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Menschen legen auf einer Weltkarte die Hönde aufeinander (Foto: pixabay.com)
Corona: Saarländer helfen im Ausland

Wir vermissen Omi, wollen wieder mit Freunden draußen abhängen und der Sommerurlaub ist vielleicht auch gestrichen. Die Lage ist gerade mies für uns, keine Frage! Aber es gibt natürlich Menschen auf der Welt, denen geht es noch viel schlechter. Viele Vereine aus dem Saarland helfen genau da, wo es gerade dringend nötig ist! Wer wo hilft, lest ihr hier.

Peru, Südafrika, Uganda – das sind zum Beispiel drei Länder, in denen saarländische Vereine helfen. Die Lage dort unterscheidet sich natürlich im Detail, aber viele Dinge sind ähnlich: Es herrschen Ausgangssperren, die medizinische Versorgung ist schlecht, Seife und Desinfektionsmittel sind teure Luxusgüter. Generelle Probleme wie Armut und Hungersnot werden durch die Coronakrise noch größer. Es gibt kaum Arbeit, Märkte sind oft geschlossen, das heißt viele Bauern können ihre Ernte nicht mehr verkaufen. Gleichzeitig werden Lebensmittel teurer. Außerdem sind die politische und finanzielle Lage dort nicht so stabil wie hier bei uns – finanzielle Hilfen gibt es dort nicht. Auch der Tourismus liegt gerade still, gerade in Peru leben viele Menschen von der Branche.

Eine Frau trägt einen Sack über der Schulter, im Hintergrund sieht man den Titicacasee in Peru (Foto: pixabay.com)
In Peru leben Menschen in Dörfern auf mehreren Tausend Höhenmetern

Lebensmittel an arme Familien

Um denen zu helfen, die am meisten darunter leiden, schicken die Crews von „Wiwo e.V.“ oder „Ein Band für Bildung“ Lebensmittelpakete an arme Familien. Beide Vereine helfen in Uganda und Südafrika.

In Peru hilft der Verein „Hilfe für Ayacucho e.V.“, auch auf 5000 Höhenmetern. Hauptinhalt der Notfallpakete, die die Helfer verschicken, sind Lebensmittel. Aber auch Seife, Desinfektionsmittel und selbstgenähte Mundschutze sind drin. Denn in Peru sind Mundschutz und Handschuhe gerade Pflicht. Die Menschen, die kaum Geld haben, können sich die aber nicht leisten.

Lebensmittel in einem Koffer (Foto: pixabay.com)
Vereine aus dem Saarland verschicken Lebensmittel an arme Familien

Ruth Niethammer engagiert sich bei „Hilfe für Ayacucho e.V.“. Sie kommt aus Peru, deswegen ist es ihr ein besonderes Anliegen, dort zu helfen:

„Ich hab Verantwortung für die Menschen, es gibt Leute, die überhaupt nix haben. Die helfen sich auch gegenseitig und geben noch, was die selbst nicht haben. Und teilen ein bisschen, um zu überleben.“

Gehälter werden übernommen

Auch in den Townships von Südafrika gibt es kaum Desinfektionsmittel. Die Menschen dort wohnen auf engem Raum zusammen, Essen ist Mangelware. Die saarländische Hilfsorganisation „Band für Bildung e.V.“ hilft dort schon seit Jahren Schulen und Kindergärten. Ihre Einrichtungen sind allerdings seit drei Wochen dicht, denn seitdem gilt ein Lockdown.

Ein Township in Südafrika aus der Luft  (Foto: pixabay.com)
Ein Township in Südafrika: Hier wohnen die Menschen oft in Hütten

Für die Kinder, die dort normalerweise betreut werden, ist das ein großes Problem. Denn normalerweise bekommen sie in den Schulen und Kindergärten ihre Mahlzeiten, weil ihre Familien sehr arm sind, ist es oft die einzige für sie. Die Familien können sich jetzt also kaum ernähren. „Band für Bildung e.V.“ verschickt deswegen Nahrungspakete. Reis, Kartoffeln und Brot, frisches Obst und Gemüse. Außerdem zahlen sie die Gehälter der Lehrerinnen und Kindergärtner, damit die ohne Job weiter über die Runden kommen.

