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Eine Spinne in ihrem Netz (Foto: pixabay.com)
Spinnenangst weg in 3 Stunden?

Kleine Spinnen, große Spinnen, haarige Spinnen… findet ihr eklig? Oder habt sogar Angst davor? An der Uni des Saarlandes gibt es ein Projekt, dass die erforschen und auch therapieren soll. Nach nur drei Stunden soll die Angst weg sein. Infos lest ihr hier!

Jonas hat an der Uni des Saarlandes ein Projekt laufen, bei dem er Tests zur Angst vor Spinnen durchführt. Auch eine Therapie ist Teil seiner Studie.

Konkret geht es in seiner Studie darum herauszufinden, welche Menschen gute Chancen darauf haben, dass die Therapie bei ihnen anschlägt und bei wem eher nicht. Dafür wird im MRT geschaut, welche Arela im Gehirn bei der Angst vor Spinnen besonders aktiv sind.

Eine Spinne in ihrem Netz (Foto: pixabay.com)

Wie läuft‘s ab?

Vorstellen könnt ihr euch den Ablauf von Jonas Test so: Wenn ihr mitmachen würdet, würdet ihr euch ins MRT, also in die „Röhre“ legen. Dann würden euch Bilder von Spinnen gezeigt werden, die ihr auf einer Leinwand seht. Dann schauen Jonas und sein Team, welche Teile eures Gehirns aufleuchten. So können sie erkennen, welche davon aktiver und welche weniger aktiv sind. Zum Beispiel könnte dabei herauskommen, dass ihr in einem Moment, in dem ihr Angst vor Spinnen habt, gleichzeitig keinen Hunger mehr spürt.

Besondere Aufmerksamkeit wird dabei den Angstnetzwerken im Gehirn geschenkt.

Teilnehmen sollen übrigens nur Leute, die sowieso Angst vor Spinnen haben.

Ziel der Studie

Jonas möchte mit der Studie rauskriegen, warum manche Leute besser und andere schlechter abschneiden, wenn es darum geht, die Angst vor Spinnen zu bekämpfen.  So will er dann vorhersagen können, ob die Therapie bei einer Person generell anschlagen kann. Er erwartet nicht, am Ende sagen zu können: Bei einer Person wird es definitiv klappen wird und bei einer anderen gar nicht. Aber er möchte Tendenzen herstellen können: "Wer kann eher profitieren als jemand anders?"

Therapie gehört zur Studie

Das heißt, dass alle Probanden nach dem Test im MRT auch therapiert werden. Und einige Wochen später kommen sie nochmal zurück zu Jonas um zu sehen, ob der Erfolg langfristig war. Dabei geht‘s dann wieder ins MRT: Ob die Areale im Gehirn noch genauso aufleuchten wie vorher? Jonas führt auch die Therapie durch. Der Termin dafür dauert etwa drei Stunden. Laut Jonas ist das ein realistischer Zeitraum um die Angst vor Spinnen zu kurieren.

Zwei Menschen unterhalten sich (Foto: unsplash.com)
Drei Stunden Therapie um die Angst vor Spinnen zu heilen

Und so läuft die Therapie: Das Ganze passiert in einer kontrollierten Umgebung, die Spinne ist in einem Terrarium. Man nähert sich ihr langsam an. Dabei beginnt man mit einer kleinen Spinne, „vielleicht so groß wie ein 1- oder 2-Cent-Stück“, erklärt Jonas. Und dann werden die Spinnen schrittweise größer. Am Ende soll man die Spinnen auch anfassen.

„Es gelingt den meisten, die große Spinne am Schluss auf der Hand zu haben!"

Bis Ende des Jahres läuft die Studie, Teilnehmer werden noch gesucht. Dafür gibt’s einige Voraussetzungen:

  • keine metallischen Gegenstände im Körper
  • keine Tattoos, Piercings oder permanentes Make-Up
  • keine bestehende Schwangerschaft
  • keine neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen
  • keine Medikamentenpumpen, Kupferketten/spiralen, Implantate...
  • Spinnenängstlich
  • 18-35 Jahre alt

Funfact: Implantate aus Metall, Tattoos mit metallhaltiger Farbe und Piercings „mag der MRT nicht so gerne“. Teilnehmer bekommen außerdem 100 Euro. Und Jonas sagt: „Bisher waren eigentlich alle zufrieden mit den Ergebnissen.“ Auch er selbst musste sich erstmal therapieren, bevor er die Studie angefangen hat. Er sagt:

"Ich habe Spinnen vorher auch nicht angefasst."

Warum Angst vor Spinnen?

Eine Spinne in ihrem Netz (Foto: pixabay.com)

Aber warum machen vielen von uns Spinnen eigentlich solche Angst? Die Angst vor Tieren, egal ob Spinne, Hund oder Katze, ist an sich nichts Schlechtes. Denn der Instinkt schützt uns vor Gefahren. Und negative Erlebnisse können die Angst verstärken, genauso wie das „Lernen“ von Angst. Wenn zum Beispiel eure Mutter panische Angst vor Spinnen hat und sich immer entsprechend ängstlich verhalten hat, kann sich das auf euch übertragen haben.

Bei manchen Menschen kann die Angst aber so weit gehen, dass sie die Lebensqualität einschränkt. Dann sollte etwas dagegen getan werden, zum Beispiel eine Therapie.

Am häufigsten sind übrigens Ängste vor Tieren, die der Silhouette von Menschen am wenigsten ähneln. Denn wir haben Angst vor dem Unbekannten.


Über dieses Thema wurde auch in der UNSERDING-Morningshow mit Thurie und Jonas am 14. September 2020 berichtet.