Der Hashtag #Hass ist auf einem Bildschirm zu sehen (Foto: picture alliance/Lukas Schulze/dpa)
Tipps gegen Hate Speech

Hass im Netz betrifft viele Jugendliche. Das kann für die Betroffenen zu einer starken psychichen Belastung führen. Es gibt jedoch Stragien, die es euch ermöglichen, gegen Hate Speech vorzugehen, damit ihr euch nicht machtlos fühlt. UNSERDING hat für euch Tipps gegen Hass im Internet.


Hinweis

Die folgenden Strategien sind keine allgemeingültige Lösung und ihr müsst auch nicht alleine dagegen vorgehen. Hier findet ihr Anlaufstellen gegen Hass im Netz.


Was ist Hate Speech?

Von Hate Speech spricht man, wenn Menschen - meist im Netz - angegriffen und abgewertet werden. Das Aufrufen von Hass und Gewalt zählt ebenfalls als Hate Speech. Eine genaue Definition die auch rechtlich bindend ist, gibt es allerdings nicht. Häufig sind es rassistische, antisemitische oder sexistische Äußerungen, die einzelne Personen aber auch ganze Gruppen betreffen.

Hate Speech hat sowohl im öffentlichen als auch im digitalen Raum keinen Platz. Denn niemand sollte auf der Straße und im Netz Angst haben müssen beleidigt, angefeindet oder angegriffen zu werden. Dabei ist es wichtig, dass jeder Zivilcourage zeigt und alle füreinander eintreten. Nur so kann Hate Speech eingegrenzt werden.

Siehst du Hetze im Netz, dann misch dich ein und beziehe Stellung für ein respektvolles Miteinander. Dabei ist es wichtig, dass du mit sachlichen Argumenten gegen Hetze vorgehst. Ein fairer Umgangston ist enorm wichtig, denn Wörter können auch verletzend sein - daher immer die Netiquette im Blick haben.

Unterschied zu Shitstorm

Entsteht Hate Speech meist ohne einen aktuellen Aufhänger, sieht es bei Shitstorms ganz anders aus. Sie entstehen erst dadurch und sind eine Reaktion auf Gesagtes oder Gezeigtes. Shitstorms können sich auch auf Missstände beziehen, auf die aufmerksam gemacht werden soll. Dieser Aspekt fehlt bei Hate Speech komplett.

Häufig ist es schwierig Hate Speech von einem Shitstorm zu trennen, denn in letzterem kann auch Hate Speech vorkommen. Ihr seht, dass die Grenzen fließend sind.


Erfahrungen mit Shitstorms im Netz

Robert Hecklau vom YouTube-Format offenun'ehrlich erzählt von seinen Erfahrungen mit Shitstorms im Netz und wie er damit umgeht.

Robert hat mit dem YouTube-Format offenun'ehrlich schon einige Shitstorms durchgemacht. Er rät:

So gut es geht das Ganze ignorieren. Schon gar nicht auf die Kommentare reagieren, das löst nur neue Kommentare aus.

Shitstorms gehen laut Robert meistens ganz plötzlich los, dann kommen hunderte oder tausende Kommentare innerhalb von wenigen Minuten. Aber dann ist das Ganze auch ziemlich schnell wieder vorbei.


Tipps gegen Hate Speech

Wenn ihr persönlich betroffen seid, dann haben wir hier ein paar Tipps wie ihr direkt reagieren könnt:

Aktiv gegen Hate Speech vorgehen

Lösche beleidigende Kommentare oder sogar Bedrohungen unter deinen Bildern und blocke die Nutzer, die sich falsch verhalten. Du kannst Hasskommentare auch den Betreibern der Seite melden, damit diese sie löschen. Schicke dazu immer einen Screenshot als Beweis mit. Auch wenn viele davon ausgehen, dass im Internet alles gesagt und gepostet werden darf - es gibt Aussagen die verboten sind! Dazu gehören volksverhetzende und zu Gewalt aufrufende Beiträge. Diese sind gesetzlich verboten und können geahndet werden.

Mit "Debunking" Vorurteile und Lügen offen legen

"Debunking" bedeutet übersetzt "etwas entlarven". Es geht konkret darum Falschinformationen oder diskriminierende und beleidigende Aussagen gegen religiöse und gesellschaftliche Gruppen zu wiederlegen. Dabei soll Hate Speech durch Fakten offengelegt und wiederlegt werden. "Debunking" richtet sich nicht nur an die Person die falsche Informationen verbreitet, sondern auch an alle Mitlesende.

Selbstschutz beachten

Tretet ihr aktiv gegen Hate Speech im Netz ein, dann kann das auch euch selbst belasten. Daher sollte euer Selbstschutz immer an erster Stelle stehen. Schütze daher deine persönlichen Daten und geb sie nicht Preis!

Nimm Beleidigungen nicht persönlich und lass dich nicht einschüchtern! Es ist richtig, dass du dich gegen Hate Speech einsetzt - dafür musst du dich nicht rechtfertigen oder entschuldigen. Dann ist es oft besser eine Diskussion abzubrechen oder die Person zu blockieren.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung UNSERDING-Morningshow mit Jonas am 08.04.2021 berichtet.