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Tabletten (Foto: pixabay.com)
Schmerzmittel: Wann werden sie gefährlich?

Kater, Kopfschmerzen oder ein verstauchter Knöchel: Schmerzmittel haben wir sicher alle schon mal eingenommen. Oft hilft es, man fühlt sich besser, zumindest kurzfristig. Wenn man immer mehr Medikamente einwirft, kann das aber auch gefährlich sein: Nebenwirkungen und Abhängigkeit sind möglich. UNSERDING hat sich einige Fragen zum Thema von einem Arzt beantworten lassen.

Swen aus Saarbrücken ist frisch gebackener Arzt, er hat gerade sein Medizinstudium fertig und fängt bald an, in Homburg zu arbeiten. Über Schmerzmittel weiß er Bescheid und beantwortet einige Fragen darüber.

Swen (Foto: Swen (privat))

Was sind mögliche Nebenwirkungen von verschiedenen Schmerzmitteln?

Ibuprofen und Aspirin zum Beispiel gehören zur selben Gruppe von Medikamenten und haben deshalb auch ähnliche Nebenwirkungen. Sie können beispielsweise Magengeschwüre verursachen. Bei Menschen, die sowieso schon zu Sodbrennen neigen, kann es das arg verschlimmern. Wenn man das über einen langen Zeitraum nimmt, kann es so weit gehen, dass es zu Blutungen kommt. Außerdem beeinflussen sie die Funktion der Niere. Paracetamol hat weniger Nebenwirkungen in Bezug auf Magen und Niere, hat dafür aber in sehr hohen Dosen eine toxische Wirkung für die Leber.

Ab wann greifen solche Mittel zum Beispiel die Niere an?

Das einmalige Einnehmen von etwas mehr Schmerzmitteln – wenn der Bedarf es wirklich verlangt – ist nicht so dramatisch. Aber monatelang jeden Tag zwei oder drei Tabletten nehmen, ohne dass da mal ein Arzt drüber geschaut hat, kann wirklich Schäden an der Niere verursachen. Und das ist auch gar nicht so selten. Ich kenne den ein oder anderen, der da auch im Krankenhaus gelandet ist. Weil ihm dann der Blutdruck entgleist ist und sich überall Flüssigkeit gelagert hat, weil die Niere einfach ausgestiegen ist.

Was ist der Unterschied zwischen Ibuprofen 400, 600 und 800?

Die Zahl gibt an, zu welchem Prozentanteil der Wirkstoff in dem Medikament enthalten ist. Allerdings muss man da auch beachten, dass die 800er immer so genannte Retard-Präparate sind. Das heißt, dass sie den Wirkstoff nicht auf einmal in die Blutbahn geben, sondern über ein paar Stunden verteilt. So 200 pro 2 Stunden kann man da rechnen.

Was ist die empfohlene Höchstdosis, ab welcher Menge sollte man aufhören?

Es wird immer empfohlen dass man,wenn man mehr braucht, seinen Hausarzt konsultieren soll. Aber die Tageshöchstdosis sollte so bis 1200 Milligramm nicht unbedingt überschreiten, wenn man nicht vorher mit jemandem mit Ahnung vom Thema gesprochen hat. Man kann das schon mal machen, wenn die Schmerzen sehr schlimm sind, aber das sollte nicht zu oft sein.

Ist es okay, Ibuprofen oder vergleichbares gegen den Kater am Morgen nach der Party zu nehmen?

Besser nicht. Es ist immer ein Gefahrenfaktor dabei, wenn man sowas macht. Weil Alkohol sowieso schon die Leber belastet. Generell soll man, wenn man Medikamente nimmt, zum Beispiel ein Antibiotikum verschrieben bekommen hat, versuchen, den Alkoholkonsum minimal zu halten.

Ab wann ist man abhängig?

Wenn man das mit einer Alkoholabhängigkeit vergleichen würde, dann wäre die regelmäßige Einnahme an mehr als drei Tagen pro Woche bedenklich. Wenn da noch Anzeichen von Entzugserscheinungen dazu kommen, wenn man nichts nimmt. Sprich: Man wird nervös, schwitzt, wird aggressiv. Das typische, wenn Leute auch mit dem Rauchen aufhören oder so. Wenn man diese Symptome dann auch hätte, würde es schon in Richtung Abhängigkeit gehen.


Über dieses Thema wurde auch in der UNSERDING-Morninghsow mit Thurie und Jonas am 17. Juni 2020 berichtet.