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Ein Junge versteckt sich unter Sofakissen (Foto: pixabay.com)
Angst vor Enten, Erdnussbutter und Hunden

Angst vor Schlangen, Spinnen oder Wespen – kennt man. Wenn diese Angst richtig extrem ist, spricht man von einer Phobie. Und davon gibt es auch eher ungewöhnliche, beispielsweise die Angst davor, von Enten beobachtet zu werden… Außerdem hört ihr hier ein Interview mit Laura, die eine Phobie vor Hunden hatte - und jetzt selbst zwei hat!

Was genau sind Phobien?

Im Grunde genommen sind Phobien Ängste. Aber während Angst uns beim Überleben hilft, weil sie eine natürlich Reaktion auf Gefahren ist, kann eine Phobie die Betroffenen richtig belasten. Denn Phobien sind krankhaft übersteigerte Ängste. Oft vor Dingen oder Situationen, die an sich gar keine Bedrohung darstellen. Deswegen vermeiden Betroffene es oft, mit den Objekten ihrer Angst in Kontakt zu kommen. Das kann ihren Alltag extrem einschränken, zum Beispiel wenn sie an Amaxophobie leiden, der Angst vor dem Autofahren.

Verschiedene Arten von Phobien

Experten unterscheiden drei Arten der Phobien:

  • Soziale Phobie: Betroffene haben Angst, von anderen Menschen abgelehnt zu werden oder sich zu blamieren. Sie meiden oft soziale Kontakte.
  • Agoraphobie: Betroffene haben Angst vor Situationen, aus denen sie nicht schnell fliehen können. Sie meiden Menschenmengen oder öffentliche Orte.
  • Spezifische Phobie: Betroffene haben Angst vor ganz bestimmten Objekten oder Situationen. Hierunter fallen zum Beispiel die Phobien vor Ängsten.

Die spezifische Phobie ist auch die häufigste unter den Angststörungen.


Beispiele für Phobien

Hier findet ihr einige Beispiele für Phobien, von denen ihr vielleicht noch nicht gehört habt…

Soceraphobie: Die Angst vor den Schwiegereltern. Es wird der Besuch bei oder von den Schwiegereltern gefürchtet. Oft machen auch alleine schon die Gedanken an die Schwiegereltern Angst. Betroffene meiden soweit wie möglich jeglichen Kontakt zu den Schwiegereltern, sei es durch Besuche, Telefonate oder Fotos.

Arachibutyrophobie: Wenn man Angst hat, dass die Erdnussbutter am Gaumen festklebt. Die Angst bezieht sich dabei auch auf die Folgen des Essens von Erdnussbutter: Beispielsweise Würgen, Brechen, Verschlucken, Ersticken...

Erdnussbutter (Foto: pixabay.com)

Amaxophobie: Das ist die Angst vor dem Autofahren oder die Angst davor, in einem Fahrzeug zu sein. Darunter kann man sowohl als Fahrer als auch als Beifahrer leiden. Beim Autofahren oder nur dem Gedanken daran, stellen sich Betroffene Unfälle und Katastrophen vor. Das kann so weit gehen, dass sie das Autofahren ganz sein lassen.

Blennophobie: Die Angst vor Schleim jeglicher Art. Gemieden wird also alles Schleimige: von Schneckenschleim bis Haferschleim. Wird zwar selten diagnostiziert, kommt aber dennoch vor.

Arbeitsplatzphobie: Der Name ist eigentlich selbsterklärend: Betroffene dieser Phobie haben eine übersteigerte Angst vor ihrem Arbeitsplatz. Also vor dem Ort, an dem sie arbeiten mit seinen Personen, Objekten und Ereignissen. Es kann schon beim Gedanken daran Panik aufkommen.

Notebook (Foto: fotolia)
Notebook

Bibliophobie: Die Angst vor Büchern. Auch vor Orten und Dingen, die an ein Buch erinnern. Gemieden werden also oft Buchläden und Bibliotheken. Die Bibliophobie kann daher stammen, dass Betroffene Leseschwierigkeiten haben oder Analphabeten sind. Funfact: In einem Buch („Bibliophobia: Hatred of the Book in the Middle Ages“ von Tom Shippey) heißt es, dass die die Angst schon im Mittelalter bekannt war. Denn damals konnte der Großteil der Menschen nicht lesen und die ‚Oberklasse‘ aus Adel und Kirche hatte die Macht über die geschriebenen Texte.

