UnserDing Scratch Logo
Eine Winkelspinne sitzt auf einer aufgeschlagenen Buchseite. (Foto: Imago/Blickwinkel)
Angst vor Spinnen

Unter dem Bett, hinter dem Vorhang, im Bad oder an der Wand - egal wo sie sitzen, Spinnen sind für viele Menschen der blanke Horror. Bei den meisten hilft dann nur der Hausschlappen oder sofortige Flucht. Forscher der Saar-Uni wollen Leuten mit Spinnenangst helfen und testen ab April eine virtuelle Therapie gegen Spinnenangst.

Rund fünf Prozent der Deutschen leiden unter der Angst vor Spinnen, auch Arachnophobie genannt. Nach Depressionen ist Spinnenangst damit die am weitesten verbreitete Angststörung überhaupt.

Warum haben wir Angst vor Spinnen?

"In der Evolution war es sinnvoll, Angst vor Spinnen zu haben, weil es Regionen und Zeiten gibt, in denen es wesentlich gefährlichere Spinnen gab", erklärt Psychologin Sarah Schäfer von der Saar-Uni. "Spinnen in unseren Breitengrade sind aber eher ekelig als gefährlich." Außerdem gibt es zwei weitere Theorien in der Forschung. Zum einen vermuten Wissenschaftler, dass es die Fortbewegung der Spinnentiere ist, die Angst auslöst. Zum anderen soll aber auch das eine Rolle spielen, was Kinder von ihren Eltern lernen. Rennen die vor Angst schreiend weg oder verziehend angeekelt das Gesicht, kann sich bei den Kindern daraus später eine Phobie entwickeln.

Warum haben wir Angst vor Spinnen?
Warum haben wir Angst vor Spinnen?

Hilfe für Betroffene

Um die teilweise panische Angst vor Spinne loszuwerden, hilft eigentlich nur eine Konfrontationstherapie - also dass sich die Betroffenen Spinnen anschauen oder auch anfassen. "Der Weg geht nie an der Spinne vorbei. Man kann das aber auch zuhause im Kleinen durchführen. Die Angst wird weniger, wenn man sich die Spinne genauer anschaut. Vielleicht hat sie auch schöne Aspekte", sagt die Psychologin.

Virtuelle statt reale Spinnen

Dabei ist für die meisten Patienten wirklich der schlimmste Moment, wenn direkt vor ihnen eine Spinne auf dem Tisch sitzt. Das können sich viele gar nicht vorstellen. Diesen Leuten wollen Forscher von der Saar-Uni helfen. Sie haben eine virtuelle Therapieform entwickelt. Dabei wird eine Begegnung mit einer Spinne täuschend echt simuliert, so dass auch die Angst ausgelöst wird, wie sie bei echten Spinnentieren aufkommt. Trotzdem ist es nicht ganz so schlimmt, wie bei einer echten Spinne. So können sich vielleicht auch Menschen therapieren lassen, die sich niemals mit einem achtbeinigen Spinnentier in einen Raum trauen würden.

Über dieses Thema wurde auch bei "UNSERDING mit Thurie und Jonas" am 03.04.2019 berichtet.