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Eine junge Frau steht vor einer Anzeigetafel am Flughafen, rechts geht es zum Brexit, Links zu EU (Foto: pixabay.com/stux)
Brexit: Was ändert sich jetzt?

Der Brexit ist beschlossen, dieses Mal wirklich und endgültig. Nachdem sich Diskussionen und Verhandlungen lange hingezogen haben, ist Großbritannien letzte Woche aus der Europäischen Union ausgetreten. Was bedeutet das für uns?

Generell gilt zuerst einmal, dass Großbritannien zwar jetzt schon ausgetreten ist, die meisten Konsequenzen aber noch bis zum Ende des Jahres aufgeschoben werden können. Spätestens am 31. Dezember werden dann die wichtigen Änderungen eintreten. Bis dahin gilt eine Übergangszeit, in der vieles auch noch bleibt wie bisher.

Ändert sich die Einreise beim Urlaub?

Ausweiskontrollen gibt es zum Beispiel jetzt schon, wenn man nach Großbritannien reist. Das bleibt auch so. Bis Ende des Jahres genügt für die Einreise der deutsche Personalausweis, danach könnte dann ein Reisepass nötig sein. Möglicherweise kommt auch ein Touristenvisum dazu. Aber UNSERDING-Reporter Nils hat einen Tipp: Jetzt schon immer den Reisepass mitnehmen, wenn ihr nach Großbritannien reist. Denn damit lassen sich zum Beispiel an den Londoner Flughäfen die E-Gates benutzen, die den Pass automatisch scannen. Das geht in der Regel viel schneller, als wenn ihr zu einem Passkontrolleur müsst, weil die Schlangen meist kürzer sind.

Reisepass (Foto: pixabay)
Bald könnte ein Reisepass zur Einreise in Großbritannien Pflicht werden

Kommen Roaming-Gebühren zurück?

Niemand hat Bock, für Datenvolumen wieder absurd hohe Preise zu zahlen, klar. Die EU-Roaming Gebühren gelten bis Ende des Jahres auf jeden Fall weiterhin auch in Großbritannien. Mit eurer deutschen Sim-Karte bleibt bis dahin also alles gleich. Stand jetzt ist, dass sich auch danach nichts ändern soll, es gibt keine entsprechenden Pläne der Anbieter. Ausnahme ist da O2. Die denken darüber nach, Großbritannien in eine andere Ländergruppe zu packen, das könnte dann für Nutzer deutscher Handys teurer werden.

Was, wenn ich ein Auslandssemester machen möchte?

Auslandssemester in Großbritannien werden wohl sehr viel teurer werden. Die können schon jetzt ein paar Tausend Euro Gebühr kosten, nach dem Brexit wohl noch viel mehr. Fast das Doppelte müssen Studierende dann wahrscheinlich rechnen, erwartet Ruth Krahe vom Deutschen Akademischen Auslandsdienst in London. Bisher brauchen Studierende mit EU-Pass (also auch dem deutschen Pass) auch kein Visum oder eine Arbeitserlaubnis dafür. Ab Ende diesen Jahres dann schon.

In Großbritannien gibt es renommierte Unis, zum Beispiel Oxford (Foto: pixabay.com/falco)
In Großbritannien gibt es einige renommierte Unis, zum Beispiel Oxford

Wer gerade ein Studium in Großbritannien plant und noch die günstigeren Studiengebühren zahlen will, muss wissen: Nicht der Zeitpunkt der Bewerbung ist relevant, sondern wann man tatsächlich anfängt. Jeder Student, der vor dem 31. Dezember 2020 das Studium aufnimmt, wird es auch nach den geltenden Regeln beenden können, so Ruth Krahe.


Was sagen junge Briten zum Brexit?

Der 21-jährige Brandon sagt, dass er sich einfach wünscht, das Thema Brexit wäre nie aufgekommen. Denn das Reisen ohne Visum und die Möglichkeit, einfach andere Länder zu besuchen, bedeutet ihm viel. „Mit dem Brexit gehen da so viele Möglichkeiten für junge Menschen verloren“, sagt er. Außerdem findet er es unfair, dass viele junge Menschen, nicht über den Brexit abstimmen konnten, weil sie zu jung waren. „Dabei wird gerade die junge Generation betroffen sein“.

Tammy hat einfach keine Lust mehr hat, sich mit dem Brexit auseinanderzusetzen: „Bringt es jetzt bitte einfach mal zu Ende!“ Sie findet aber auch, dass der Brexit viele Menschen negativ betreffen wird, wenn sie zum Beispiel im Ausland studieren wollten. Trotzdem ist sie froh, wenn das Thema einfach durch ist.


Über dieses Thema wurde auch in der UNSERDING-Morningshow am 31. Januar 202 berichtet.