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Saarlandkarte mit Ortsnamen (Foto: SR 1 / Esther Wagner)
Corona: Folgen im Saarland

Im Saarland sind in den vergangenen 24 Stunden 198 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Als aktuell infiziert gelten 2156 Personen. Immer wieder werden wegen des Virus neue Maßnahmen bekanntgegeben, zum Beispiel in Bezug auf die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen. Details zu den Entwicklungen lest ihr hier.

Stand: 25. November 2020, 06:45 Uhr

  • Aktuelle Zahlen zu bestätigten Fällen im Saarland und in welchen Landkreisen sie festgestellt wurden: Findet ihr hier.


Bundesländer einigen sich über neue Corona-Regeln

Die Ministerpräsidenten der Länder haben sich auf einheitliche Kontaktregeln für Weihnachten und Silvester geeinigt. Vom 23. Dezember bis 1. Januar sollen Treffen eines Haushalts mit haushaltsfremden Menschen bis maximal zehn Personen ermöglicht werden. Diese Sonderregelung schließt auch das Treffen von bis zu zehn Personen aus mehreren Haushalten mit ein. Kinder bis 14 Jahren sollen davon ausgenommen sein.

Außerdem wollen die Ministerpräsidenten Silvesterfeuerwerk auf belebten öffentlichen Plätzen und Straßen untersagen, damit sich keine großen Gruppen bilden. Es soll aber kein Verkaufsverbot geben. Die Länderchefs empfehlen in ihrer Beschlussvorlage grundsätzlich auf Silvesterfeuerwerk zu verzichten.

Außerdem rufen die Ministerpräsidenten der Länder die Menschen auf, vor den Weihnachtsfeiertagen in eine möglichst mehrtägige häusliche Selbstquarantäne zu gehen. In einer Beschlussvorlage für das Bund-Länder-Treffen am Mittwoch wird zudem die Verlängerung und teilweise Verschärfung der Corona-Beschränkungen vorgeschlagen. Mit der Selbstquarantäne solle die Gefahr von Coronainfektionen im Umfeld der Feierlichkeiten so gering wie möglich gehalten werden. "Dies kann durch ggf. vorzuziehende Weihnachtsschulferien ab dem 19.12.2020 unterstützt werden", heißt es in dem Beschlussentwurf der Länder.

Am 25. November beraten die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über neue Corona-Regeln und stellen dann ihren Beschlussentwurf vor.


Länder wollen Teil-Lockdown verlängern

Die Bundesländer wollen die Corona-Beschränkungen offenbar verlängern und teilweise verschärfen. Vor allem für private Zusammenkünfte sollen strengere Regeln gelten, heißt es laut der Nachrichtenagentur AFP in einer Beschlussvorlage der Bundesländer für die Spitzenberatungen mit dem Bund am Mittwoch.

An privaten Zusammenkünften sollen ab dem 1. Dezember laut AFP dann maximal nur noch fünf Menschen aus zwei Haushalten teilnehmen können. Ausnahmen solle es für die Weihnachtsfeiertage geben - dann sollen auch Angehörige von mehr als zwei Haushalten zusammenkommen können, heißt es in der Vorlage. Auch dabei soll eine Obergrenze von fünf oder zehn Personen gelten, einen genauen Wert gibt die Beschlussvorlage noch nicht vor.

"Mit dieser Regelung soll Weihnachten auch in diesem besonderen Jahr als Fest im Kreise von Familie und Freunden, wenn auch im kleineren Rahmen, möglich sein", heißt es in dem Papier. Es werde allerdings empfohlen, "wo immer möglich, sich vor und nach den Feiertagen in eine möglichst mehrtägige häusliche Selbstquarantäne zu begeben".

Verschärfung der Maskenpflicht

Verschärfungen sieht die Vorlage auch bei der Maskenpflicht vor: "Jede Person hat in geschlossenen Räumen, die öffentlich oder im Rahmen eines Besuchs- oder Kundenverkehrs zugänglich sind, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen", heißt es darin. "Darüber hinaus ist eine Mund-Nasen-Bedeckung auch an Örtlichkeiten in der Öffentlichkeit unter freiem Himmel, an denen sich Menschen entweder auf engem Raum oder nicht nur vorübergehend aufhalten, zu tragen."

