UnserDing Scratch Logo
Saarlandkarte mit Ortsnamen (Foto: SR 1 / Esther Wagner)
Corona: Folgen im Saarland

In den letzten 24 Stunden gab es im Saarland eine neue Infektion mit dem Coronavirus. Insgesamt sind im Saarland aktuell 87 Menschen erkrankt. Immer wieder werden wegen des Virus neue Maßnahmen oder jetzt auch Lockerungen bekanntgegeben, zum Beispiel in Bezug auf die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen. Details zu den Entwicklungen lest ihr hier.

Stand: 21. September 2020, 09:15 Uhr

  • Aktuelle Zahlen zu bestätigten Fällen im Saarland und in welchen Landkreisen sie festgestellt wurden: Findet ihr hier.


Corona-Fall an Saarlouiser Berufsschule

Am Technisch-gewerblich-sozialpflegerischen Berufsbildungszentrum (TGSBBZ) Saarlouis ist bei einer Schülerin oder einem Schüler eine Corona-Infektion festgestellt worden. Das teilt das TGSBBZ auf seiner Internetseite mit.

Die Mitschüler und Lehrer der betroffenen Klasse der „Außenstelle Bachstraße“ in Saarlouis-Roden wurden in häusliche Quarantäne geschickt. In Roden ist die Akademie für Erzieherinnen und Erzieher untergebracht.

Das Gesundheitsamt Saarlouis empfehle allen Betroffenen, die Quarantäne auch dringend einzuhalten bis ihre Testergebnisse vorliegen. Die betroffenen Kontaktpersonen sollen heute (Montag) auf Corona getestet werden. Wie viele Menschen betroffen sind, teilte die Berufsschule nicht mit.


Ortspolizeibehörden kontrollieren Risiko-Rückkehrer

Einreisende aus Corona-Risikogebieten müssen ein ärztliches Zeugnis über eine eventuelle Corona-Infektion vorlegen, wenn sie behördlich dazu aufgefordert werden. Zuständig sind dafür im Saarland künftig die Ortspolizeibehörden.

Wer aus einem Corona-Risikogebiet kommt, ist verpflichtet, sich bei der Ortspolizeibehörde zu melden und muss sich für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben, sofern er kein negatives Testergebnis vorlegen kann, das nicht mehr als zwei Tage alt ist. Die Ortspolizeibehörde kann künftig auch verlangen, dass ein ärztliches Zeugnis über eine eventuellen Corona-Infektion vorlegt wird, oder die Durchführung einer Abstrichuntersuchung anordnen, heißt es aus dem Gesundheitsministerium.

"Kontrolle in einer Hand"

Mit der Bündelung der Kompetenzen bei den Ortspolizeibehörden sollen die Gesundheitsämter entlastet werden. „Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der saarländischen Behörden sehr viel abverlangt. Mit der Übertragung der Zuständigkeit an die Ortspolizeibehörden legen wir die Kontrolle der von uns vorgegebenen Maßnahmen in eine Hand“, sagte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU).

Die neue Regelung gilt ab Montag (21.9.) Dann tritt eine neue saarländische Quarantäne-Verordnung in Kraft. Sie enthält auch die Testplicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten, die bereits in einer Verordnung vom Bundesgesundheitsministerium am 6. August beschlossen wurde.


Saarbrücker Oktoberfest findet statt

Das Saarbrücker Oktoberfest auf den Saarterrassen findet in diesem Jahr trotz Corona statt. Wie die Stadt Saarbrücken mitteilte, werden auf dem Gelände die Ein- und Ausgänge kontrolliert, die Kontaktdaten der Besucher erhoben und es herrscht Maskenpflicht.

Das Saarbrücker Oktoberfest findet vom 25. September bis 5. Oktober täglich ab 14.00 Uhr statt. Die offizielle Eröffnung und das Abschlussfeuerwerk entfallen dieses Jahr. Beibehalten wird der Familientag donnerstags, bei dem auf den Fahrgeschäften der halbe Fahrpreis gilt. 

Kontaktdaten werden erhoben

Beim Einlass werden zur Kontaktnachverfolgung die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher erfasst. Außerdem gilt auf dem gesamten Festgelände eine Maskenpflicht und es gibt eine Einbahnregelung für die Besucher. Da die Personenzahl auf dem Festplatz begrenzt ist, kann es auch zu Einlassstopps kommen. 

Nach Angaben des Saarverbands der Schausteller wurde zudem die Anzahl der Fahrgeschäfte aufgrund der Abstands- und Hygieneregeln etwas reduziert.

Aufgrund der Pandemie waren zuvor zahlreiche andere Oktoberfeste im Saarland abgesagt worden. Neben Saarbrücken findet nur noch das Oktoberfest in Merzig statt, das am Samstag startet.


Corona-Teststrategie für Wintermonate überarbeitet

Die Landesregierung hat die Corona-Teststrategie für das Saarland überarbeitet. Ein Stufenkonzept soll es möglich machen, die Zahl der Tests je nach Infektionsgeschehen zu erhöhen. Die Strategie könne an die Anforderungen der epidemiologischen Lage und die nationale Strategie angepasst werden, heißt es.

Mit der neuen Strategie bereite man sich auf die Wintermonate vor, teilte das Gesundheitsministerium mit. "Es geht uns insbesondere um die Testung von Personen, die bislang nicht von den Empfehlungen des RKI erfasst werden, sowie um Testungen in Bereichen, bei denen eine höhere Gefahr für ein Infektionsgeschehen besteht", erklärten Gesundheitsministerin Monika Bachmann und Staatssekretär Stephan Kolling (beide CDU).

