streifenwagen, und sind von Einsatz zu Einsatz geeilt. Irgendwo wurde immer ein Dach abgedeckt, oder ein Baum lag auf der Straße. Dazu kamen die normalen Einsätze. Wir waren zwölf Stunden auf der Straße und mussten dann unsere Berichte schreiben. Das hat aber so viel Spaß gemacht, mir ist das gar nicht so lange vorgekommen. Es hat sich nicht angefühlt wie 14 Stunden, sondern eher wie vier.“
Ein Streifenwagen der Polizei (Foto: pixabay.com/TechLine)
14 Stunden im Streifenwagen? Für Henning kein Problem.

Jobzufriedenheit? Check!

Insgesamt sind beide sehr zufrieden in ihrem Job. Anna-Lena fühlt sie wie in einer großen Familie, und Henning sagt:

„Wenn man zum Einsatz gerufen wird, dann braucht irgendjemand Hilfe. Und das ist für mich jedes Mal der Aha-Moment. Ich weiß, ich kann jemandem helfen, oder ich tue was für die Gemeinschaft. Das ist für mich Berufszufriedenheit, und die kann ich für mich nur bei der Polizei finden!“

Über dieses Thema wurde auch in verschiedenen UNSERDING-Sendungen am 8. Oktober 2019 berichtet.