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Donald Trump und Joe Biden im Fernsehstudio für das TV-Duell (Foto: dpa/Julio Cortez)
Trump oder Biden: Auswirkungen aufs Saarland

Donald Trump oder Joe Biden? In den USA wird gewählt – und das ist nicht nur spannend für die US-Amerikaner sondern auch für uns hier im Saarland. Denn für Autohersteller und Zulieferer hier ist der US-Markt ziemlich wichtig.

UNSERDING-Reporterin Karin ist in den USA und beobachtet die Wahlen dort. Am 3. November geben die Amis ihre Stimmen ab, dann entscheidet sich, ob Donald Trump nochmal vier Jahre Präsident sein wird oder ob sein Konkurrent, der Demokrat Joe Biden, diesen Posten übernimmt. Am 20. Januar 2021 wird der neue Präsident dann vereidigt.

Doch wie kann sich das Wahlergebnis auf das Saarland und die Wirtschaft hier auswirken? Karin hat nachgeforscht.

Eine Frah in einem Wahlstand während der Midterms in den USA (Foto: dpa)
In den USA wird gewählt

Falls Trump Präsident bleibt

„Trump wird seine Politik forsetzen“, sagt sie deutlich.

„Das heißt, er wird weiter mit Zöllen drohen und zum Beispiel fordern, dass Autos für den US-Markt auch in den USA gefertigt werden."

Das kann zum Beispiel für das ZF-Werk in Saarbrücken Folgen haben. Denn hier wurden lange die Getriebe für den amerikanischen Markt hergestellt. Karin erklärt aber, dass das Werk schon zu Obamas Amtszeiten (bis 2016) einen neuen Standort in den USA gebaut hatte. Das befindet sich in Gray Court in South Carolina und wurde 2013 eröffnet.

„Eine zweite Amtszeit für Donald Trump würde aber auch bedeuten, dass der Handelskrieg weitergeht“, sagt Karin weiter. Der richtet sich zwar stark gegen China, betrifft so aber indirekt auch die saarländische Stahlindustrie. Denn: Die Chinesen schicken dann ihre Stahlimporte nach Europa, das macht Druck auf die Preise. Und in der saarländischen Stahlindustrie wird weniger Geld verdient. „Zuletzt haben die Millionenverluste gemacht.“

Falls Biden neuer Präsident wird

Karins Einschätzung:

„Von ihm kann auch nicht wirklich eine für uns bessere Handelspolitik erwartet werden.“

Der Slogan von Trump lautet „America First“ – der von Biden „Buy American“. „Auch er will die Industrie in den USA stärken und eine Millionen neue Jobs schaffen. Unternehmen, die Arbeitsplätze ins Ausland verlagern, sollen dafür höhere Steuern zahlen müssen.“

In der Wirtschaft hoffen trotzdem viele auf einen Sieg Bidens. Denn er könnte der zuverlässigere Partner sein. „Dann wäre vielleicht Schluss mit der Tweet-Politik.“ Und der Umgangston in der internationalen Politik könnte sich ändern, „das fänden viele sicher angenehm“, so Karin.

Außerdem will Trump etwas gegen den Klimawandel tun, viele hoffen, dass er ins Pariser Klimaabkommen zurückkehrt, aus dem die USA unter Trump ausgetreten waren. Biden will auch mehr Geld für Konjunkturprogramme ausgeben. Und wenn dadurch die US-Wirtschaft wächst, dann wäre das wiederum ein Vorteil für die Export-orientierte Industrie hier bei uns im Saarland.

„Die USA sind drittgrößter Handelspartner für das Saarland!“

Das Handelsvolumen ist laut Karin von 2006 bis 2016 stark gestiegen, verdreifacht auf über 1,6 Milliarden Euro. Seit 2016 stagnieren die Exporte bei rund 1,5 Milliarden Euro.

Egal wie die Wahl also ausgeht, es wird Auswirkungen auf die Wirtschaft im Saarland haben. Ergebnisse stehen frühestens am Donnerstagmorgen deutscher Zeit fest, wahrscheinlich aber erst später.


Über dieses Thema wurde auch in der UNSERDING-Morningshow mit Thurie und Jonas am 3. November 2020 berichtet.