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Ein Schreibtisch (Foto: pixabay/Stocksnap)
Lernen mit Apps

Ihr sitzt am Schreibtisch, habt Bücher und Collegeblock vor euch… und das Handy alle paar Minuten in der Hand, weil ihr euch so nicht konzentrieren könnt. Und dann scrollt ihr plötzlich durch Instagram und schreibt Nachrichten, statt Mathe zu lernen.

Wie wär‘s, wenn ihr die Apps stattdessen zum Lernen nutzen würden? Das hat sich Benjamin Hadrigan auch überlegt und ein Buch (#lernsieg) geschrieben. Benjamin ist 17 Jahre alt und selbst noch Schüler und Jungstudent. Er sagt, dass er die Schule gehasst hat und fast abgebrochen hätte. Mit 15 hat’s ihm gereicht und er hat seine eigene Lernstrategie entwickelt. Und die funktioniert mit Social Media.

Lernen mit Insta und Co.

Laut Benjamin bieten sich Instagram, Snapchat und WhatsApp super zum Lernen an. Denn sie sind alle für eine Sache entwickelt worden: Kommunikation. Aber viel einfacher und schneller als im real life. Wir benutzen auf den Plattformen Bilder, Abkürzungen, Hashtags… und kürzen so schwierige Sachverhalte ein. Benjamin schreibt, dass jede Plattform ihre besonderen Stärken hat:

  • Instagram: Aufteilung, Vereinfachung und Strukturierung des Lernstoffs
  • Snapchat: Stofffestigung, Abfragen, Erhöhung der Lerngeschwindigkeit
  • WhatsApp: Gruppenanrufe, menschliches Interagieren, gegenseitiges Helfen

Mehrere Apps auf einem Handy (Foto: pixabay.com/TeroVesalainen)
Apps können beim Lernen helfen.

Lernen mit Insta

Instagram empfiehlt Benjamin zur Strukturierung und Vereinfachung des Lernstoffs. Dafür empfiehlt er, einen neuen, privaten Account für ein Fach anzulegen. Je nachdem, welcher Lerntyp ihr seid, also wie ihr am besten lernt (zum Beispiel, indem ihr Sachen seht oder hört), macht ihr euren Lernstoff auf verschiedene Art zu Insta-Posts. Wenn ihr am besten durch's Hören lernt, sprecht ihr den Stoff zum Beispiel auf Videos mit einem schwarzen Hintergrund. Wenn ihr am besten durch’s Sehen lernt, fasst ihr den Stoff auf Bildern zusammen. In den Kommentaren könnt ihr selbst Fragen und Antworten zum Thema posten.

Auch mit Instastories könnt ihr lernen. Dort könnt ihr zum Beispiel immer eine Frage in einem Slide stellen, und sie im nächsten beantworten. Die Stories könnt ihr highlighten und euch immer wieder ansehen.

Wenn ihr als Gruppe mit Instagram lernen wollt, könnt ihr ein Profil anlegen und die Nutzerdaten miteinander teilen. Dann teilt ihr den Lernstoff auf und jeder macht seinen Teil.

Am Schluss habt ihr dann einen Account, in dem euer Lernstoff übersichtlich zusammengefasst ist.

Lernen mit Snapchat

Benjamin benutzt Snapchat, um sein Wissen zu überprüfen. Das funktioniert allerdings nur mit einem Lernpartner, denn ihr müsst euch gegenseitig abfragen. Das fühlt sich aber fast wie eine echte Prüfungssituation an, denn die Fotos und Videos verschwinden nach dem Ansehen. Und euer Partner kann sehen, wie lange ihr zum Antworten braucht, ihr müsst euer deswegen Wissen schnell abrufen. Und ihr solltet euch wirklich zum „Snapchat-Lernen“ verabreden.

Ihr schickt euch dann abwechselnd Fragen und Antworten hin und her. Von den richtigen Antworten könnt ihr Screenshots machen und in eure Story laden, damit ihr sie noch 24 Stunden lang sehen könnt. Falsch beantwortete Fragen könnt ihr immer wieder stellen, damit ihr die Antwort irgendwann drauf habt. Benjamin empfiehlt, einen Plan zu erstellen, auf dem ihr die Fragen vorher überlegt.