Laut Vorlage sollen die seit Anfang November geltenden Corona-Einschränkungen bis mindestens 20. Dezember verlängert werden. Die genannten Verschärfungen sollen vom 1. Dezember bis zum 17. Januar gelten. Die Beschlussvorlage ist Grundlage für die Beratungen der Länder-Regierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch.


Polizei löst Partys in Brebach und Rohrbach auf

In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist in Saarbrücken-Brebach eine Geburtstagsparty in einer Shisha-Bar von der Polizei aufgelöst worden. In einer Halle in St. Ingbert-Rohrbach mussten die Beamten wegen einer illegalen Feier eingreifen. Auch bei einem Shisha-Café in Saarlouis gab es mehrere Verstöße gegen die Corona-Verordnung.

Nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte in Saarbrücken-Brebach hatten nach Auskunft der Polizei die Feiernden in der Shisha-Bar Türen und Fenster verschlossen. Die Beamten konnten sich erst durch das Öffnen einer Sicherheitstür Zutritt verschaffen. Dort wurden 16 Personen angetroffen.

Laut Polizei hatte der Shisha-Bar-Betreiber in den vergangenen Wochen bereits mehrfach gegen die Corona-Auflagen verstoßen. Er müsse nun damit rechnen, dass ihm die Konzession entzogen wird.

Improvisierte Disco in Rohrbach

In St. Ingbert-Rohrbach beendete die Polizei am Samstagabend eine Party mit rund 20 Gästen. Dort war eine Halle mit einem DJ-Pult und einer Soundanlage als Disco hergerichtet worden.

Alle Gäste und die Verantwortlichen der Partys erwartet eine Anzeige wegen Verstößen gegen die Rechtsverordnung.

Ebenfalls am Samstagabend sprach die Polizei in Saarlouis eine polizeiliche Verfügung gegen den Betreiber eines Shisha-Cafés im Saarlouiser Ortsteil Fraulautern aus. Mehrere Personen hatten dort gegen die Corona-Verordnung verstoßen. Der Betreiber musste daraufhin das Lokal schließen und die Besucher die Örtlichkeit verlassen.

In Völklingen war am Wochenende ein Gastwirt aufgefallen, der zusammen mit seiner Ehefrau und drei Gäste in der Gaststätte saß. Der Inhaber muss nun mit einem Bußgeld von bis zu 2.000 Euro rechnen.


Saarland stellt neue Test- und Impfstrategie vor

Das Saarland bereitet sich darauf vor, schon Mitte Dezember eine Impfung gegen Covid19 anbieten zu können. Dafür sollen zunächst drei Impfzentren eingerichtet werden, sagte Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling (CDU) am Donnerstag. Auch eine neue Teststrategie ist geplant.

Eine Million Antigen-Schnelltests hat die saarländische Landesregierung bestellt. Diese sind nach den Worten von Staatssekretär Kollings auch bereits eingetroffen, 60.000 wurden bereits zur Verfügung gestellt. "Die Schnelltests sollen zum Schutz der vulnerablen Gruppe und zur präventiven Testung vor allem in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen sowie Einrichtungen der Eingliederungshilfe eingesetzt werden", erklärte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU). Aber auch in den Testzentren und in Bildungseinrichtungen könnten die Antigen-Schnelltests genutzt werden. Nach welchem Plan die Tests im Detail zum Einsatz kommen sollen und wie rechtssicher sie sind, ist noch nicht bekannt.

Studie bescheinigt Zuverlässigkeit

Ein Forscherteam um den Virologen Christian Drosten hat vor einigen Tagen den Antigen-Tests in einer neuen Studie eine hohe Zuverlässigkeit bescheinigt. Allerdings sei das PCR-Verfahren grundsätzlich besser geeignet. Das positive Ergebnis eines Antigentests könnte also durch einen anschließenden PCR-Test validiert werden.

Im Unterschied zu PCR- oder Antikörpertests weisen diese Antigentests Proteinfragmente des Coronavirus nach, nicht das Virus-Erbmaterial. Sie sind günstig herzustellen und liefern schon nach rund 30 Minuten ein Ergebnis. Tests diverser Hersteller sind inzwischen in Deutschland zugelassen.

