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Eine junge Frau in einer Großstadt (Foto: pixabay.com/Free-Photos)
Reisen trotz Corona?

Die Bundesregierung hat wegen des Coronavirus eine weltweite Reisewarnung ausgeprochen. Es soll außerdem eine Rückholaktion für Deutsche geben, die im Ausland festsitzen.

UPDATE (26.03.): Die Bundesregierung hat am Donnerstag (26.03.) vorgeschlagen, dass Kunden bei der Stornierung von Flügen Gutscheine statt Geld zurück bekommen sollen. Damit könnten Fluggesellschaften und Reiseveranstalter in der Corona-Krise finanziell entlastet werden. So könnten auch Engpässe vermieden werden. Die Reisewarnung der Bundesregierung wegen der Corona-Krise gilt vorerst bis Ende April und damit über die Osterferien hinaus.

Am Dienstagvormittag sprach die Bunderegierung eine weltweite Reisewarnung aus. Außenminister Heiko Maas sagte, dass von touristischen Reisen abgesehen werden sollte. Bisher gab es nur für die chinesische Region, in der das Virus seinen Ursprung hat, eine Warnung. Ansonsten hatte das Auswärtige Amt von nicht notwendigen Reisen ins Ausland abgeraten. Diese weltweite Warnung ist eine extreme Maßnahme. Normalerweise wird sie nur für Kriegsgebiete und ganz besonders gefährliche Regionen ausgesprochen.

Außerdem will die Bundesregierung Touristen, die im Ausland gestrandet sind, nach Deutschland zurückholen. Zuerst soll das für Reisende in besonders betroffenen Gebieten gelten, wie Marokko, Ägypten, die Malediven und Philippinen und die Dominikanische Republik.

Wann könnt ihr stornieren?

Bisher galt, dass der Preis einer Reise vom Veranstalter erstattet werden muss, wenn die Bunderegierung vor Reisen in dieses Gebiet warnt. Laut Verbraucherzentrale ist es wegen der weltweiten Warnung auch möglich, kurz bevorstehende Pauschalreisen ins Ausland kostenlos zu stornieren. Da viele Grenzen dicht gemacht und man ohne guten Grung zum Beispiel nicht mehr nach Frankreich, Luxemburg oder in Schweiz ein- oder ausreisen dürfen, gibt es auch Chancen, Geld zurückzubekommen.

Nicht unbedint stornieren könnt ihr Reisen, die erst in einigen Wochen oder Monaten stattfinden. Das muss einzeln beurteilt werden.

Laut Verbraucherzentrale heißt das aber auch: Wenn ihr zum Beispiel jetzt eine Sommerreise aus Vorsicht storniert und dafür Stornogebühren zahlt, bekommt ihr die nur zurück, wenn zum Zeitpunkt der Reise immer noch eine Reisewarnung gilt. Oder wenn es andere Anhaltspunkte für einen "unabwendbaren, außergewöhnlichen Umstand" gibt.

Wenn ihr nach deutschem Recht gebucht habt, könnt ihr auch individuell gebuchte Hotels und sonstige Leistungen stornieren und bekommt das Geld zurück, wenn ihr das Ziel nicht mehr erreichen könnt. Zum Beispiel wegen der aktuell geschlossenen Grenzen. Wenn ihr direkt bei einem Anbieter im Ausland gebucht habt, kann das anders aussehen. Dann geht es um die Rechtslage dort.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt noch, dass ihr frühzeitig mit eurem Reiseveranstalter Kontakt aufnehmt und Fragen klärt!

Für Indiviualreisende gilt, dass der Preis von Flügen zurückerstattet werden muss, wenn die Fluggesellschaft den Flug absagt. Außerdem kann ein Antrag gestellt werden, dass ihr zusätzliche Entschädigungszahlen bekommen möchtet. Es ist aber schwer zu beurteilen, ob das klappt, und variiert wohl von Fall zu Fall.

Die Deutsche Bahn reagiert ebenfalls auf die Ausbreitung des Coronavirus und schränkt ihren Regionalverkehr ein. Die Zahl der Züge wird gesenkt, auch weil jetzt schon deutlich weniger Reisende Zug fahren, wie das Unternehmen mitteilte. Außerdem gibt es keine Fahrkartenkontrollen mehr, damit weniger Menschen miteinander in Kontakt kommen. Außerdem hat die Bahn angekündigt, dass es mehr Möglichkeiten für Kunden gibt, Reisen zu verschieben oder zu stornieren. Auch FlixBus hat seinen Busverkehr eingestellt.


Über dieses Thema wurde auch in der UNSERDING Morning-Show mit Thurie und Jonas berichtet.