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Ein Mann schaut sich in einem Labor des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac einen Träger mit Bakterien an (Foto: dpa/Sebastian Gollnow)
FAQ: Corona-Immunitätsausweis

Momentan wird darüber diskutiert, einen Corona-Immunitätsausweis einzuführen. Der soll beweisen, dass man eine Erkrankung an Covid-19-überstanden, Antikörper gegen das Virus gebildet hat und nicht mehr ansteckend ist. Fragen und Antworten zu dem Thema findet ihr hier.

Was ist ein Immunitätsausweis?

Ein solcher Ausweis könnte Immunität gegen das Coronavirus bescheinigen: Falls bewiesen wird, dass Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, danach immun und nicht mehr ansteckend sind, könnten sie den Ausweis als Beweis bekommen. Das hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ins Gespräch gebracht. Jetzt berät der Deutsche Ethikrat darüber. Denn es gibt auch viel Kritik.

Das Problem: Der Beweis von Immunität gegen das Virus ist umstritten. Nach Meinung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist noch nicht ausreichend bewiesen worden, dass man nach einer Erkrankung immun ist. Laut WHO könnte das Ausstellen eines solchen Ausweises ohne genügend Beweise dafür wieder zu einem erhöhten Risiko einer Ausbreitung führen. Denn aus manchen Ländern kam der Vorschlag, dass man mit dem Ausweis zum Beispiel wieder reisen dürfte.

Wie könnte so eine (mögliche) Immunität bewiesen werden?

Dafür müsste nach der Erkrankung ein Antikörpertest durchgeführt werden. Der würde dann zeigen, ob der jeweilige Patient Antikörper gegen das Virus Sars-CoV-2 gebildet hat. Wenn das so ist, könnte der Körper das Virus dann abwehren, wenn er nochmal damit in Kontakt kommt. Es gibt solche Tests schon, aber die WHO warnt, dass sie zu ungenau seien.

Wie sehen das Experten?

Virologe Christian Drosten geht davon aus, dass Patienten eine Immunität entwickeln können. In seinem Podcast im NDR sagt er aber, es müsste sich dabei nicht unbedingt um eine "sterile Immunität" handeln. Das bedeutet, dass jemand, der die Krankheit überstanden hat, sich vielleicht noch einmal anstecken kann, nach einiger Zeit. Das ist laut Drosten auch über andere Coronaviren bekannt.

Wieso gibt es Kritik?

Ein großer Kritikpunkt ist, dass ein solcher Ausweis zu einer „Zwei-Klasssen-Gesellschaft“ führen würde, in dem nicht alle gleich behandelt werden. Denn es wird diskutiert, Menschen mit einem Immunitätsausweis wieder mehr Lockerungen zuzugestehen. Zum Beispiel müssten sie sich nicht mehr an Kontaktbeschränkungen halten. Menschen ohne den Ausweis wären davon aber noch betroffen. Der Deutsche Ethikrat wird auch das diskutieren.


Über dieses Thema wurde auch in der UNSERDING-Show mit Moritz am 4. Mai 2020 berichtet.