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Das undatierte Handout des amerikanischen Centers for Disease Control (CDC) zeigt einen Coronavirus unter dem Mikroskop. (Foto: (c) dpa)
Coronavirus: FAQ

Viele Menschen machen sich aktuell Sorgen wegen des Coronavirus. Vor einigen Wochen hat die Weltgesundheitsorganisation wegen des Virus eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen. Was bedeutet das? Und wie ist die Lage im Saarland?

Am 7. Januar kamen bei vielen die ersten Pushmeldungen auf dem Handy an, dass eine neue Krankheit entdeckt wurde. Dabei handelte es sich um das Coronavirus, dessen Entwicklung seitdem weltweit verfolgt wird.

Auf einer Karte der John Hopkins University in den USA lässt sich die Ausbreitung verfolgen. Aktueller Stand ist dort, dass es bisher über 45.000 bestätigte Fälle des Coronavirus gibt, hauptsächlich in Chinas. In Deutschland gab und gibt es demnach auch einige Fälle. Hier seht ihr auch Zahlen zu Todesfällen in Verbindung mit dem Virus, aber auch eine Zahl die anzeigt, wie viele infizierte Menschen wieder gesund geworden sind.

Was ist das Virus?

Das Virus heißt offiziell 2019-nCoV. Es gehört zur Familie der Coronaviren, wozu unter anderem auch eine normale Erkältung gehört. Coronaviren an sich sind häufig, sie verbreiten sich durch Husten und Niesen, oder das Berühren einer infizierten Person.  Das aktuelle Virus wurde von der Weltgesundheitsorganisation als neu eingestuft, weil es eine Abwandlung ist.

Viele Eigenschaften des Virus sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) noch unbekannt. Zum Beispiel wie leicht es übertragen wird, wie schwer die Krankheiten verlaufen und was genau die Quelle des Ausbruchs war. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die ersten Patienten im Dezember auf einem Markt in der Großstadt Wuhan in China angesteckt haben, der dann geschlossen wurde.

Das undatierte Handout des amerikanischen Centers for Disease Control (CDC) zeigt einen Coronavirus unter dem Mikroskop. (Foto: (c) dpa)
Ein Coronavirus unter dem Mikroskop

Das Virus wurde offenbar zuerst von Tier zu Mensch übertragen. Doch es ist auch von Mensch zu Mensch übertragbar, das ist mittlerweile wissenschaftlich bestätigt. Laut Robert-Koch-Institut fehlen noch Informationen dazu, wie genau das passiert.

Welche Symptome zeigen sich beim Coronavirus?

„Normale“ Coronaviren zeigen meistens Symptome einer harmlosen Erkältung mit Husten oder Schnupfen. Bestimmte Coronaviren können aber auch schwere Infektionen der Atemwege und Lungenentzündungen verursachen. Laut RKI verursacht das neue Virus offenbar einen schweren Krankheitsverlauf. Gestorben sind an dem Virus bisher aber vor allem Patienten, die schon schwere Erkrankungen hatten.

Symptome sind unter anderem: Fieber, Husten, Atemnot, Muskelschmerzen und Müdigkeit.

Wenn sich jemand ansteckt ist der Verlauf der Krankheit abhängig vom Alter und der generellen Gesundheit des Patienten. Bei jüngeren und gesünderen Personen ist der Verlauf milder, bei Kindern und Jugendlichen sind Infektionen bisher kaum vorgekommen.

Wie wahrscheinlich sind Fälle in Deutschland?

Das RKI schreibt, dass damit gerechnet werden muss, dass auch einzelne Fälle in Deutschland auftauchen. Wichtig sei es dann, diese Fälle früh zu erkennen und die Patienten zu isolieren, um zu verhindern, dass das Virus weiterverbreitet wird.

Wie kann man sich schützen?

