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EIn umgestürzter Baum (Foto: UNSERDING)
Was tun bei Sturmschäden?

Sturmtief „Sabine“ hat in ganz Deutschland mehr oder weniger schwere Schäden angerichtet, auch im Saarland wurden Dachziegel von Häusern geweht oder sind Bäume auf Straßen gestürzt. Was ist, wenn ihr dadurch einen Schaden zum Beispiel an eurem Haus oder Auto habt? Antworten gibt es hier.

Mit der Bahn gestrandet – gibt’s Geld zurück?

Wegen „Sabine“ ging im Fernverkehr erstmal nichts mehr, Menschen mussten in stehenden Zügen am Bahnhof übernachten oder in den Warteräumen an den Bahnhöfen. Geld gibt’s zurück, für alle Tickets im Fernverkehr bis morgen gilt: Ihr könnt kostenlos stornieren und bekommt den Preis zurück.

Das geht zum Beispiel am Reisezentrum am Bahnhof - oder auch online per Formular. Oder: Wenn ihr doch noch fahren wollt, dürft ihr auch einfach bis nächsten Dienstag einen anderen Zug nehmen. Das geht auch, wenn ihr eigentlich ein Ticket mit Zugbindung gebucht hattet.

Entschädigung für Wartezeiten?

Auch für lange Wartezeiten am Bahnhof könnt ihr euch entschädigen lassen - aber dafür muss ganz viel Papierkram ausgefüllt werden. Könnte sich allerdings lohnen: Bei einer Stunde Verspätung bekommt ihr ein Viertel zurück, ab zwei Stunden die Hälfte. Dabei zählt, wann ihr angekommen seid. Wenn der ICE auf dem Weg lange stehen bleiben musste, zählt das also auch. Und falls ihr nicht rechzeitig heim kommt, weil die Bahn so Verspätung hatte und dann der Anschluss verpasst wurde, sorgt die Bahn für eine Unterkunft oder bringt dich mit Bus oder Taxi heim.

Sind Schäden durch herabfallende Ziegel oder Äste gedeckt?

Ja, das übernimmt eure Teilkasko. Voraussetzung dafür ist aber, dass es eine Windgeschwindigkeit von mindestens Stärke Acht (über 63 km/h) gab. Die Versicherung zahlt auch, wenn ein Sturm Gegenstände gegen euer Auto geschleudert hat. Die Windstärke kann durch den Wetterdienst nachgewiesen werden.

Welche Gefahren drohen bei Starkregen?

Sollte es neben dem starken Wind noch zu starkem Regen kommen, gibt es mehr Gefahren als herabfallende Ziegel oder Äste. Geringe Sichtweiten und die Gefahr von Aquaplaning führen schnell zu Unfällen. Wer mit zu geringem Abstand oder Reifen mit wenig oder keinem Profil unterwegs ist, muss bei einem Unfall mit Nachteilen bei der Versicherungsleistung rechnen.

Autos fahren durch eine überflutete Straße (Foto: pixabay.com/stefan_bernsmann)

Wer zahlt bei Überschwemmungen?

Hochwasserschäden an parkenden Autos werden von eurer Teilkaskoversicherung übernommen. Fahrt ihr aber mit eurem Auto in eine überflutete Straße hinein, greift bei Schäden nur eine Vollkaskoversicherung.

Wann ist eine Vollkaskoversicherung nötig?

Wenn ein Autofahrer gegen einen umstürzenden Baum fährt, tritt laut der Verbraucherzentrale die Vollkaskoversicherung ein, wenn er nicht mehr rechtzeitig bremsen kann. Sollte ein (nachweislich) morscher Baum auf ein Auto stürzen, muss hingegen die Haftpflichtversicherung des Baumbesitzers für den Schaden aufkommen.

Ein kaputter Scheinwerfer an einem Auto nach einem Unfall (Foto: pixabay.com/PublicDomainPictures)

Bei Vollkaskoschäden stufen die Versicherer Kunden im nächsten Kalenderjahr schlechter ein. Es sei denn, diese haben einen sogenannten Rabattschutz vereinbart. Also werden in den kommenden Jahren dann höhere Versicherungsbeiträge fällig. Deswegen solltet ihr in solchen Fällen abwägen, ob es günstiger ist, die Kosten des Schadens selbst zu tragen oder später die höheren Beiträge zu zahlen. Falls ihr nur eine Kfz-Haftpflicht für euer Fahrzeug abgeschlossen habt, erstattet die euch solche Schäden nicht.

Verhalten im Schadensfall am Haus

Fällt euch an eurem Haus nach einem Sturm ein Schaden auf, dann solltet ihr diesen schnell bei eurer Versicherung melden. In der Regel geht das erstmal telefonisch. Später solltet ihr aber unbedingt eine schriftliche Meldung nachreichen. Sehr hilfreich kann es sein, Fotos oder Videos von den Schäden zu machen. Außerdem solltet ihr genau aufzählen, was für Gegenstände beschädigt wurden. Und auch Zeugen können hilfreich sein, vielleicht hat ja euer Nachbar auch etwas mitbekommen.

Ein weiterer Tipp: Beschädigte Gegenstände sollten nie einfach so entsorgt werden! Dafür solltet ihr auf eine schriftliche Zustimmung des Versicherers warten.

Wann kann es zu Problemen bei der Schadenregulierung kommen?

Die Versicherung darf dem Versicherten keine grobe Fahrlässigkeit vorwerfen können. Wer sein Auto zum Beispiel in einer hochwassergefährdeten Gegend abstellt, obwohl vor Hochwasser gewarnt ist, könnte am Ende leer ausgehen. Die Versicherung kann dann die Regulierung des Schadens ganz oder teilweise ablehnen. Problematisch wird es auch, wenn ein Auto in eine überflutete Straße gelenkt wird und der Motor Wasser ansaugt (Wasserschlag). Entscheidend ist dann die Frage, ob die Gefahr nicht zu erkennen war.


Über dieses Thema wurde auch in der UNSERDING-Show mit Aaron am 10. Februar 2020 berichtet.