UnserDing Scratch Logo
Eine Frau lernt mit einem Buch und Textmarkern (Foto: pixabay.com/free-photos)
„Gongbang“: Lernmotivation für Zuhause

Zuhause lernen? Ist oft schwierig, denn der Kühlschrank ist nur ein paar Schritte entfernt… und der Fernseher… und die Couch… Als Motivationshilfe sind jetzt Videos im Trend, die andere Leute beim Lernen zeigen.

Jamie ist Studentin. Sie sitzt am Schreibtisch, liest in einem Buch. Ab und zu markiert sie ein paar Zeilen Text mit Textmarker oder tippt auf ihrem Laptop. Ein ganz normaler Tag am Schreibtisch, wie jeder ihn in der Prüfungsphase durchmacht. Jamie bekommt dafür aber über 3 Millionen Klicks bei YouTube. Zweieinhalb Stunden dauert das Video, in dem sie sich selbst beim Lernen filmt.

Viele Soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram oder Youtube halten nicht unbedingt die hohen Datenschutz-Standards von unserding.de ein. Achtet deshalb bei diesen Anbietern besonders auf eure persönlichen Daten. Unser Tipp: Postet nur das und gebt nur das an, was ihr theoretisch jedem Internetnutzer zeigen würdet. Bitte überprüft die voreingestellten Datenschutzeinstellungen der jeweiligen Anbieter.

Bei YouTube trenden zurzeit die Videos mit Titeln wie „Study with me“. Es gibt sie mit oder ohne Musik, mit Pausen oder ohne. „Gongbang“ heißt der Trend, der aus Südkorea stammt. Übersetzt heißt das „Lernvideo“.  UNSERDING-Korrespondentin Kathrin ist in Südkorea und erklärt, dass gute Zensuren und die Annahme an der richtigen Uni dort super wichtig sind. Deswegen seien die Videos dort so ein Trend.

Warum sind die Videos so erfolgreich?

Unter Jamies Lernvideo kommentiert eine Nutzerin, dass sie das Video von Jamie schon fünf Mal angesehen und jedes Mal richtig konzentriert „mit ihr zusammen“ gelernt hat. Die Videos sind quasi ein „virtueller Lernpartnerersatz“ und motivieren dadurch. Also so, als würde man sich in die Uni-Bibliothek setzen – aber ohne hinfahren zu müssen.

UNSERDING-Korrespondentin Kathrin in Südkorea erklärt, dass die YouTuber in den Videos auch Vorbildfunktion haben:

„Wenn man ein Vorbild hat, das über Stunden am Schreibtisch sitzt und nicht abgelenkt wird, nicht aufs Handy starrt, keine Musik spielt, sondern nur lernt, dann kann das sicher für manche ein bisschen motivierend sein.“

Kathrin erklärt weiter, dass sich viele der YouTuber sicher auch ein bisschen Taschengeld davon versprechen. „Die Videos kommen von einem anderen Trend, nämlich von Mukbang. Das sind Videos in denen die YouTuber in sehr kurzer Zeit Massen an Essen in sich hinein schaufeln.“ Die sind in Südkorea ziemlich erfolgreich. Die YouTuber können deswegen auch Werbung in den Videos schalten und so Geld damit verdienen. Das kann natürlich auch bei den Gongbang-Videos der Fall sein.

Über dieses Thema wurde auch in den UNSERDING-Shows im Radio am 18.09.2019 berichtet.