Luftaufnahme von Wittlich in Rheinland-Pfalz (Foto: Michael Bach)
Hochwasser in Deutschland: Aufräumarbeiten und Spenden

Nach dem schlimmen Unwetter in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen laufen die Aufräumarbeiten weiterhin. Laut Polizei starben mehr als 180 Menschen in Deutschland. Wie ihr helfen könnt und viele weitere Infos rund um das Hochwasser findet ihr hier.

08. September: Aufräumarbeiten gehen voran

Aaron vom saarländischen THW war nach der Hochwasserkatastrophe direkt als Helfer vor Ort im Einsatz. Auch jetzt ist er noch regelmäßig im Ahrtal. Wir haben mit ihm gesprochen, wie es aktuell, zwei Monate nach dem Hochwasser, vor Ort aussieht und wie die Aufräumarbeiten vorangehen.

08. September: Update von den Aufräumarbeiten im Ahrtal
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08. September: Update von den Aufräumarbeiten im Ahrtal

Aaron erzählt, dass die Aufräumarbeiten im Ahrtal voran gehen. Brücken liegen teilweise immer noch zerstört im Fluss, auch die Häuser an der Ahr sind weiterhin noch völlig kaputt. Trinkwasser und Strom gibt es mittlerweile aber wieder in den Orten. Ein großes Problem bleibt die Gasversorgung: "Man schätzt, dass bis zu 10.000 Menschen nicht mehr rechtzeitig bis zum Winter an die Gasversorgung angeschlossen werden können", sagt Aaron. Das bedeutet für die Menschen, dass sie nicht heizen können im Winter.

Aaron erzählt weiter, dass auch immer noch Helfer gebraucht werden. Beispielsweise zum Schlamm schippen. Täglich kommen laut Aaron auch jetzt noch rund 1.000 Freiwillige ins Ahrtal.

So könnt ihr den Menschen vor Ort helfen

Weiterhin brauchen die Menschen in den betroffenen gebieten Hilfe. Wir haben für euch ein paar Möglichkeiten zusammengestellt, wie ihr die Menschen vor Ort erreichen könnt um zu helfen:

Tauschbörsen und Hilfeseiten

Auf verschieden Seiten im Netz könnt ihr selbst Hilfe anbieten oder auch nach Hilfe suchen. Beispielsweise auf der digitalen Pinnwand von SWR3. Hier geht es vor allem darum, die Leute miteinander zu vernetzen. Sowohl Betroffene die Dinge suchen, als auch Menschen die etwas anbieten wollen. Wenn ihr zum Beispiel Baugeräte für die Aufräumarbeiten zur Verfügung stellen oder Möbel abgeben wollt, dann könnt ihr das dort eintragen.

Vier Helfer in Bad Neuenahr am 5. August 2021 nach der Hochwasserkatastrophe (Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt)
August 2021: Helfer in Bad Neuenahr nach der Hochwasserkatastrophe

Ihr wollt selbst vor Ort anpacken? Der Helfer Shuttle bringt euch täglich direkt in die betroffenen Gebiete ins Ahrtal, um vor Ort Hilfe zu leisten. So wird sichergestellt, dass keine Zufahrtswege blockiert sind. Täglich von 9 – 12 Uhr fahren Shuttlebusse in die jeweiligen Orte. Helfer sollten laut Organisatoren bis 10:30 Uhr vor Ort sein. Auch Werkzeuge und Entlüftungsgeräte können mit dem Shuttle transportiert werden. Eine Anmeldung dazu ist nicht nötig. Ab 16.30 Uhr werden die Helfer und Helferinnen dann von den Shuttlebussen in den Orten wieder abgeholt. Auf der Seite helfer-shuttle.de könnt ihr alle Abfahrtzeiten aktuell nochmal nachlesen.