Das RKI empfiehlt verschiedene Maßnahmen zum Schutz vor dem Virus. Die decken sich mehr oder weniger damit, was auch empfohlen wird um sich vor einer normalen Erkältung zu schützen. Zum Beispiel regelmäßiges Händewaschen mit Seife, beim Niesen oder Husten Mund und Nase mit einem Taschentuch zu bedecken oder in die Ellbeuge zu niesen. Außerdem sollte man zu anderen Menschen, die Symptome einer Erkältung zeigen, Abstand halten. Dazu kommen Hinweise, die Essen betreffen. So sollen Fleisch und Eier gründlich gekocht und auf Kontakt mit wilden Tieren verzichtet werden.

Atemschutzmasken helfen laut der Bundesvereinigung Deutscher Apotherkerverbände „nur begrenzt“ gegen eine mögliche Ansteckung, wichtiger sei regelmäßiges Händewaschen.

Eine Frau trägt eine Atemschutzmaske (Foto: pixabay.com/Peggy_Marco)
Atemschutzmasken helfen nur begrenzt vor einer Ansteckung

Was bedeutet die „gesundheitliche Notlage“?

Seit dem 31. Januar gilt eine „gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite“, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen des neuen Coronavirus ausgerufen hat. Die WHO hat für die betroffenen und die daran angrenzenden Staaten deswegen Empfehlungen gegeben, wie das Virus eingedämmt und die Folgen kontrolliert werden können. Da steht unter anderem drin, dass jeder neue Fall gemeldet werden soll und dass neue Erkenntnisse geteilt werden sollen. Eine Einschränkung von Handel oder Reisen wird nicht empfohlen.

Das Auswärtige Amt hat für China allerdings eine Teilreisewarnung herausgegeben. „Vor Reisen in die Provinz Hubei wird gewarnt“, heißt es dort. Wuhan, die Stadt, in der das Virus wohl ausbrach, ist die Hauptstadt der Provinz. Seit dem 23. Januar ist es nicht mehr möglich, aus Wuhan und anderen Städten in der Provinz auszureisen und auch andere Provinzen in China haben Einschränkungen in der Reise- und Bewegungsfreiheit erlassen.

Die chinesische Stadt Wuhan (Foto: pixabay.com/Petrick_L)
Die chinesische Stadt Wuhan

Für Deutschland hat die Einstufung der WHO keine direkten Folgen, weil die Empfehlungen hier sowieso schon erfüllt sind.

Länder, die weniger Möglichkeiten haben (zum Beispiel finanziell), sollen unterstützt werden.

Wie sieht’s im Saarland aus?

Im Saarland gab es bereits einige wenige Verdachtsfälle. Die Betroffenen wurde dann untersucht. Keine von ihnen hatte das Coronavirus.

Kann man sich über importierte Ware infizieren?

Laut RKI ist eine Infektion über importierte Ware "sehr unwahrscheinlich". Denn dafür schon im Vorfeld eine Kontamination stattgefunden haben. Und das Virus hätte auf dem ganzen Weg des Transports aktiv bleiben müssen. Ob es das kann, ist nicht bekannt. Bisher sind dem RKI auch keine Fälle bekannt, in denen die Krankheit durch importierte Gegenstände oder Lebensmittel übertragen wurde.

Update 13. Februar: Anstieg an Infektionen wegen neuer Diagnose

In der Nacht hat sich die Zahl der statistisch erfassten Infektionen mit dem Virus in China fast verzehnfacht. Das liegt daran, dass die Erfassungsmethode verändert wurde. Es wurden also mehr Patienten hinzugefügt. Die Zeitung "China Daily" berichtet laut der Tagesschau, dass Ärzte jetzt früher eine Diagnose stellen dürfen. Bisher wurde dafür nur ein Test anerkannt, der aber viele eindeutige Infektionen erst nach drei oder vier Tests erkannt haben soll. Jetzt dürfen Ärzte anhand von Bildern der Lunge, dem körperlichen Zustand und epidemiologischer Vorgeschichte eine Diagnose stellen.

Experten vermuten auch eine hohe Dunkelziffer von Erkrankungen.


Über dieses Thema wurde unter anderem auch in der UNSERDING-Morningshow am 31. Januar 2020 berichtet.