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Das Xantus-Armband, das einen Test für K.-o.-Tropfen enthält (Foto: Pressefoto / Hersteller)
Armband testet K.-o.-Tropfen

Seit kurzem gibt es ein Armband, mit dem ihr testen könnt, ob euch jemand was ins Getränk gemacht hat. Es heißt "Xantus Drinkcheck" und der Test ist ziemlich easy. Wie es funktioniert und welche Substanzen es in eurem Drink finden kann, hat uns Erfinderin Kim erzählt.

Nachdem eine ihrer Freundinnen an einem Stadtfest Opfer von K.-o.-Tropfen wurde, hat Kim das Thema nicht mehr losgelassen. So entstand die Idee für ein Armband, dass testen kann, ob man was im Glas hat, was nicht reingehört.

Wie funktionierts?

Es funktioniert gleich auf mehreren Ebenen, sagt Kim: "Man hat einmal einen präventiven Schutz, durch Abschreckung und eine Erinnerungsfunktion, außerdem kann man ein verdächtiges Getränk testen."

Das Armband ist weiß, so dünn wie ein dickeres Papier und ungefähr einen Zentimeter breit. Darauf sind zwei grüne Testfelder. Seid ihr unterwegs und habt irgendwie kein gutes Gefühl mit eurem Drink, dann ist der Test ganz einfach. Die Macherin hat es uns erklärt: "Man rührt das Getränk einmal um und macht dann mit dem Finger, einem Strohhalm oder einer Serviette einen Tropfen auf das Testfeld. Dann muss man kurz warten. Färbt es sich blau, ist GHB drin."

Es testet nur auf GHB

GHB steht für Gammahydroxybuttersäure und wird umgangssprachlich auch als "Liquid Ecstasy" bezeichnet. Es ist so gut wie geruchs- und geschmacklos und betäubt Menschen, die es zu sich genommen haben. Diese Substanz ist allerdings nur eine, der für K.-o.-Tropfen genutzte Chemikalie. Das Band kann derzeit aber nur GHB erkennen. Die Macher sind aber bereits daran, ihr Produkt weiterzuentwickeln: "Wir sind weiterhin in der Forschung und Entwicklung, weil das Ziel auf die nächste Zeit gesehen natürlich schon ist, einen Breitbandtest anzubieten", sagt Kim. "Es gibt aber momentan weltweit noch keinen Test, der alle Substanzen abdecken kann."

K.O.-Tropfen (Foto: dpa)
K.-o.-Tropfen
Sie bewirken zuerst Euphorie und Enthemmung, sorgen dann aber für eine Art Bewusstlosigkeit: K.-o.-Tropfen sind ein beliebtes Mittel, um andere gefügig zu machen. Diebstahl oder Vergewaltigung sind meistens die Folge.

Zwei Testfelder pro Armband

Dass nicht mehr als zwei Testfelder auf dem Armband sind, liege vor allem daran, dass die Chemikalien für die Produktion und die Produktion an sich recht teuer sind. Die Macher wollten es aber für jeden preislich erschwinglich halten. Sollte sich daran in Zukunft was ändern, so Kim, könnten dann im Zweifel auch mehr Testfelder auf einem Band sein.

Bekommen könnt ihr die Bändchen derzeit nur bei DM im Online-Shop. Im Sommer soll es sie dann aber auch in den Läden vor Ort geben. Vier Bändchen kosten dort rund zehn Euro, zwei Stück kosten 5,45 Euro.

Feiert nicht alleine!

Unabhängig von dem Armband solltet ihr eure Getränke immer im Auge behalten und am besten nicht alleine feiern. Benehmt ihr oder einer eurer Freunde euch äußerst seltsam, können ihr euch gegenseitig helfen und den Rettungsdienst alarmieren. Woran ihr es merkt und was ihr tun solltet, wenn ihr betroffen seid, hat uns Dr. Florian Schumacher erklärt.

Wie wirken K.-o.-Tropfen?
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Wie wirken K.-o.-Tropfen?

Was ihr noch wissen solltet: Bei reinem Wasser und Regen färbt sich das Testfeld auf dem Band aus Sicherheitsgründen ebenfalls blau. Das heißt, wenn ihr und beim Händewaschen nicht vorsichtig seid, könntet ihr das Testfeld auslösen. Hier müsst ihr also ein bisschen aufpassen. Regnet es auf dem Weg zum Feiern, könnt ihr es ja einfach in die Tasche stecken und erst vor Ort anziehen. K.-o.-Tropfen werden aber auch eigentlich nicht in Wasser gemischt, da man sie da rausschmecken kann.


Über dieses Thema wird auch in der Sendung UNSERDING mit Thurie und Jonas am 15.05.2019 berichtet.