Drei Impfzentren

Die geplanten Impfzentren sollen in Saarbrücken, Saarlouis und im Kreis Neunkirchen an den Start gehen. Nach den Worten Kollings sollen zunächst sehr vulnerable Personen geimpft werden, außerdem Beschäftigte in Gesundheitsberufen, der Alten- und Krankenpflege und in Betreuungseinrichtungen. Hinzu kommen Polizisten, Feuerwehrleute, Rettungsdienstmitarbeiter, aber auch Lehrer und Erzieher.

Die entsprechenden Empfehlungen dafür hat der Ethikrat erarbeitet. „Danach kann jeder geimpft werden, der sich anmeldet und dies freiwillig tun möchte“, so Kolling. Eine Impfflicht gibt es nicht.

Vorerst 140.000 Dosen

Bestellt sind nach heutigem Stand 140.000 Dosen des Impfstoffs der Firmen Biontech und Pfizer. Dieser muss zweimal gegeben werden, sodass diese Menge für 70.000 Menschen im Saarland reicht. Für die Verabreichung hat die Landesregierung bereits 1,5 Millionen Spritzen und Kanülen beschafft, außerdem Schutzkleidung und Desinfektionsmaterial.

Wie hoch die Impfbereitschaft bei den Saarländern ist, bleibt unklar. Bundesweit liegt sie Erhebungen zufolge bei rund 70 Prozent.


Großregion will Corona mit digitaler Hilfe eindämmen

Die Großregion will zur Eindämmung der Corona-Pandemie stärker auf digitale Technologien setzen. Darauf haben sich Vertreter des Saarlandes, von Rheinland-Pfalz, Lothringen, der Wallonie, der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und Luxemburgs auf dem Zwischengipfel der Großregion verständigt. Grenzschließungen soll es keine mehr geben.

Definitiv keine Grenzschließungen mehr, stattdessen grenzüberschreitender Datenaustausch: Das ist die grobe zukünftige Marschroute, die die Vertreter der Großregion für die Eindämmung der Pandemie festgelegt haben. Dabei sollen das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und das CISPA eine zentrale Rolle spielen. Beide Institute sollen Projektideen entwickeln, wie zum Beispiel Besuche in Restaurants und öffentlichen Einrichtungen online erfasst und nationale Corona-Warn-Apps verknüpft werden können.

Außerdem sollen diese Projekte helfen, den grenzüberschreitenden Datenaustausch zwischen den Gesundheitsbehörden zu beschleunigen.

Datenschutz muss abgestimmt werden

Einen Zeithorizont gebe es allerdings noch nicht, hieß es auf SR-Nachfrage. Allzu schnell dürften solche Projekte nicht umsetzbar sein. Vor allem, weil dafür die unterschiedlichen nationalen Datenschutz-Regeln aufeinander abgestimmt werden müssen.

Aus Sicht des Gipfelpräsidenten der Großregion, dem saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans, könnten die so ausgewerteten medizinischen Daten wertvolle Erkenntnisse für ganz Europa liefern.

Auch der bereits im Sommer angekündigte, grenzüberschreitende Pandemieplan wurde diskutiert, weitere Details aber nicht veröffentlicht. Laut Staatskanzlei soll das Dokument im Dezember offiziell vorgestellt werden.


2020 keine Fußballspiele mehr für Saar-Amateure

Nachdem die saarländische Landesregierung Ende Oktober strenge Maßnahmen im Kampf gegen die steigenden Corona-Fallzahlen verkündet hatte, sagte der Saarländische Fußballverband alle Spiele seiner Mannschaften bis auf Weiteres ab. Am Mittwoch habe der SFV-Vorstand beschlossen, dass der Spielbetrieb bis zum 15. Januar 2021 ausgesetzt bleibe, heißt es in einer Pressemitteilung.

Abstimmung mit den Vereinen

In den nächsten Wochen will der SFV in enger Abstimmung mit seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern und Vereinen beraten, wie die Saison 2020/2021 zu Ende gespielt werden und wie die Wiederaufnahme des Spielbetriebs im neuen Jahr aussehen könne.

„Wir haben bereits Konzepte erarbeitet, wie die Saison 2020/2021 zu Ende gespielt werden kann. Dazu hat der Verbandsspielausschuss um ihren Vorsitzenden Josef Kreis schon mehrere Szenarien durchgespielt, die wir mit den Vereinen diskutieren und abstimmen werden. Unser Ziel bleibt die Durchführung einer vollständigen Spielrunde, um einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten“, so Verbandspräsident Heribert Ohlmann.