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Hinweisschild vor einer Isolationsstation im Krankenhaus (Foto: Sven Hoppe/dpa)
Infos rund um das Thema Quarantäne

Wer positiv auf das Coronavirus getestet wird, muss in Quarantäne. Aber welche Regeln gelten dabei überhaupt? Wir haben für euch einige Informationen rund um das Thema zusammengestellt. Außerdem haben wir mit dem Anwalt Christian Solmecke über die rechtlichen Grundlagen gesprochen.

Wird bei einem Menschen etwa das Coronavirus festgestellt, wird nicht nur er sondern mitunter auch enge Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt. Diese dauert nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in der Regel 14 Tage. Das Gesundheitsamt steht mit den Betroffenen innerhalb dieses Zeitraums ständig in Kontakt, um schnell handeln zu können, falls auch bei ihnen Symptome der Erkrankung auftreten sollten. Das soll helfen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

Quarantäne - Dürfen die uns einsperren?
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Quarantäne - Dürfen die uns einsperren?

Quarantäne verpflichtend

Ob eine Quarantäne angeordnet wird, entscheidet nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums die zuständige Landesgesundheitsbehörde, also zum Beispiel die Gesundheitsämter. Sie entscheidet auch darüber, wo sich die Menschen, die sich in Quarantäne befinden, aufhalten dürfen. Es kann also zum Beispiel sein, dass ihr einen bestimmten Ort nicht verlassen oder bestimmte Orte nicht betreten dürft.

Quarantäne - Was passiert, wenn ich mich nicht daran halte?
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Quarantäne - Was passiert, wenn ich mich nicht daran halte?

An eine verordnete Quarantäne solltet ihr euch auf jeden Fall halten. Wer das nicht tut, muss unter Umständen mit hohen Strafen rechnen. Nach dem Infektionsschutzgesetz kann eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe drohen, wenn der Krankheitserreger oder die Krankheit durch vorsätzliches Handeln verbreitet wird.  

Arbeiten trotz Quarantäne?

Wer unter Quarantäne steht, kann natürlich auch nicht zur Arbeit gehen. In diesem Fall muss der Arbeitgeber laut Infektionsschutzgesetz euer Gehalt mindestens für sechs Wochen weiterbezahlen. Danach erhaltet ihr einen Verdienstausfall in Höhe des Krankheitsgeldes. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass ihr euch gemütlich zurücklehnen könnt.  Wenn eure Arbeit sich grundsätzlich auch im Homeoffice erledigen lässt und ihr die entsprechenden Möglichkeiten dazu habt, müsst ihr auch während der Quarantäne arbeiten.

Quarantäne- Was darf ich, was darf ich nicht?
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Quarantäne- Was darf ich, was darf ich nicht?

Quarantäne und euer Hund möchte raus?

Auch wenn ihr unter Quarantäne steht sollte euer Hund trotzdem raus. Hier habt ihr zwei Alternativen: Erstens ihr sucht euch jemanden, der mit eurem Hund rausgeht und ihn Gassi führt. Dabei solltet ihr aber nicht in direktem Kontakt mit der person stehen. Zweitens, solltet ihr einen Garten haben, kann euer Hund auch als Notlösung dort rausgelassen werden. Der Garten ist aber keine Dauerlösung. Sollten beide Varianten für euch nicht umsetzbar sein, könnt ihr euren Hund als allerletzte Alternative auch an ein Katzenklo gewöhnen, davon raten Experten jedoch ab.

Diese Regelungen gelten jedoch nur dann, wenn ihr wirklich unter Quarantäne steht. Es gibt nämlich Unterschiede zwischen einer angeordneten Quarantäne und einer empfohlenen Quarantäne. Personen die sich in einer tatsächlichen Quarantäne befinden, dürfen das Haus nicht verlassen. Personen denen nur eine Quarantäne empfohlen wurde, da sie im weiteren Kreis möglicher Infizierungen stehen, können weiterhin vor die Tür gehen. Dann sollte aber ein Mindestabstand von mindestens einem Meter zu anderen Passanten eingehalten werden. Das heißt bei einer empfohlenen Quarantäne könnt ihr weiterhin mit eurem Hund rausgehen.

Wichtig ist, dass ihr euren Hund beschäftigt und mit ihm spielt. So entsteht weder bei euch noch bei eurem Hund ein Lagerkoller.


Isolierstation in Krankenhaus (Foto: SR)
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