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Eine Frau hält ein Schild mit der Aufschrift "Change" bei Protesten wegen des Todes von George Floyd (Foto: picture alliance/Richard Vogel/AP/dpa)
Rassismus in den USA: Serien und Filme zum Thema

Gerade ist das Thema wieder hochaktuell: Rassismus in den USA. Nachdem George Floyd, ein Schwarzer, durch einen brutalen Polizeieinsatz gestorben ist, gibt es Proteste und Ausschreitungen in vielen Städten. Bei Netflix und Co. gibt’s diverse Serien und Filme, die sich mit dem Thema Rassismus auseinandersetzen.

Der 13.

Zum Beispiel „Der 13.“. Eine Netflix-Doku, die sich mit dem 13. Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung beschäftigt. Mit dem wurde vor 155 Jahren die Sklaverei und Zwangsarbeit in den gesamten USA abgeschafft. Aber: Eine Ausnahme wird für Straftäter gemacht – für sie greift diese Abschaffung nicht. Im Wortlaut heißt es da in Abschnitt 1 etwa:

Weder Sklaverei noch Zwangsdienstbarkeit darf, außer als Strafe für ein Verbrechen, dessen die betreffende Person in einem ordentlichen Verfahren für schuldig befunden worden ist, in den Vereinigten Staaten oder in irgendeinem Gebiet unter ihrer Gesetzeshoheit bestehen.“

Die Netflix-Doku „Der 13.“ beschäftigt sich damit, dass Afroamerikaner in den USA oft kriminalisiert werden und es einen starken Anstieg der US-Gefängnisbevölkerung gab. Aktivisten und Politiker werden zu dem Thema vor die Kamera geholt.

When They See Us

Mehr Story und weniger Doku-Style, aber eine wahre Geschichte bietet „When They See Us“. Eine Miniserie in der es um die „Central Park Five“ geht. Fünf schwarze Teenager aus Harlem, denen vorgeworfen wird, eine Frau im Central Park vergewaltigt zu haben. Sie erfahren Ungerechtigkeit durch die Polizei und kommen alle ins Gefängnis. Aber (Achtung Spoiler): Sie sind unschuldig – was erst rauskommt, nachdem sie ihre Strafe schon abgesessen haben und der wahre Täter sich stellt. Letztlich waren sie zur falschen Zeit am falschen Ort und es mussten Schuldige her. Wirklich so passiert, 1989.

Die Geschichte des Colin Kaepernick

Und, ganz aktuell, gibt es noch eine Doku bei Arte: „Ein amerikanischer Held – Die Geschichte des Colin Kaepernick“. Das ist der Football-Spieler, Quarterback, der sich 2016 während der Nationalhymne hinkniete, statt aufzustehen. Er wollte damit ein Zeichen setzen gegen Polizeigewalt. Das hat riesige Wellen geschlagen. Denn teilweise wurde diese Geste als respektlos gegenüber den USA aufgenommen. Kapernick spielte zu dieser Zeit bei den San Francisco 49ers. Im Laufe einiger Wochen folgten andere Spieler seinem Beispiel und knieten oder saßen ebenfalls während der Hymne. Auch jetzt, während der aktuellen Proteste, sieht man viele Menschen knien, auch Polizisten.

Quarterback Colin Kaepernick (Mitte) kniet während der Nationalhymne vor einem Footballspiel (Foto: dpa)
Quarterback Colin Kaepernick (Mitte) kniet während der Nationalhymne vor einem Footballspiel

Wer die Nachtigall stört

Zum Schluss noch ein Klassiker, sowohl als Film als auch als Buch. „Wer die Nachtigall stört“ erschien 1960 als Roman und wurde 1962 verfilmt. Die Geschichte spielt im US-Bundesstaat Alabama, zwischen 1933 und 1935. Es geht um Kindheit und Aufwachsen – und um den Rassismus in den amerikanischen Südstaaten. Auch hier wird ein Schwarzer beschuldigt, eine (weiße) Frau vergewaltigt zu haben. Ein Anwalt wird sein Verteidiger, auch ihn bringt das in eine schwierige Lage. Er bringt Beweise für die Unschuld des Angeklagten vor, trotzdem (Achtung Spoiler) wird dieser verurteilt, denn das ist quasi ungeschriebenes Gesetz. In den USA gilt das Buch als eine Standard-Schullektüre.

Das sind nur ein paar Beispiele dafür, wie das Thema Rassismus in Serien und Filmen aufgegriffen wird. Und obwohl viele der Geschichten und Fälle schon lange zurückliegen, ist das Thema immer noch aktuell.


Über dieses Thema wurde auch in der UNSERDING-Show mit Krissy am 2. Juni 2020 berichtet.