Jemand hält ein Handy in der Hand, auf seinem Schoß liegt ein Rucksack (Foto: pixabay.com/Free-Photos)
Mit dem Handy könnt ihr auch zwischendurch lernen.

Lernen mit WhatsApp

WhatsApp eignet sich besonders gut zum Lernen in der Gruppe, besonders durch Gruppenanrufe. Den könnt ihr mit maximal vier Leuten starten. Laut Benjamin hilft es euch, eine feste Start- und Endzeit auszumachen, damit ihr euch nicht so leicht ablenken lasst. Auch über den Inhalt solltet ihr euch vorher einig sein.

Um den Stoff zu wiederholen, könnt ihr auch eine WhatsApp-Gruppe erstellen, in der nur ihr selbst seid. (Dazu müsst ihr erst noch jemanden hinzufügen und dann gleich wieder rauswerfen.) Jetzt habt ihr quasi einen Chat mit euch selbst. Darin könnt ihr Fragen und Antworten als Nachrichten schicken und so den Stoff nochmal wiederholen. Durch diesen Chat könnt ihr immer wieder scrollen und nochmal alles lesen!

Lernen mit Blinkist

In dieser App gibt es Zusammenfassungen von mehr als 3.000 Sachbüchern. Und diese Kurzfassungen gibt es entweder zum Hören oder zum Durchlesen. Das ist mega praktisch und spart euch jede Menge Zeit. Nutzen könnt ihr das natürlich konkret für die Schule oder euer Studium. Aber es ist auch voll gut dazu, einfach mehr über Bereiche und Dinge zu erfahren, die euch interessieren. Dazu könnt ihr unter anderem in den Kategorien Psychologie, Bildung, Wissen oder Natur rumstöbern.

Kostenlos gibt es die App allerdings nur sieben Tage zum Ausprobieren. Das reicht, wenn ihr mal eben für die nächste Klausur noch was checken müsst. Danach wird es dann aber relativ teuer - ihr zahlt dann für ein Jahr fast 80 Euro.

Sprachenlernen mit Babbel und Mondly

UNSERDING-Reporterin Jessi hat Apps gecheckt, mit denen ihr Sprachen lernen könnten. Dabei sind Mondly und Babbel bei ihr die Testsieger. Bei Mondly startet euer Sprachkurs erstmal mit Vokabeln, die ihr nachsprecht. Später ordnet ihr Vokabeln dann passenden Bildern zu. Das macht Spaß und ist besonders geeignet für Leute, die visuell gut lernen können.

Bei Babbel startet ihr nicht mit Vokabeln, sondern mit kurzen Sätzen, die ihr erstmal nachsprecht. Das hilft besonders dann, wenn ihr in Urlaub fahrt und ein paar Basic-Standardsätze braucht. Damit seid ihr, wenn ihr es könnt, dann super vorbereitet. Das Problem dabei ist allerdings, dass das für blutige Anfänger eher schwierig ist. Wenn ihr die Sprache gar nicht könnt und vielleicht im Sprachen lernen auch einfach nicht so gut seid, wäre Mondly für euch die bessere Wahl.

Apps kostenlos nur eingeschränkt nutzbar

Beide Apps sind übrigens zunächst mal kostenlos. Das heißt aber nicht, dass ihr ohne was zu zahlen, einen Sprachkurs machen könnt. Denn bei der konstenfreien Appversion sind nicht alle Kategorien freigeschaltet. Wollt ihr die Sprache richtig lernen, müsst ihr also doch Geld ausgeben. Im Abo kostet die Vollversion von Mondly für ein Jahr 48 Euro. Babbel ist doppelt so teuer, dafür müsst ihr 96 Euro im Jahr bezahlen.


Lernen mit anderen Apps

Vokabelbox: zum Vokabeln lernen

Quizlet: praktisch zum Sprachen lernen

YouTube: auf vielen Kanälen erklären YouTuber Inhalte aus verschiedenen Fachgebieten


Über diese Thema wurde auch in verschiedenen UNSERDING-Shows zwischen dem 12. und 15. November 2019 berichtet.