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Glühbirne (Foto: pixabay)
Wie kann ich CO2 sparen?

Wir alle verursachen  CO2, zum Beispiel beim Autofahren, Serien streamen oder Emails schreiben. Für’s Klima ist das ziemlich schlecht. Hier gibt’s Tipps, wie sich CO2 sparen lässt – offline und online. Wichtig ist: Auch Kleiningkeiten helfen.

10,4 Tonnen CO2 – so viel verbrauchte jeder Mensch in Deutschland im Schnitt im Jahr 2018. Diese Zahl wertete das Umweltbundesamt aus. Ganz schön viel, in Malta waren es zum Beispiel nur 4,5 Tonnen pro Person. In Luxemburg dafür jedoch 17,3. Deutschland lag insgesamt also im Mittelfeld, aber beim CO2 gilt: Weniger ist mehr.

Um unser Klima stabil zu halten, muss CO2 gespart werden. Aktuell hat sich das Klima global schon um 1,2 Grad (im Vergleich zu Zeiten vor der Industrialisierung) erwärmt. Die Messlatte liegt bei 1,5 Grad - laut Klimaforschern werden ab dieser Erwärmung die dadurch entstehenden Folgen nicht mehr zu kontrollieren sein, erklärt Sabine aus Merzig von der Organisation "Brot für die Welt", die auch schon bei Klimagipfeln dabei war.

"Davon sind wir jetzt leider nicht mehr weit entfernt, das heißt wir müssen dringend sofort auf die Bremse treten. Wir müssen den CO2-Ausstoß drastisch in einem kurzen Zeitfenster reduzieren, im Grunde in nur 10 Jahren."

Um den CO2-Ausstoß zu verringern, kann jede und jeder einzelne etwas tun. Hier sind einige Tipps zum CO2-Sparen offline und online.


CO2: Warum eigentlich so schädlich?

Im Chemieunterricht lernt man: CO2 ist die Kohlenstoffdioxid, das aus Kohlenstoff und Sauerstoff besteht. Es ist ein Gas, farblos, geruchslos. Zusammen mit Stickstoff, Sauerstoff und Edelgasen ist es ein natürlicher Teil unserer Luft. CO2 macht aber nur einen geringen Teil unserer Luft aus, weniger als ein Prozent. Seine Funktion ist aber wichtig: Als Treibhausgas absorbiert CO2 einen Teil der Wärme, die die Erde ans Weltall abgibt. Die wird dann zurück zur Erde gestrahlt. Das ist Teil des Treibhauseffekts, der für unser gemäßigtes Klima sorgt.

Menschengemachtes CO2

Wenn das CO2 einmal in die Atmosphäre gelangt ist, kann es sich nicht von selbst wieder abbauen. Es wird stattdessen in Gewässern gespeichert oder bei der Photosynthese von Pflanzen in Sauerstoff und Glucose umgewandelt. Aber weil der Mensch immer mehr CO2 verursacht, zum Beispiel durch die Verbrennung von Kohle oder Erdgas, kann nicht mehr die ganze Menge CO2 umgewandelt oder gespeichert werden.

Rauch kommt aus Industrie-Schornsteinen (Foto: pixabay.com)
Auch durch die Industrie gelangt CO2 in die Luft

Deswegen hat sich im Laufe der Zeit der Anteil von CO2 in der Luft erhöht (und tut es weiterhin). Dadurch kann immer weniger von der Wärme auf er Erde ins All entweichen. Und das sorgt dafür, dass sich das Klima auf der Erde erwärmt und zum Beispiel Gletscher schmelzen. Noch weniger CO2 kann gebunden werden, weil weiterhin Regenwälder abgeholzt werden und sich die Weltmeere erhitzen.

Mehr Infos dazu findet ihr hier.


Was wir offline tun können

Wir alle können unsere Anteil daran leisten, dass weniger CO2 produziert wird.

"Das fängt ganz banal an, ist einfach eine Kopfsache. Zum Beispiel die Überlegung: Kann ich auf Plastiktüten im Supermarkt verzichten? Kann ich die Umwelt schützen, indem ich meinen Müll trenne?"