Derzeit würden pro Tag bis zu 2300 Tests in Laboren analysiert. Pro Woche fallen nach Ministeriumsangaben zwischen 9000 und 12.000 Tests an. Sie kommen von Praxen, Kranken- und Pflegeeinrichtungen und Patienten mit Symptomen und Kontaktpersonen. Darüber hinaus würden weiterhin Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten innerhalb von zehn Tagen nach Einreise angeboten.

Strategie für Ausweitung

Nach Angaben des Ministerium ist vor allem am stationären Testzentrum in Saarbrücken auf dem Messegelände eine Steigerung der Tests kurzfristig möglich. Dort kann je nach Lage die Zahl der Abstriche auf bis zu 2000 pro Tag erhöht werden.

Parallel würde dann in den verarbeitenden Laboren ein Mehrschichtbetrieb wiedereingeführt, um die vielen Tests auch auswerten zu können. Zudem könne man je nach epidemiologischer Lage weitere mobile Teams und mobile Teststationen einsetzen, um mehr Abstriche nehmen können können.


Quarantäne am Geschwister-Scholl-Gymnasium verlängert

Die Quarantäne für Schüler, Lehrkräfte und Beschäftigte am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Lebach wird um eine Woche verlängert. Dort wurden erneut mehrere Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Heute (18.9.) sollen alle Testergebnisse bekannt gegeben werden.

Insgesamt waren rund 900 Schüler, Lehrer und Eltern am Lebacher Geschwister-Scholl-Gymnasium getestet worden. Bis Donnerstagabend konnten zwölf weitere Infektionen nachgewiesen werden. Im Umfeld der Schule sind laut Kreis somit aktuell 16 Fälle bekannt. Deswegen wurde die Quarantäneanordnung für Schüler, Lehrkräfte und Beschäftigte der Schule bis zum 25. September verlängert. Alle Testergebnisse sollen am Freitagvormittag vorliegen.

Infektionsketten werden ausfindig gemacht

"Es ist für uns keine leichte Entscheidung, die Schule noch länger geschlossen zu halten. Aber für uns hat die Gesundheit der Schüler, Lehrer und Beschäftigten oberste Priorität", sagte Landrat Patrik Lauer. Ein Regelbetrieb sei erst wieder möglich, wenn keine Infektionen mehr stattfinden könnten. "Wir alle hoffen, dass dies nach der zweiten Quarantänephase wieder der Fall sein wird. In der Zwischenzeit arbeitet unser Gesundheitsamt mit Hochdruck daran, Infektionsketten ausfindig zu machen und zu unterbrechen."

Vergangene Woche waren mehrere Personen positiv auf das Virus getestet worden. Daraufhin war die Schule als bislang einzige im Saarland komplett geschlossen und eine erste Testreihe durchgeführt worden. Nach den teilweise positiven Ergebnissen wird gemäß den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts eine zweite Testreihe vorbereitet.

Auswirkungen auf Coronazahlen des Landes

Für das gesamte Saarland haben die Behörden am Mittwoch, 16.9.9, 22 neue Corona-Infektionen gemeldet. Ein Teil davon ist auf die Massentests am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Lebach zurückzuführen. Der Landkreis Saarlouis teilte dem SR mit, fünf der Neuinfektionen stünden im Zusammenhang mit den Tests am Lebacher Gymnasium. Zwei der Betroffenen wohnen im Regionalverband Saarbrücken.

Mit je sieben neuen Coronafällen hatten der Landkreis Saarlouis und der Regionalverband Saarbrücken am Mittwoch die saarlandweit größten Anstiege bei den Coronazahlen verzeichnet.


ÖPNV macht 22 Millionen Minus durch Corona

Dem Öffentlichen Personennahverkehr im Saarland fehlen bis Ende des Jahres durch die Corona-Krise voraussichtlich 22 Millionen Euro. Das ist das Ergebnis einer Schätzung, die Verkehrsministerin Anke Rehlinger vorgestellt hat. Es gibt weniger Fahrgäste, gleichzeitig werden aber mehr Busse eingesetzt, damit Abstände gewahrt werden können.

Allein im April war der Fahrscheinverkauf um 90 Prozent eingebrochen. Um dem ÖPNV zu helfen, will der Bund nach Ministeriumsangaben deutschlandweit 2,5 Milliarden Euro investieren. Davon könnten rund 16,7 Milllionen Euro ins Saarland fließen. Die restlichen Kosten des ÖPNV-Rettungsschirms von 5,3 Millionen Euro wolle das Land bereitstellen, so Rehlinger.

80 zusätzliche Schulbusse

Seit letzter Woche fahren im Saarland rund 80 Verstärkerbusse für den Schulbetrieb. Sie machen 140 zusätzliche Fahrten am Tag. Das soll verhindern, dass Schulbusse in Corona-Zeiten zu überfüllt sind. Bis Ende des Jahres kostetet diese Maßnahme zwei Millionen Euro. Die Kosten übernimmt das Land, kündigte Verkehrsministerin Rehlinger an. Im Einsatz seien dabei auch Reisebusse, die sonst wegen der Corona-Krise "auf dem Hof" stünden, sagte Rehlinger.

Tarifreform verschiebt sich

Die für Januar 2021 angekündigte Tarifreform soll verschoben werden. Die Verhandlungen seien nicht so weit vorangeschritten, so Rehlinger.