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Ein Fahrschulauto (Foto: pixabay.com/markusspiske)
Kein Anruf ist das Leben wert

Steffi aus Saarbrücken ist Fahrlehrerin. Das Thema Handy am Steuer spielt auch bei ihr in der Fahrschule eine große Rolle. Sie hat eine ganz klare Meinung dazu.

„Es gibt keinen Anruf, keine WhatsApp-Nachricht, die so wichtig ist, dass ich mein Leben riskiere.“

Diese Meinung vertritt Steffi ganz deutlich. Denn sie hat selbst erlebt, wie gefährlich ein kurzer Moment der Ablenkung vom Straßenverkehr sein kann. In ihrer Fahrschule macht sie auch die Erste-Hilfe Ausbildung. Durch die hat sie Zahlen und Fakten parat, die belegen, welche Gefahr vom WhatsApp-Schreiben hinter dem Steuer ausgehen kann. Das gibt sie auch immer ihren Fahrschülern mit. „Den ein oder anderen kann man damit schon sensibilisieren.“

Wenn das Handy in ihrem Fahrschulauto doch mal rausgekramt wird, ist Steffi konsequent: Es wird dann auf den Rücksitz gelegt. Eine Fahrschülerin hat einmal während ihrer Fahrprüfung einen Anruf angenommen: „Da war die Prüfung dann auch ganz schnell beendet, da müssen wir rabiat sein.“ Steffi erzählt aber auch, dass mittlerweile viel Fahrschüler eine Smartwatch am Handgelenk tragen, auf denen ihre Nachrichten dann ankommen. Das macht es schwieriger, die Ablenkung wegzunehmen. Steffi selbst legt ihr Handy in der Handtasche beim Autofahren in den Kofferraum.

„Wenn ich erst aussteigen muss, um an mein Handy zu kommen, will ich es gar nicht benutzen. Wichtige Anrufe kann ich ja trotzdem über die Freisprechanlage annehmen.“
Fahrlehrerin Steffi aus Saarbrücken gibt Theorieunterricht (Foto: UNSERDING)
Fahrlehrerin Steffi gibt Theorieunterricht.

Sie will auch andere Fahrer dafür sensibilisieren, das Handy beim Fahren konsequent aus der Hand zu legen. In ihrem Job sieht sie jeden Tag Leute, die ihr Handy beim Fahren nutzen. „Bei LKW-Fahrern sieht man auch oft, dass sie dann schon Schlangenlinien fahren. Spätestens an der Ampel sieht man dann auch, warum: Sie haben das Telefon in der Hand.“ Wenn sie es als Beifahrerin mitbekommt, spricht sie das Thema auch sofort an.

Ob das Handy in der Stadt oder auf der Autobahn benutzt wird, macht keinen Unterschied im Hinblick auf das Gefahrenpotenzial. „Es ist beides einfach lebensgefährlich.“ In der Stadt ist viel los, da kann man schnell mal einen Menschen übersehen. Und auf der Autobahn reicht die Millisekunde, die man auf‘s Handy guckt, schon aus, um ausversehen in eine andere Spur zu ziehen.

Als Tipps dafür, das Handy während der Fahrt auch wirklich wegzulegen, nennt sie neben dem Verstecken im Kofferraum noch andere: „Bei neueren Autos kann ich mir die Nachrichten vorlesen lassen, also SMS oder WhatsApps. Ansonsten kann man das Handy aber auch einfach mal ausmachen.“

Über dieses Thema wurde auch in verschiedenen UNSERDING-Shows vom 4.11. bis 7.11. berichtet.