Laut Sabine tragen schon Kleinigkeiten dazu bei, den eigenen CO2-Fußabdruck zu verkleinern. Andere stellen schon eine Verönderung des Lebensstils dar, zum Beispiel die Entscheidung, vom Auto auf den ÖPNV umzusteigen.

Hier findet ihr einige Tipps.

1. Weniger neu kaufen

Jedes Produkt, das wir kaufen, hat schon in seiner Herstellung CO2 verursacht. Auch für den Transport zum Geschäft braucht es Energie. Laut Bundesumweltamt verursachen wir, wenn wir im Monat 300 Euro für Konsum ausgeben, jährlich einen CO2-Ausstoß von 3 Tonnen. Reduzieren können wir das, in dem wir Dinge gebraucht kaufen (zum Beispiel Kleidung oder Bücher) oder ausleihen (zum Beispiel Werkzeug beim Nachbarn).

Eine Frau hält Einkaufstüten in der Hand (Foto: pixabay.com)

2. Nicht so lange duschen

Eine warme Dusche von 10 Minuten verursacht 10 Kilogramm CO2. Zum Vergleich: Eine Autofahrt von 10 Kilometern verursacht 1,3, Kilogramm. 10 Minuten warm Duschen verursacht also so viel wie etwa 80 Kilometer Autofahren. Was hilft: Kürzer oder kälter (oder einfach kurz kalt) duschen.

Auch beim Zähneputzen können wir Wasser sparen: Den Wasserhahn wieder zudrehen, wenn wir gerade gar kein Wasser brauchen. Das kann im Jahr immerhin 3 Kilo CO2 pro Kopf sparen.

3. Weniger Fleisch

Kennt man: Obst und Gemüse, vor allem wenn es aus der Region kommt, verursachen weniger CO2 als Fleisch. Hier ein Vergleich: Bei einer Portion Spaghetti Bolognese gehen etwa 1,79 Kilo CO2 drauf, bei Spaghetti Napoli etwa 390 Gramm. Noch ein Tipp: Butter durch Margarine ersetzen, auch hier lässt sich CO2 sparen.

Lebensmittel (Foto: pixabay.com)

4. Fernreisen: Verzichten oder wenn, dann lange

3 bis 4,5 Tonnen CO2 verbraucht ein Hin- und Rückflug pro Person von Düsseldorf nach Bangkok. Das ist schon rund ein Drittel vom CO2, das ein Durchschnittsmensch in Deutschland im ganzen Jahr verursacht. Beim Reisen gilt natürlich generell, dass man lieber Bahn oder Bus fahren statt fliegen sollte. Wenn man aber fliegen will, macht man das lieber alle paar Jahre mal und bleibt dann auch lange vor Ort, damit es sich lohnt. Sabine ordnet den Flugverkehr als Klimasünder für uns ein:

"Flugreisen hauen richtig rein, haben einen sehr hohen CO2-Ausstoß. Im globalen Kontext ist das aktuell allerdings noch recht wenig, aber der Flugverkehr hat enorme Wachstumsraten. Zur Zeit fliegen nur zehn Prozent der Weltbevölkerung, also ganz wenige Menschen. Und die tragen jetzt schon zu einem sehr hohen CO2-Fußabdruck bei. Wenn der Rest der Welt anfängt so zu fliegen, wie wir es zum Beispiel in Deutschland tun, wird unser Klima komplett kollabieren. Und deshalb ist es dringend geboten im Flugverkehr wirklich darauf zu achten, bei jeder Reise zu überlegen: Ist es dringend notwendig?"
Beim Fliegen wird CO2 verursacht (Foto: pixabay.com)

Und bei kürzeren Strecken, zum Beispiel dem täglichen Weg zur Schule oder Arbeit gilt natürlich auch: Fahrrad und ÖPNV sind klimafreundlicher als das eigene Auto. Und falls es doch das Auto ist: Warum nicht eine Fahrgemeinschaft bilden?