Wenn ihr mit der Bereitstellung von Maschinen und Materialien helfen wollt, dann könnt ihr euch beispielsweise bei der Handwerkskammer Koblenz melden. Die entsprechende Hotline erreicht ihr unter der 0261-398-251 oder per Mail unter hochwasserhilfe@hwk-koblenz.de. Auch Unternehmen können sich melden, wenn sie Hilfe anbieten wollen. Beispielsweise bei der Hotline der IHK Koblenz unter der 0261-106-502.

Helfer versuchen in Altenahr den von der Flut verwüsteten Friedhof wiederherzurichten. (Foto: picture alliance/dpa | Thomas Frey)
Helfer versuchen in Altenahr den von der Flut verwüsteten Friedhof wiederherzurichten.

Spenden

Geldspenden:

Wenn ihr den Menschen helfen wollt, dann könnt ihr das beispielsweise über die Aktion Herzenssache tun und dort spenden. Bisher kamen dort 2,7 Millionen Euro an Spendengeldern zur Hochwasserkatastrophe zusammen (Stand 12.08.21). Damit ihr genau sehen könnt, was mit dem gespendeten Geld passiert, hat die Herzenssache eine Übersicht über die laufenden Projekte im Hochwassergebiet erstellt. Durch die Spenden konnte beispielsweise eine Kita ausgepumpt und eine Anlaufstelle für Familien in Bad Neuenahr-Arhweiler aufgebaut werden.

Außerdem findet ihr beispielsweise beim SWR und auch beim WDR Spendenkonten von verschiedenen Organisationen.

Innenminister Klaus Bouillon hat die Saarländer dazu aufgerufen zu helfen und vor allem Geldspenden zu senden. Das saarländische Innenministerium nennt dazu beispielsweise diese Spendenkonten:

Spendenkonto für Feuerwehrangehörige, Landesfeuerwehrverband RLP gemeinsam mit THW-Stiftung:
IBAN: DE86 5765 0010 0020 0135 95 - Kreissparkasse Mayen

Spendenkonto 'Hochwasser' bei der Kreissparkasse Ahrweiler:
IBAN: DE86 5775 1310 0000 3394 57, BIC: MALADE51AHR

„Aktion Deutschland Hilft e.V.“, ein Bündnis deutscher Hilfsorganisationen bei der Bank für Sozialwirtschaft:
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30, BIC BFSWDE33XXX


Sachspenden:

Da die Hilfbereitschaft für die Opfer der Hochwasserkatastrophe so hoch war, werden an vielen Sammelstellen keine Sachspenden mehr angenommen. Die Lager der Anlaufstellen sind voll.


Selbst vor Ort helfen:

Wenn ihr selbst vor Ort helfen wollt, dann könnt ihr euch bei dem DRK Trier-Saarburg melden:

  • Telefon: (06501) 9292-0 
  • Mail: info@kv-trier-saarburg.drk.de

Die koordinieren dann, wo ihr hingeschickt werdet und was ihr vor Ort machen könnt. Ihr dürft auch am Telefon angeben, wenn ihr in einem bestimmten Gebiet helfen wollt.


29. August: Saarländische Friseure helfen vor Ort

Haare schneiden für den guten Zweck. Genau das machen jetzt mehrere saarländische Friseure am kommenden Sonntag (29.08.) im Ahrtal. Unter anderem auch Sandra aus Losheim.

Interview mit Friseurin Sandra aus Losheim
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Interview mit Friseurin Sandra aus Losheim

Die Friseurinnen wollen sowohl den betroffenen Bewohnern vor Ort, als auch den ganzen Helfern mit ihrer Haarschneide-Aktion eine kleine Auszeit geben. Alle Leute vor Ort bekommen kostenlos ihre Haare geschnitten. Außerdem will das Team auch für die Leute grillen und mit ihnen in Kontakt kommen.

Wir sind einfach präsent. Wir machen das, wozu wir gebraucht werden. Das ist unsere Mission.

sagt Sandra im Interview. Auch die Friseure im Ahrtal sollen unterstützt werden. Sandra und ihr Team bringen Sachspenden für die Friseurgeschäfte vor Ort mit. Beispielsweise mobile Waschbecken, die auch Friseure benutzen können, die zu den Leuten nach Hause fahren.


