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Ein Heizpilz (Foto: pixabay.com)
Gastronomie durch den Corona-Winter bringen

Wochenende, das heißt raus gehen und lange draußen sitzen bleiben. Demnächst wird’s aber kalt, dann ist das gar nicht mehr so gemütlich. Heizpilze machen es wärmer, die sind aber in vielen Gemeinden verboten! Während der Corona-Pandemie wird das zum Problem: Viele Wirte haben Angst, dass ihr Betrieb den Winter nicht übersteht.

Update vom 16. September: Gasbetriebene Heizpilze bleiben in der Saarbrücker Gastronomie auch weiterhin verboten. Ein Antrag der SPD, dieses Verbot wegen der Folgen der Corona-Pandemie auszusetzen, hat im Stadtrat am Dienstagabend (15. September) keine Mehrheit gefunden. Nach Ansicht der SPD hätten die Heizpilze den Wirten in der Corona-Pandemie aber jetzt helfen können, weil sich dann mehr Gäste auch bei kühlem Wetter draußen bewirten ließen. Doch der Saarbrücker Stadtrat lehnte den Antrag am Dienstag ab. Stattdessen hat die Ratsmehrheit von CDU, FDP und Grünen beschlossen, die Stadtverwaltung möge die Landesregierung auffordern, einen runden Tisch von Kommunen und Gastro-Branche einzuberufen, um über finanzielle Hilfen des Landes für die Gastronomie-Branche zu sprechen. Dabei solle dann auch über Luftreinigungsgeräte für Innenräume gesprochen werden. Alle Fraktionen sprachen sich für Hilfen zugunsten der Branche aus.

Der Hauptgeschäftsführer des Saarländischen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, Frank Horath, hat den Beschluss des Stadtrates kritisiert. Er erklärte auf SR-Anfrage, das Gastgewerbe befinde sich wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie in einer nie dagewesenen Existenzkrise.


Angst um die Existenz

Von rund 30 Cafés und Restaurants rund um den St. Johanner Markt in Saarbrücken würde noch etwa 9 übrig bleiben: Das ergibt eine Beispielrechnung. Denn rund 70 Prozent der Wirte im Saarland haben Angst um ihren Betrieb und davor, dass der den Winter in der Corona-Krise vielleicht nicht übersteht. Im Saarland sieht es damit noch schlechter aus als deutschlandweit, hier fürchten etwa 60 Prozent der Gastwirte um ihre Existenz, erklärt Frank vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Saar (DEHOGA).

Denn wegen der Corona-Pandemie gelten nach wie vor Regeln zu Abständen, das macht es der Gastronomie schwer. Im Sommer konnten sie wenigsten den Platz draußen vor ihren Restaurants nutzen. Wenn es jetzt kälter wird, ist das eher keine Option mehr. Vor allem, weil in vielen Gemeinden (beispielsweise in Saarbrücken), die Nutzung von Heizpilzen verboten ist.

Außengastronomie im Herbst (Foto: pixabay.com)

Forderungen: Heizpilze als Übergangslösung

Die SPD Fraktion hat im Saarbrücker Stadtrat gefordert, die wieder zu erlauben. Als Ausnahmeregelung, damit Kneipen und Cafés auch im Herbst und Winter mehr Umsatz machen und die Corona-Krise überstehen können.

Auch Frank vom DEHOGA denkt, dass angesichts der Krise eine Übergangslösung finden sollte. Es gäbe auch noch andere Arten zu beheizen:

„Ausnahmen sollten in diesem Jahr erlaubt und Möglichkeiten genutzt werden.“

Denn für ihn sind Heizpilze ein Teil des Programms, das die Außengastronomie länger möglich macht. Auch Windschütze könnten montiert werden, um es Gästen draußen angenehmer zu machen. In Deutschland sei aber alles immer sehr bürokratisch und deshalb kompliziert. Der DEHOGA fordert für dieses Jahr: „Wie plädieren dafür, dass in den Gemeinden großzügig über Gestaltungssatzungen hinweggesehen wird.“

Außerdem fordert der DEHOGA, dass die Mehrwertsteuer länger als eigentlich geplant gesenkt bleibt. Denn selbst wenn die Geschäfte im nächsten Jahr wieder besser laufen, würden viele Wirte noch große Lasten aus diesem Jahr mit sich herumtragen.

„Kredite sind zurückzuzahlen, die haben Laufzeiten von einigen Jahren. Es gibt gestundete Mieten, die vor sich hergeschoben werden. Da ist aus unserer Sicht unerlässlich, dass die Mehrwertsteuersenkung beibehalten wird.“

Über dieses Thema wurde auch in der UNSERDING-Morningshow mit Thurie und Jonas am 11. September 2020 berichtet.