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Ein Straßenschild in Frankreich, das auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h hinweist (Foto: dpa/philllipe desmazes)
Vorsicht bei Rasen, Handy und Alkohol am Steuer
Knöllchen in Frankreich

Frankreich senkt das Tempolimit auf Landstraßen von 90 auf 80 km/h. Also gut aufpassen, denn seid ihr zu schnell, gib es ein Knöllchen. Was das kostet, warum ihr es am besten schnell bezahlt und wieso ihr in Frankreich keine Punkte "sammeln" könnt, haben wir für euch gecheckt.

Die Strafen für Raser in Frankreich sind hoch. Fahrt ihr innerorts bis zu 20 Stundenkilometer zu schnell, müsst ihr dafür bis 135 bis 375 Euro bezahlen, außerorts kostest es die Hälfte 68 bis 180 Euro.

Punktekonto in Frankreich

Zusätzlich gibt außerdem noch Punkt – aber anders als in Deutschland, gibt es in Frankreich ein Punktekonto, von dem Punkte abgehen. Jeder Fahrer startet mit einem Guthaben von zwölf Punkten (sechs Punkte in der Probezeit). Das gilt auch für Ausländer, die Strafen begehen, für die es Punkte gibt.

Wenn ihr deutlich schneller seid – zwischen 20 und 49 Stundenkilometer – müsst ihr noch tiefer in die Tasche greifen, die Knöllchen kosten dann bis zu 375 Euro, auch außerorts. Punketmäßig gibt es in dem Fall zwei bis vier Punkte und im Zweifel auch ein Fahrverbot.

Überschreitet ihr das Tempolimit um 50 Stundenkilometer oder mehr, dann wird es richtig teuer - bis zu 1.500 Euro sind dann fällig. Dafür gibt es sechs Punkte und ein Fahrverbot bis zu drei Jahren.

Übrigens: Bezahlt ihr den Bußgeldbescheid direkt, müsst ihr nur eine reduzierte Geldstrafe zahlen. Mit diesem Rabatt belohnt Frankreich die Schnellzahler – das Bezahlen geht übrigens auch im Netzt. Zahlt ihr später wird es aber auch teurer.

Was passiert, wenn ich in Frankreich geblitzt werde?
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Was passiert, wenn ich in Frankreich geblitzt werde?

Alkohol und Handy am Steuer

Frankreich geht sehr rigoros gegen Promillesünder vor. Das Limit liegt, wie sonst in der EU üblich, bei 0,5. Überschreitet ihr es nur leicht, kommt ihr noch glimpflich davon: Zwischen 0,5 und 0,8 Promille liegt das Bußgeld bei 135 Euro.

Darüber werden die Strafen drastisch: Wer mit mehr als 0,8 Promille am Steuer erwischt wird, riskiert eine Geldstrafe von 4.500 Euro und zwei Jahre Haft. Fahren mit Handy ist auch nicht günstig – in Frankreich kostet das gleich 135 Euro.

Knöllchen immer zahlen!

Vorsicht! Falls ihr irgendwie denkt: Ach, die Franzosen können mich in Deutschland doch gar nicht belangen – das stimmt nicht. Aufgrund eines EU-Abkommens, das seit 2010 in Deutschland gilt, dürfen ausländische Bußgelder ab einer Summe von 70 Euro auch hierzulande eingetrieben werden.

Knöllchen unter 70 Euro nicht zu bezahlen, ist aber auch keine gute Idee. Denn auch die sind rechtskräftig und wenn ihr die nicht zahlt, könnt ihr zum einen mit einem gerichtlichen Verfahren rechnen und wenn es schlecht läuft, kann euer Auto konfisziert werden, wenn ihr dann wieder nach Frankreich fahrt.

Vorsicht Fahranfänger

Für Fahranfänger – also Leute, die ihren Führerschein weniger als zwei Jahre besitzen – gelten wieder andere Tempolimits. Sie müssen außerhalb von Ortschaften 20 km/h unter der angegebenen Geschwindigkeit fahren. Nach dem neuen Limit von 80 km/h auf Landstraßen (sofern keine andere Geschwindigkeitsbegrenzung angegeben ist) dürfen sie also nur 60 km/h die Stunde fahren. Das gilt auch für Deutsche.