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Foto: pixabay.com
Ramadan zu Zeiten von Corona

Die Coronakrise verändert überall das alltägliche Leben und sorgt für Ausnahmezustände. Der Ramadan ist an sich schon eine Art Ausnahmezustand und fällt jetzt genau in die Zeit der Corona-Beschränkungen. Zwei Muslime erzählen, wie die Krise den Fastenmonat verändert, der am Donnerstag, dem 23. April, beginnt.

„Es ist sicherlich für jeden Muslim hart, im Ramadan nicht die Familie und Freunde sehen zu können. Normalerweise ist die Zeit mit der Familie ein wichtiger Teil davon!“

Das sagt Duygu aus Heusweiler. Sie erklärt, dass die während des Fastenmonats Ramadan zwischen Sonnenauf- und -untergang fastet, die genauen Zeiten ändern sich jeden Tag. Eigentlich erlebt sie den Ramadan immer so:

„Man muss den Hunger und den Durst spüren. Um Dankbarkeit zu Gott zu zeigen beten wir und lesen aus dem Koran. Abends wird dann zusammen gegessen, aber gar nicht so viel. Es wird alles sehr ruhig gemacht, in entspannter Runde gegessen. Normalerweise mit der ganzen Familie, dann reden alle miteinander, Tante, Onkel, Oma, Opa und so weiter.“
Eine Gruppe Männer beim Zuckerfest (Foto: pixabay.com)
Besonders beim Zuckerfest geht es auch darum, zusammen zu sein

Große Familientreffen sind dieses Jahr aber eben nicht drin. Für Duygu ein Grund, besonders stolz zu sein: „Dass wir dieses Jahr trotzdem mitmachen und durchhalten, das ist etwas Besonderes.“

Auch die Moscheen sind geschlossen, große Gottesdienste oder Gebete dürfen nicht stattfinden. Duygu sagt, dass sich daran auch alle halten sollen. Denn auch wenn das Beten wichtig ist, möchte man ja nicht sich selbst oder jemand anderen anstecken. „Weil Gott uns aber sehr wichtig ist, beten wir eben zuhause.“

Auch Hamza sieht es als den großen Nachteil der Coronakrise während dem Ramadan, dass die Familie nicht zusammenkommen kann. Denn auch für ihn ist sonst ein zentraler Punkt, dass die Familie sich trifft und am Abend gemeinsam das Fasten bricht. „Danach unternehmen wir auch häufig noch was zusammen, das geht dieses Jahr auch nicht.“ Er kann der Situation aber auch etwas Positives abgewinnen:

„Fasten heißt für mich nicht nur, auf Essen und Trinken zu verzichten, sondern auf alle Ablenkungen. Wir sollen uns auf unsere Verbindung zu Gott konzentrieren, viel Beten und nach Vergebung fragen. Und wenn man das intensiv nutzen will, dann kann man wirklich zuhause bleiben, beten und sich auf die ruhigen Dinge konzentrieren.“
Der Koran (Foto: pixabay.com)
Das Lesen im Koran ist während des Ramdan auch wichtig

Da die Einschränkungen wegen der Coronakrise einen quasi dazu zwingen, genau das zu tun, glaubt Hamza dass das dieses Jahr leichter sein wird.

Dass er nicht in die Moschee kann, findet er zwar schade. Aber:

„Gesundheit geht vor. Religion soll ja niemandem schaden. Wir müssen eben schauen, was wir aus der Lage machen.“

Über dieses Thema wurde auch in der UNSERDING-Morningshow mit Thurie und Jonas am 23. April 2020 berichtet.