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Verschiedene Hashtags gehen viral (Foto: UNSERDING)
"I can't breathe": Proteste nach Tod von George Floyd

Instagram ist heute schwarz. Viele Promis und auch viele von euch posten ein schwarzes Bild mit dem Hashtag #blackouttuesday und/oder #blacklivesmatter. Online wird so protestiert, gegen den Rassismus und die Ungerechtigkeit in den USA. Auch offline gibt es vielerorts Proteste, teilweise kommt es zu Gewalt und Plünderungen. Auslöser dafür war der jüngste Fall von George Floyd (einem Schwarzen) der in Minneapolis starb, nachdem ein (weißer) Polizist ihm minutenlang sein Knie in den Hals drückte.

25. Mai: Der Afroamerikaner George Floyd stirbt. Die Polizei der Stadt Minneapolis geht einem möglichen Fälschungsdelikt nach, George Floyd ist der mutmaßliche Verdächtige. Die Polizisten wollen ihn stellen, fixieren ihn am Boden, einer der Beamten drückt ihm sein Knie gegen den Hals - minutenlang. Floyd ist unbewaffnet. Mehrmals sagt er: „I can’t breathe“, „Ich kann nicht atmen“. Trotzdem wird er weiterhin festgehalten, vor Ort wird er bewusstlos, wenig später stirbt er im Krankenhaus. Der Vorfall wird von Passanten gefilmt und ins Netz gestellt, das Video geht viral.

Nicht der erste Fall dieser Art

Dann beginnen die Proteste. Die Worte „I can’t breathe“ werden auf Plakate geschrieben, Menschen in Minneapolis protestieren. Teilweise friedlich, teilweise heftig. Autos und Häuser brennen, auch eine Polizeiwache wird in Brand gesteckt. Es gibt Plünderungen in Geschäften.

Eine Demonstrantin trägt ein Schild mit den Worten "I can't breathe" (Foto: picture alliance/Liang Sen/Xinhua/dpa)
"I can't breathe": Mit diesen Worten wird protestiert

Der Fall von George Floyd wird dabei auch in Zusammenhang gesetzt mit ähnlichen Fällen aus der Vergangenheit, es ist nicht das erste Mal, dass ein unbewaffneter Afroamerikaner in den USA von Polizisten getötet wird. Ähnlich ist der Fall von Eric Garner, einem 43-jährigen Familienvater, der Mitte Juli 2014 bei einem Polizeieinsatz in New York an den Folgen eines Würgegriffs starb. Er wurde verdächtigt, illegal Zigaretten zu verkaufen. Auch Tamir Rice starb durch die Polizei. Der Zwölfjährige hielt die Attrappe einer Waffe in der Hand, er wurde im November 2014 in Cleveland von Polizisten erschossen, die sie für echt hielten. Und das sind nur einige der Namen, die im Zuge der Proteste gegen Polizeigewalt genannt werden.

Demonstrierende kippen bei Protesten im Zuge des Todes von George Floyd in Washington, D.C. ein Auto (Foto: picture alliance/Evan Vucci/AP/dpa)
Teilweise kommt es bei den Protesten auch zu solchen Szenen

Mittlerweile wird nicht mehr nur in Minneapolis protestiert, sondern weltweit. In vielen Städten der USA, aber auch in Amsterdam oder Berlin. Mehr als 40 amerikanische Städte haben nächtliche Ausgangssperren verhängt, denn auch dort kommt es zu Plünderungen und Gewalt.

Promis beteiligen sich

Es geht bei den Protesten um Rassismus und Ungerechtigkeit. Viele Promis beteiligen sich ebenfalls daran, bei einigen Bundesligaspielen am Wochenende solidarisierten sich zum Beispiel Spieler mit den Protestierenden. Marcus Thuram, Profi bei Borussia Mönchengladbach, bejubelte seinen Treffer mit einem Kniefall. So protestierte auch NFL-Quarterback Colin Kaepernick gegen Polizeigewalt gegen Schwarze. Jadon Sancho und Achraf Hakimi von Borussia Dortmund trugen Shirts mit der Aufschrift „Justice for George Floyd“ unter ihren Trikots. Schalke-Spieler Weston McKennie trug eine Armbinde mit dem Namen „George“. Schauspieler Jamie Foxx forderte seine Hollywood-Kollegen dazu auf, sich persönlich an den Demos zu beteiligen, nicht nur über die sozialen Medien.

Proteste gegen Rassismus in den USA

Zum Posten der schwarzen Bilder hatten Vertreterinnen und Vertreter aus der Musik- und Filmindustrie. Sie wollen aus Solidarität einen Tag lang Pause von ihrer Arbeit machen. Die Aktion wird aber auch kritisiert, denn viele, die ein schwarzes Bild posten, nutzen auch die Hashatags #blacklivesmatter oder #BLM. Unter denen veröffentlichen Protestierende aber auch Informationen und dokumentieren Übergriffe durch die Polizei. Wenn unter den Hashtags nur noch schwarze Bilder zu sehen sind, gehen viele Inhalte unter. Auf die Hashtags sollte deswegen besser verzichtet werden, stattdessen nutzen viele #blackouttuesday oder #theshowmustbepaused.

Trump twittert

US-Präsident Trump äußerte sich unter anderem bei Twitter zu den Protesten. Dort kündigte er an: „When the looting starts, the shooting starts“ etwa: „Wenn die Plünderungen beginnen, dann wird geschossen.“ Twitter versah den Tweet mit dem Hinweis, dass er die Richtlinien zur Gewaltverherrlichung verletze. Trump droht außerdem mit dem Einsatz des US-Militärs, um Proteste zu stoppen. Die Polizei setzt bereits Tränengas ein. Laut dem Sender CNN wurde Trump zwischenzeitlich in den Bunker des Weißen Hauses gebracht, als in Washington, D.C. demonstriert wurde. Es gab aber auch Szenen, in denen Polizisten sich nach dem Vorbild Colin Kaepernicks zu den Demonstrierenden knieten.

Ein Polizist umarmt einen Demonstranten in Atlanta (Foto: picture alliance/John Bazemore/AP/dpa)
Manche Polizisten solidarisieren sich mit den Demonstrierenden

Konsequenzen für beteiligte Polizisten

Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey erklärte, dass die Fixierungstechnik, die der Polizist gegen George Floyd eingesetzt hat, gegen die Regeln sei. Er verurteilte sie als mehr als unverhältnismäßig. Alle vier Polizisten, die wohl an Floyds Festnahme beteiligt waren, wurden sofort entlassen. Außerdem wurden Ermittlungen wegen Mordes eingeleitet. Der Polizist, der Floyd sein Knie in den Hals drückte, wurde verhaftet. Eine Autopsie von Floyd hat mittlerweile seinen Tod durch Ersticken bestätigt.


Über dieses Thema wurde auch in der UNSERDING-Show am 2. Juni berichtet.