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Das Wort "Support" auf Holybuchstaben (Foto: pixabay.com)
Hilfe für Vereine in Corona-Zeiten

Sportverein, Musikverein, Faasendverein… egal, in was für einem Verein ihr seid, die Coronapandemie hat die Abläufe dort mit Sicherheit ganz schön verändert. Viele Vereine leiden darunter auch finanziell. UNSERDING checkt, was für Hilfen sie in Anspruch nehmen können.

Knapp 10 Millionen Euro hat die saarländische Landesregierung für ein Förderungsprogramm bereitgestellt, das es seit Juli gibt. Damit soll Vereinen geholfen werden, die bisher nicht so gut durch die Coronakrise gekommen sind.

Vereine können sich für das Programm anmelden und bekommen dann Zuschüsse. Es gibt zwei Arten von Hilfe für die Vereine.

Ein Haufen Geld (Foto: dpa/Tobias Hase)

1. Unterstützungszahlungen

Die erste Art der Hilfe sind sogenannte Unterstützungszahlungen. Deren Höhe kann zwischen 1500 und 3000 Euro variieren, je nach Mitgliederanzahl des Vereins:

  • Vereine bis 100 Mitglieder: 1.500 Euro
  • Vereine von 101 bis 300 Mitglieder: 2.000 Euro
  • Vereine von 301 bis 700 Mitglieder: 2.500 Euro
  • Vereine ab 701 Mitglieder: 3.000 Euro

(Es gilt die Anzahl der Mitglieder zum 11. März 2020.)

Vereine, die die Hilfen beanspruchen möchten, müssen einige Bedingungen erfüllen: Sie müssen als gemeinnützig anerkannt sein, ihren Sitz im Saarland haben und vor dem 11. März 2020 gegründet worden sein, also vor der Coronapandemie. Denn ansonsten besteht die Sorge, dass jemand danach einen Verein gegründet hat, nur um Geld zu kassieren. Der Antrag auf Unterstützungszahlung muss bis zum 31.10.2020 bei der zuständigen Bewilligungsbehörde gestellt werden.

Stiftungen, die anders als Vereine keine Mitglieder haben, bekommen den festgelegten Betrag von 1500 Euro.

2. Liquiditätshilfen

Die zweite Hilfe, die die Landesregierung anbietet sind die Liquiditätshilfen. Die können Vereine beantragen, bei denen wirklich die ganze Existenz auf dem Spiel steht. Zum Beispiel, weil sie ihre laufenden Kosten nicht decken können, zum Beispiel Mieten. Dieser finanzielle Engpass muss zwischen dem 11. März und dem 31. Oktober 2020 entstanden sein oder noch entstehen, also auch während der Coronapandemie. Sie können bis zu 10.000 Euro bekommen. Und sie müssen später vorzeigen, dass die Gelder zu ihrem Zweck verwendet wurden, also dazu, den Verein zu erhalten.

Ein Verein kann nicht beide Arten der Förderung beanspruchen.

In den Richtlinien zum Förderprogramm der Landesregierung heißt es, dass die Handlungsfähigkeit der Vereine im Saarland gesichert werden muss, um eine lebendige Gesellschaft und ein funktionierendes Gemeinwesen aufrecht zu erhalten.

Die Antragsformulare, Ansprechpartner und weitere Informationen findet ihr hier auf der Seite der Landesregierung.

Wie geht es Vereinen in der Krise?

Der Theaterverein

Isa spielt im Verein „Los Mutantes“ Theater. Dort hat Corona vieles verändert. Im Interview erzählt Isa davon. „Wir hatten eine Phase, in der haben wir online geprobt. Das war schräg, denn jeder hat in seinem eigenen Zimmer geprobt. Danach konnten wir auf einer Bühne draußen proben, da lässt sich Abstand halten. Und mittlerweile sind wir wieder in der Uni und proben drinnen, so wie gewohnt. Auf der Bühne dann eben mit Maske.“

Eine Thater-Bühne (Foto: pixabay.com)

Finanziert wird der Verein größtenteils vom Studentenwerk und von der Romanistik. Denn der Verein ist vor 20 Jahren an der Uni entstanden. „Dadurch kommen wir ganz gut über die Runden, auch wenn wir normalerweise noch Geld durch den Eintritt verdienen.“ Deswegen ist es auch wichtig, dass die Schauspieltruppe irgendwann wieder auftreten kann.

„Ich weiß nicht, wie lange die Uni das weiter gerne Geld gibt. Es wäre toll, wieder auftreten zu können, geplant ist das im November.“

Isas Theaterverein kann die Hilfen von der Landesregierung nicht beantragen, denn er ist nicht eingetragen.

Der Turnverein

Tom ist Oberturnwart beim TV Schwalbach, einem Turnverein. Sein Verein hat bereits Soforthilfen von der Landesregierung des Saarlands beantragt und auch bekommen.

"Andere Finanzen entgehen uns natürlich gerade: Turniererlöse, Veranstaltungen, die wir sonst durchführen, die natürlich auch wichtig für das Vereinsleben aber eben auch die Finanzierung sind.“

Insgesamt erzählt Tom aber, dass es finanziell gerade ganz positiv aussieht.

Eine Frau springt über einen Bock (Foto: pixabay.com)

Eine der größten Veränderungen durch die Pandemie waren beim TV Schwalbach, dass besonders am Anfang die Gruppen verkleinert werden mussten. „Für die Trainer wurde es dadurch natürlich aufwendiger. Inzwischen dürfen wir wieder mit mehr Leuten trainieren, die Kontaktbeschränkungen sind ein Stück weit gelockert. Wir können also auch Hilfestellung geben, da ist quasi wieder Normalität drin.“


Über dieses Thema wurde auch in der UNSERDING-Morningshow mit Thurie und Jonas am 23. September 2020 berichtet.