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Ein kaputter Scheinwerfer an einem Auto nach einem Unfall (Foto: pixabay.com/PublicDomainPictures)
"Man hat nur dieses eine Leben."

Michael Weber hat in seinem Job täglich mit Menschen zu tun, die nach Verkehrsunfällen schwer verletzt sind. Er ist Unfallchirurg im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth in Saarlouis.

Damit gehört Michael zum „Schockraumteam“. Das behandelt einen Verletzten nach der Einlieferung ins Krankenhaus als erstes. Neben Unfallchirurgen besteht dieses Team noch aus Anästhesisten und Pflegekräften der Anästhesie und der Chirurgie.

Kommt ein Verletzter im Schockraum an, kümmert sich das Team zuallererst um die Atmung, danach um den Kreislauf und dann um alles Weitere. Ist der Patient so weit versorgt, geht es weiter ins CT (Computertomographie). Hier lassen sich zum Beispiel Herz, Lunge und Gehirn auf Verletzungen prüfen. Wenn Verletzungen gefunden werden, geht es für den Patienten sofort in den Operationssaal. Nach der OP kommt er dann auf die Intensivstation. „Wenn alles gut geht, sollte er bald danach auf die Normalstation – leider geht aber nicht immer alles gut“, sagt Michael.

„Leider versterben Verletzte auch, oder es bleiben Behinderungen übrig und die Patienten werden nicht wieder ganz gesund.“

Die Geschichte einer jungen Frau, die nach einem Autounfall nicht wieder in ihrem Job arbeiten konnte, ist Michael besonders im Gedächtnis geblieben. Im Interview bei UNSERDING hat er sie erzählt:

Kopf hoch: Unfallchirurg Michael
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Kopf hoch: Unfallchirurg Michael
Im Interview hat Michael die Geschichte einer jungen Frau erzählt, die durch einen Unfall ihren Job verloren hat.

Besonders gefährdet sind bei Autounfällen laut Michael die Knie- und Hüftgelenke. Die werden oft verletzt, wenn bei einem Unfall das Armaturenbrett nach hinten gestaucht wird. Beim Sitzen im Auto trifft es dann auf die Knie und ruft dort Verletzungen hervor. Bei einem starken Aufprall kann sich diese Verletzung auch hoch bis in den Hüftbereich ziehen. Für Michael ist eine der schlimmsten Behinderungen, die zurückbleiben kann, die Querschnittslähmung.

„Gerade wenn man jung ist, noch ein ganzes Leben hat, also 60 oder 70 Jahre. Und man hat nur dieses eine Leben, das kommt nicht wieder.“

Deswegen sagt Michael: Kopf hoch, das Handy kann warten.


Über dieses Thema wurde auch in verschiedenen UNSERDING-Shows zwischen dem 4. und 8. November 2019 berichtet.