Ein aufgeschlagenes Buch (Foto: pixabay.com/Pexels)

Triskaidekaphobie: Angst vor der Zahl 13. Wenn sie stark ausgeprägt ist, meiden Betroffene alles, was mit der Zahl zu tun hat. Funfact: Circa jeder zehnte Mensch in Großbritannien leidet laut einem Bericht von Deutschlandfunk Nova unter der Angst. Deswegen verkaufen sich Häuser mit der Hausnummer 13 dort schlechter als anderer Häuser. Im Schnitt war ein Haus mit der Nummer 13 zwischen 2016 und 2019 rund 26.000 Euro billiger.

Automatonophobie: Die Angst vor Bauchrednerpuppen, Puppen, Robotern oder Wachsfiguren oder auch vor anderen Gegenständen die vorgeben, Wesen mit Gefühlen zu sein. Dabei besteht oft die spezifische Angst, dass die Objekte Gefühle haben auch wenn die Betroffenen eigentlich wissen, dass das nicht so ist.

Barbiepuppe (Foto: pixabay.com)

Anatidaephobia: So heißt im Fachjargon die Angst davor, dass man von Enten beobachtet wird. Das hängt nicht mal unbedingt mit der Sorge zusammen, dass die Ente auch angreifen könnte, es geht wirklich um das Gefühl, beobachtet zu werden. Klingt irgendwie verrückt, ist auch eher selten. Und sie zählt nicht zu den anerkannten Phobien! Bei Betroffenen kann die Angst daher stammen, dass sie einmal etwas Traumatisches im Zusammenhang mit einer Ente erlebt haben – beispielsweise, dass sie gebissen wurden. Bekanntheit in der Öffentlichkeit erlangte diese Phobie übrigens durch einen Comic („The Far Side“ – Gary Larson).

Chaetophobie: Bezeichnet die übersteigerte Angst vor Haar und Haaren, sehr behaarten Menschen und auch vor Orten, an denen es viele Haare gibt, zum Beispiel dem Friseursalon.

EIne Frau mit langen Haaren (Foto: pixabay.com)

Lutraphobie: Die Angst vor Ottern. Bei dieser Angststörung meidet der Lutraphobiker die Nähe zu Ottern. Es gibt Phobien vor vielen Tieren, daher ist das gar nicht so ungewöhnlich. Häufiger als die Angst vor Ottern sind beispielsweise die vor Hunden oder Spinnen.

Das ist nur eine kleine Auswahl von Phobien, es gibt noch viel mehr. Manche klingen ungewöhnlich, von anderen hat man schon gehört. So lustig sich manche von ihnen auch anhören, für die Betroffenen ist es oft eine echte Belastung.


Phobie: Belastung im Alltag

Eine echte Belastung wurde ihre Angst auch für Laura aus Elm. Sie hatte eine Phobie vor Hunden, in der Fachsprache "Kynophobie" genannt. Sie hat ihre Angst überwunden - und hat jetzt selbst zwei Hunde! Im UNSERDING-Interview mit Thurie und Jonas hat sie erzählt, wie sich die Angst entwickelt hat und wie sie es geschafft hat, jetzt selber Hunde zu halten.

Angst vor Hunden
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Angst vor Hunden
Laura aus Elm hatte eine Phobie vor Hunden. Sie hat sie überwunden - und hat nun selbst zwei Hunde!


UNSERDING-Moderatorin Stephanie: Angst überwinden

Auch UNSERDING-Moderatorin Stephanie hat Angst vor Hunden - deswegen war Hundetrainerin Alexandra im UNSERDING-Studio und hat ihre Hündin Elli mitgebracht. Stephanie war erst skeptisch und hat viel nachgefragt... aber am Ende hat sie Elli sogar gestreichelt.

Reportage: Stephanie streichelt Hund
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Reportage: Stephanie streichelt Hund
Auch UNSERDING-Moderatorin Stephanie hat Angst vor Hunden. Deswegen war Hundetrainerin Alexandra aus Schwarzenholz zusammen mit ihrer Hündin Elli im UNSERDING-Studio - und Stephanie hat Elli tatsächlich gestreichelt. Wie das lief, hört ihr hier.


Über dieses Thema wurde auch in der UNSERDING-Show mit Moritz am 14. September 2020 berichtet.