5. Im Haushalt sparen

Auch im Haushalt lässt sich viel CO2 sparen. Zum Beispiel, indem man den Monitor vom PC ausschaltet, statt ihn auf Stand-by zu lassen. Oder indem Ladegeräte aus der Steckdose gezogen werden, wenn man sie nicht mehr braucht. Auch in der Küche können wir sparen: Die Spülmaschine sollte immer voll sein, wenn sie angeschaltet wird und Müll sollte ordentlich getrennt werden. Unsere Klamotten können wir öfter mal bei 30 statt bei 40 Grad waschen. CO2 einzusparen, beginnt also bei kleinen Dingen.


Was wir online tun können

1. Weniger Zeit online verbringen

Wir alle sind gefühlt ständig online. Und nicht immer beschäftigen wir uns da mit sinnvollen Dingen. Kennt ihr nicht auch das Gefühl, bloß aus Langeweile zwischen Instagram und TikTok hin und her zu wechseln? Wenn wir online sind, nutzen wir dabei Server, die wiederum Strom verbrauchen. Auch die Kühlung dieser Serverzentren verbraucht sehr viel Energie. Das Internet verbraucht insgesamt etwa so viel CO2 wie der Flugverkehr weltweit – wenn der nicht gerade von der Coronapandemie beeinträchtigt ist.

Erster Tipp also: Versuchen, die online verbrachte Zeit zu reduzieren.

2. Richtig streamen

Ein Fernseher in einem Wohnzimmer (Foto: unsplash.com/Mollie Sivaram)

Generell gilt: HD-Qualität verbraucht mehr CO2 als eine geminderte Auflösung. Auf dem Handy braucht ihr beispielsweise keine HD-Quali, da ist der Unterschied sowieso kaum zu erkennen. Außerdem ist wichtig, wo ihr streamt. Am wenigsten CO2 verbraucht ihr im WLAN, vor allem im Glasfasernetz. Aktuell sind aber deutschlandweit nur circa 12 Prozent der Haushalte ans Glasfasernetz angeschlossen.

Mehr Infos zu CO2 und Streaming gibt es hier.

3. Unsere Mails löschen

Beim Versenden einer Email werden 10 Gramm CO2 ausgestoßen. Bei 10 Mails ist das schon so viel, wie eine Energiesparlampe in einer Stunde braucht. Und wenn die Mails nicht gelöscht werden, verursachen sie weiter CO2, denn sie brauchen Speicherplatz auf dem Server. Bei einem Experiment kam heraus: Wenn jeder Mensch auf der Welt nur 11 Mails pro Tag löscht, werden so rund 91.000 Tausend Tonnen CO2 pro Jahr gespart.

Also: Checkt doch mal euer Postfach…

4. Weniger googlen

Wenn bei Google eine Suchanfrage gestartet wird, folgen darauf mehrere Netzwerkanfragen. Pro Sekunde werden mehrere Tausend Suchanfragen gestellt. Insgesamt kommt der CO2-Ausstoß so auf fast 500 Kilogramm pro Sekunde. Das entspricht etwa einer Fahrt mit dem Auto von 2600 Kilometer.

Also: Vielleicht erst mal Mama fragen :P


Was muss die Politik tun?

Sabine erklärt, dass es strukturelle, nachhaltige Veränderungen braucht:

"Im Pariser Klimaabkommen steht drin, was wir brauchen. Wir brauchen nur auch politischen Willen, um das umzusetzen. Um Maßnahmen zu beschließen, die umsetzbar sind und für den Einzelnen auch nicht dramatisch, sondern positiv. Dass es möglich wird, mit einer fünfköpfigen Familie Zug zu fahren, was aktuell viel zu teuer ist. Natürlich fliegen die Leute, wenn das billiger ist, weil es subventioniert wird. Und das muss geändert werden. Dann würde einfach der Geldbeutel entscheiden.

Wir müssen uns auch vor Augen halten: Wir können etwas tun, wir haben die Möglichkeiten. Wir können nicht darauf warten, dass andere Länder, Entwicklungsländer, an uns vorbeiziehen. Wir müssen eine Vorreiterrolle einnehmen. Das muss eine politische Entscheidung sein."

Über dieses Thema wurde auch in der UNSERDING-Morningshow mit Thurie und Jonas am 22. September 2020 berichtet.