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Kleine Küken (Foto: dpa / Bernd Wüstnet)
Kükenschreddern: ab 2021 verboten?

Ab Ende 2021 soll das Töten von männlichen Küken verboten werden. Aktuell werden jedes Jahr etwa 45 Millionen Küken getötet. Warum und wie das Verbot genau aussieht, lest ihr hier.

Heute, am 10. September, wurde ein Gesetzesentwurf vorgestellt, der das Schreddern von männlichen Küken ab Ende des Jahres 2021 verbieten soll. Aktuell sterben circa 45 Millionen männliche Küken pro Jahr, indem sie entweder geschreddert oder vergast werden. Denn für die Industrie bringen sie zu wenig: Sie legen keine Eier und setzen weniger Fleisch an als weibliche Küken. Deswegen verkaufen sie sich schlechter.

„Im Gesetzesentwurf steht jetzt drin, dass ab Ende 2021 das Töten durch Vergasen oder Schreddern verboten ist“, erklärt UNSERDING-Reporter Christopher in Berlin.

Ein Küken (Foto: pixabay.de)

Auch, weil die Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner sagt, dass es mittlerweile Alternativen gibt. Die sehen dann so aus, dass schon im Ei bestimmt werden kann, ob ein männliches oder weibliches Küken darin ist. Dann kann man schon an diesem Punkt die Eier aussortieren, aus denen ein männliches Küken schlüpfen würde. Ab 2024 soll das dann nur noch bis zum 7. Tag möglich sein, denn ab diesem Tag seien die Küken in der Lage, Schmerz zu empfinden. Zwei Verfahren gibt es, um das Geschlecht schon im Ei zu bestimmen. Entweder wird durch ein kleines Loch Flüssigkeit aus dem einige Tage lang bebrüteten Ei entnommen. Oder ein spezieller Lichtstrahl wird ins Ei hinein gestrahlt, das reflektierte Licht lässt sich analysieren und so kann das Geschlecht bestimmt werden.

Es gäbe auch noch ganz andere Lösungen. Das Prinzip der Bruderküken zum Beispiel. Das heißt, dass die männlichen Küken ebenfalls ausgebrütet und aufgezogen werden. Denn auch sie setzen ja Fleisch an, nur eben nicht so viel. Eine Idee wäre, das Fleisch aber auch zu verkaufen und den Preis auch auf den der weiblichen Küken umzulegen. Laut Christopher ist es aber eher unwahrscheinlich, dass sich das durchsetzt:

„Insgesamt würde es das teurer machen. Der Markt verlangt aber günstiges Fleisch und wenn man das will, muss man eben auch mit eher unappetitlichen Methoden leben können.“

Kritik am Entwurf

Es gibt auch Kritik am Gesetzesentwurf. So kritisiert beispielsweise die FDP, dass es keine Regelung für ganz Europa gebe. Denn in anderen Ländern (zum Beispiel in den Niederlanden) dürfen Küken weiterhin am ersten Tag ihres Lebens getötet werden. Die Eier können auch nach wie vor nach Deutschland verkauft werden.

Grüne und SPD üben Kritik daran, dass der Gesetzesentwurf erst jetzt kommt. Denn geplant sei gewesen, das Kükenschredderrn schon bis 2019 zu verbieten. Deswegen sei es auch zu spät, die Nutzung der neuen Technologien erst 2021 verpflichtend einzuführen. Lieber solle das ab sofort passieren.


Über dieses Thema wurde auch in der UNSERDING-Show mit Moritz am 9. September 2020 berichtet.