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Ein Schiedsrichter mit Fahne unter dem Arm schreibt auf seine Schiedsrichterkarte (Foto: pixabay.com/taniadimas)
Schiedsrichter streiken für Respekt

Beleidigungen und sogar körperliche Attacken gegen Schiedsrichter - das machen die jetzt nicht mehr mit. Um ein Zeichen zu setzen, werden Fußballschiedsrichter im Saarland ein Wochenende lang streiken. Davon betroffen sind alle Partien im Amateurbereich bis einschließlich in der Saarlandliga.

"Wir haben es nicht mehr leicht auf den saarländischen Sportplätzen."

Das sagt Schiri Kai aus Neunkirchen. "Wir werden immer öfter verbal oder auch körperlich angegangen, das nimmt Überhand und war früher nicht der Fall!" Das krasseste, was Kai erlebt hat: Im Mai wurde er nach dem Spiel von einem Spielertrainer angegriffen. Mit Worten, die er lieber nicht wiederholen möchte; aber auch körperlich. Ein Ordner musste die Situation klären. "Das gehört doch nicht zum Sport!" sagt Kai.

Nach dem Spiel ins Krankenhaus

Kai ist einer von vielen Schiedsrichtern, die so etwas erlebt haben. Am 24. August wurde ein Schiri, der ein C-Jugendspiel in Merzig-Brotdorf pfiff, nach einem Angriff ins Krankenhaus eingeliefert. Daraufhin kam der zuständige Ausschuss des Saarländischen Fußballverbands (SFV) zu einer Sondersitzung zusammen. Sie beschlossen, dass es an der Zeit ist, darauf zu reagieren. Nun wollen sie ein Zeichen der Solidarität setzen.

Spiele werden verlegt

Deswegen haben sie sich zum Streik entschieden. Am Wochenende vom 13. bis 15. September wird kein Spiel im Saarland mit Schiedsrichtern besetzt werden. Das betrifft alle Spiele im Aktiven-, Frauen-, Junioren-, und Ü-Bereich bis einschließlich Saarlandliga. Die Spiele sollen dann am 25. September und am 23. November nachgeholt werden.

Die Streiks könnten nicht die einzige Reaktion auf die Angriffe bleiben. Volker Fischer ist Schiedsrichterobmann und kann sich größere Aktionen vorstellen. Eine Gedenkminute oder eine Stadiondurchsage vor jedem Spiel zum Beispiel. Kai findet das genau richtig:

"Dann merken die Vereine auch mal: Wir brauchen die Schiris. Ohne die rollt kein Ball. Und dann merken das auch mal die Zuschauer, denn die bekommen dann auf dem Sportplatz nichts zu sehen. Und am meisten trifft es die Spieler."
Ein Tor auf einem Fußballplatz (Foto: pixabay.com/VIVIANE6276)
Ohne Schiedsrichter werden viele Fußballplätze leer bleiben.

Kai steht seit 24 Jahren als Schiri auf dem Platz, im Jahr pfeift er knapp 100 Spiele. Er sagt, dass die Situation früher anders war: "Man vermisst mittlerweile einfach den Respekt gegenüber dem Schiedsrichter. Egal wie man heute pfeift, man macht es falsch." Für Kai ist das Pfeifen ein Hobby, kein Beruf. "Wir Schiris pfeifen nach bestem Gewissen. Dafür wollen wir einfach nur Respekt."