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Streaming (Foto: unsplash.com)
CO2-Ausstoß beim Streaming

Nach Feierabend auf die Couch und Serien streamen oder eine Runde zocken: Das verursacht CO2. Aus einer Studie von Umweltbundesamt und Bundesumweltministerium geht jetzt aber hervor: Nicht so viel wie gedacht. Trotzdem kann jeder den Verbrauch beeinflussen, also weniger ausstoßen. Hier lest ihr, wie.

Was genau untersuchte die Studie?

Die Studie hat untersucht, wie viel CO2 ausgestoßen wird, wenn wir ein Video streamen oder online etwas spielen. Das verbraucht natürlich einerseits Strom auf unserem Gerät, andererseits  auf den Serverfarmen im Hintergrund. Und so gibt es da eben einen CO2-Ausstoß und die Menge davon wurde untersucht.  

Das ist eigentlich bei jedem Video so, egal ob bei YouTube, Netflix oder Disney+. Es kommt zwar auf die Auflösung an, HD verbraucht mehr Daten und hat damit einen höheren CO2-Ausstoß. Aber prinzipiell ist es egal, auf welcher Plattform das stattfindet.

YouTube ist auf einem Computer geöffnet (Foto: unsplash.com/konkarampelas)
Ob YouTube oder Netflix: Auf die Plattform kommt es nicht an

Was sind die Ergebnisse?

Hauptergebnis der Studie ist, dass es zwar eine Auswirkung auf das Klima hat, wenn wir streamen. Allerdings einen relativ kleinen, nicht so groß, wie vorher gedacht wurde. Es kommt aber schon darauf an, wie wir das genau machen. Erstens eben, welche Auflösung das Video hat. Und zweitens, wo das Video abgerufen wird: Zuhause im WLAN oder unterwegs mit dem Handy?

 Im WLAN verbraucht eine Stunde Streaming etwa zwei Gramm CO2, also wirklich wenig, auch wenn das natürlich auch eine Auswirkung aufs Klima hat. Wenn wir das aber unterwegs machen, zum Beispiel in einem 3G-Netz, also dem alten Netz, dann sind es bis zu 90 Gramm. Also ein deutlicher Unterschied.

So viel CO2 stößt Streaming in den unterschiedlichen Netzen aus:

  • Glasfaser: etwa 2 Gramm pro Stunde
  • 4G-Netz: rund 13 Gramm pro Stunde
  • 5G-Netz: etwa 5 Gramm pro Stunde

CO2-Ausstoß gering halten: Kann jeder

Um selber den CO2-Ausstoß zu verringern also am besten immer im WLAN streamen, am allerbesten im Glasfasernetz. Da ist die Auswirkung am geringsten.  Aktuell sind aber deutschlandweit nur circa 12 Prozent der Haushalte ans Glasfasernetz angeschlossen.

Und auch schauen, auf welchem Gerät man das Video streamt. Auf dem Handy braucht man zum Beispiel nicht unbedingt eine HD-Auflösung, wenn man den Unterschied auf dem kleinen Bildschirm eh nicht erkennt. Auf dem Fernseher ist das natürlich was anderes.

Streaming (Foto: unsplash.com)
Auf dem Handy braucht man nicht unbedingt nicht CO2

Was man auch machen kann: In den sozialen Netzwerken ausschalten, dass die Videos automatisch loslaufen. Das kann man einfach ausstellen. Denn viele der Videos guckt ja gar nicht an und verbraucht deswegen so Daten, die gar nicht nötig wären. Und damit entsteht auch ein CO2-Ausstoß, der nicht nötig ist.

Was planen Politik und Co?

Die Effizienz der Serverfarmen, die im Hintergrund laufen, soll analysiert werden. Dann soll auch ein Siegel angeboten werden, so dass man sich bei seinem Stream angucken kann, wie klimafreundlich die jeweiligen Serverfarmen sind. Als Kunde kann man sich dann überlegen, wo man streamen will.

Und die Umweltministerin Svenja Schulze schlägt vor, WLAN-Netzwerke öffentlicher auszubauen und in ganz Deutschland Glasfaser zu verlegen. Aktuell ist das noch nicht so verbreitet. Nur circa 12 Prozent sind jetzt der Netzwerke sind ans Glasfasernetz angeschlossen.


Über dieses Thema wurde auch in der UNSERDING-Show mit Eren am 10. September 2020 berichtet.