In den Townships ist es auch sehr wichtig, dass die Menschen wirklich in ihren Hütten bleiben, denn wenn Covid-19 sich dort einmal verbreitet, kann es schnell dramatisch werden. Anfangs gab es dort Gerüchte, dass das eine „Weißen-Krankheit“ sei, in Afrika gibt es generell noch viel Aberglaube. Mittlerweile ist den Menschen dort aber klar, dass jeder betroffen sein kann. Deswegen halten sie sich dort jetzt an die Regeln, sagt Marie Christen von „Band für Bildung e.V.“. Die Menschen dürfen ihre Hütten und Häuser nur noch zu bestimmten Zeiten verlassen.

Läden in einem Township in Südafrika (Foto: pixabay.com)
Die Läden in den Townships sind geschlossen

Einen positiven Nebeneffekt hat das: Die Kriminalität ist zurückgegangen, auch dadurch, dass es gerade keinen Alkohol zu kaufen gibt.


Afrika: 3 Fragen, 3 Antworten

... an UNSERDING-Reporterin Karin in Nairobi zur Situation in Afrika.

Wie ist die aktuelle Situation in Afrika?

"Hier, auf dem afrikanischen Kontinent ist Corona später angekommen als in anderen Teilen der Welt. Aber so langsam steigen auch hier die Zahlen. Wir sind jetzt bei rund 25.000 Fällen. Besonders betroffene Länder sind zum Beispiel Ägypten und Südafrika. Die Zahlen, das muss man sich aber klar machen, sind absolut nicht verlässlich. Denn in vielen Ländern gibt es kaum Test-Kits. Das heißt, es wird überhaupt nicht überprüft, wie viele Menschen tatsächlich infiziert sind und die Dunkelziffer ist vermutlich hoch."

Welche Maßnahmen ergreifen die Länder, um eine Ausbreitung von Corona zu verhindern?

"Das ist ganz ähnlich wie in Europa. Es gibt zum Beispiel Ausgangssperren, die Schulen sind geschlossen, Restaurants und Bars natürlich auch, und die meisten Geschäfte. Was hier aber anders ist: Wenn hier das normale Leben lahmliegt, dann verdienen die Leute wirklich gar nichts mehr. Denn sie sind sonst Tagelöhner und bekommen eben immer nur dann Geld, wenn sie arbeiten. Gespart hat auch kaum jemand etwas. Darum sagen viele von denen, mit denen ich hier spreche: Wir haben keine Angst vor Corona, wir haben viel mehr Angst davor, dass wir hungern müssen. Weil wir einfach kein Geld mehr haben, um uns etwas zu essen zu kaufen."

Helfen die Menschen sich gegenseitig, um durch die Krise zu kommen?

"Wenn wir mal auf Kenia gucken, gibt es da einige Initiativen. Zum Beispiel "Adopt a Famili", also "Adoptiere eine Familie". Das funktioniert so, dass Menschen, die trotz Corona weiter Geld verdienen, sagen, dass sie etwas übrig haben und dann Familien in den Armensiedlungen vermittelt. Denen schicken sie dann jede Woche so viel Geld, dass es für Lebensmittel reicht, umgerechnet etwa 10 Euro. DAs geht ganz einfach, denn hier kann man Geld ganz leicht per Telefon versenden. Quasi eine Hilfe per SMS. Die armen Familien bekommen das Geld dann auf ihrem Konto gut geschrieben und können einkaufen gehen. Und das ist für einige schon eine große Hilfe."

Über dieses Thema wurde auch in der UNSERDING-Morningshow mit Thurie und Jonas am 29. April 2020 berichtet.