21. Juli: Update von den Aufräumarbeiten in Ahrweiler

Aaron vom saarländischen THW ist momentan in Ahrweiler im Einsatz. Er erzählt im Interview, dass viele Anwohner immer noch kein Trinkwasser und keinen Strom haben. Notfall-Arztpraxen werden nach und nach eingerichtet.

Weiterhin sucht das THW nach Vermissten und versucht Wege und Zugänge zu den Orten zu schaffen. Auch die Bundeswehr ist vor Ort im Einsatz.

Update vom 21. Juli: Aaron vom THW ist vor Ort in Ahrweiler und erzählt, was sie dort gerade tun und wie schlimm die Verwüstung aussieht.
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Update vom 21. Juli: Aaron vom THW ist vor Ort in Ahrweiler und erzählt, was sie dort gerade tun und wie schlimm die Verwüstung aussieht.

Mit Aaron zusammen sind THW-Kollegen im Einsatz, die teilweise schon seit 40 Jahren bei der THW sind und einige Hochwasser-Einsätze hatten. Auch sie sagen, dass sie noch nie so einen heftigen Einsatz hatten wie gerade. Aaron erklärt außerdem, wie heftig es vor Ort aussieht:

Häuser wurden teilweise inklusive Bodenplatte weggespült. Es gibt hier Ortschaften, die gibt es nicht mehr. Die sind einfach weg. Da gibt es nur noch Schlamm und Geröll

Saarländer vor Ort im Einsatz

76 Helfer der DLRG aus den Kreisen Saarlouis, Saarbrücken und St. Wendel sind in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Zwischen 60-80 Personen haben sie aus Wohnungen, Häusern und von Dächern gerettet. Wir haben mit Einsatzleiter Tobias Wagner über die Arbeit vor Ort geredet:

Interview mit dem DLRG-Einsatzleiter Tobias Wagner (16. Juli 2021)
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Interview mit dem DLRG-Einsatzleiter Tobias Wagner (16. Juli 2021)


THW hilft bei Aufräumarbeiten

Carsten vom THW St. Ingbert ist in Ahrweiler im Einsatz. Er schätzt, dass sie noch einige Wochen vor Ort helfen werden. Vor Ort ist es immer mal wieder stressig, aber die Einsatzkräfte arbeiten gut zusammen, denn die "meisten sind sehr umgänglich und verständnisvoll" so Carsten.

Es sind ja teilweise ganze Ortschaften niedergemacht worden und die Leute stehen einfach vor Nichts. Dass denen dann wenigstens geholfen wird, finde ich einen riesen Schritt.

Die betroffenen Orte sind dankbar, dass aus großen Teilen Deutschlands Unterstützung kommt. Viele freuen sich und winken, wenn sie die Einsatzkräfte sehen. Der größte Erfolg für Carsten ist, dass eine Struktur bei den Aufräumarbeiten geschaffen wurde. Dadurch können sich die Leute gezielt melden, wenn sie helfen möchten oder auch Bescheid geben, wenn sie Hilfe brauchen.


Unwetterkatastrophe in Westdeutschland und den Nachbarländern

Personen waten durch das Hochwasser. Sie stehen bis zur Brust im Wasser. (Foto: picture alliance/dpa/BELGA | Bruno Fahy)
So sah es in den betroffenen Regionen aus
Die Hochwasserkatastrophe hat für Zerstörungen in Westdeutschland und den Nachbarländern gesorgt.


EU bietet Hilfe an

Auch die Europäische Union hat auf die Unwetterkatastrophe reagiert:

Tweet von ursula von der Leyen zu den Unwettern in Deutschland, Frankreich, Belgien und Luxemburg (Foto: Twitter/@vonderleyen)

"Die EU ist bereit zu helfen", twittert EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Über den Europäischen Zivil- und Katastrophenschutz könnten die Länder Hilfsmaßnahmen anfordern.

Weitere Infos zu dem Hochwasser


Update vom 19. Juli 2021