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Zeichnung eines Gehirns in einem Kopf (Foto: pixabay.com)
Doping für’s Gehirn

Ritalin ist ein Medikament, das eigentlich zur Behandlung von ADHS verschrieben wird. Manche Leute - oft Studenten vor Prüfungen - nehmen es aber auch, um ihre Leistung zu steigern. Das ist aber Medikamentenmissbrauch. Wir checken die Wirkung von Ritalin und die legalen Alternativen dazu!

Ritalin

Ritalin steigert Fokus und Leistung, es wirkt aufputschend. Es zählt zu den verschreibungspflichtigen Betäubungsmitteln. Ritalin wird vor allem zur Behandlung von ADHS verschrieben, einer Aufmerksamkeitsstörung. Marie aus Saarbrücken (Name von der Redaktion geändert) hatte ADHS und nahm genau deswegen Ritalin. Sie erzählt uns von der Wirkung, die das Medikament zum Beispiel beim Lernen auf sie hatte:

 „Du siehst nur noch das Blatt. Alle anderen Eindrücke sind ausgeblendet, du kannst dich auf die Inhalte voll und ganz fokussieren, auch wenn es dich nicht unbedingt interessiert. Wenn das also Themen sind, auf die man sonst gar keine Lust hat. Durch die Tablette wird es möglich und macht vielleicht sogar ein bisschen Spaß.“

Denn bei Menschen mit ADHS werden verschiedenen Botenstoffe (Dopamin und Serotonin) zu schnell wieder von den Nervenenden im Gehirn aufgenommen. Folgen: Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit. Das Ritalin hemmt den Abtransport dieser Stoffe. Die Wirkungsdauer der Botenstoffe wird erhöht. So wird man nach der Einnahme wacher und aktiver, bei ADHS-Patienten werden Konzentration und Ausgeglichenheit so gefördert. Das Ritalin greift also in die Übermittlung von Signalen im Gehirn ein.

Eigentlich ist Ritalin also ein Medikament, ganz klar. Allerdings wird es von Menschen, die kein ADHS haben, auch benutzt, um ihre Leistung zu steigern. Es ist deswegen besonders bei Studenten beliebt, die es beim Lernen vor Prüfungen nehmen. Denn auch für die steigert sich die Konzentrationsfähigkeit, gleichzeitig werden Hunger und Müdigkeit weniger. Je nach Dosierung kann das aber natürlich Nebenwirkungen haben, außerdem gilt die Nutzung ohne Verschreibung als Medikamentenmissbrauch. Ritalin kann auch abhängig machen.

Falls ihr einen Ansprechpartner zum Thema Sucht braucht, egal ob in Form von Medikamenten, Drogen, Alkohol oder anderen, findet ihr zum Beispiel Hilfe bei der Suchtberatung des Regionalverbands Saarbrücken.

Welche Mittel gibt es noch?

Koffein

Vor dem ersten Kaffee seid ihr morgens nicht zu gebrauchen? Dann geht’s euch genau wie vielen anderen. Im „Kaffeereport 2020“, einer von Tchibo durchgeführten Studie, kam heraus, dass Menschen in Deutschland durchschnittlich 3,6 Tassen Kaffee am Tag trinken. Aber wieso macht Kaffee uns so wach und können wir tatsächlich abhängig werden?

Wecker und Tasse (Foto: pixabay/congerdesign)
Kaffee zum Wachwerden

Der Wirkstoff im Kaffee, der uns wach macht, ist das Koffein. Das ist zum Beispiel auch in grünem Tee und in Cola drin, und sogar in Schokolade. Je nach Getränk nehmt ihr unterschiedlich viel Koffein zu euch und es entfaltet sich auch schneller oder langsamer. Zwischen 30 und 45 Minuten braucht das Koffein, um in den Blutkreislauf zu gelangen, durch den es dann im Körper verteilt wird. Es verbessert dann die Konzentration, man ist weniger müde. In höheren Dosen wirkt es außerdem auf das Herz-Kreislauf-System: Euer Herz schlägt schneller. Und es verengt die Blutgefäße im Gehirn. Bei Kopfschmerzen kann Koffein deswegen lindernd wirken.

Wenn ihr regelmäßig Koffein zu euch nehmt, egal in welcher Form, gewöhnt euer Körper sich allerdings daran und die Wirkung auf eure Konzentration und Aufmerksamkeit lässt nach.  Um weiter dieselbe Wirkung zu erzielen müsstet ihr deswegen mehr Koffein zu euch nehmen. Außerdem kann es Nebenwirkungen geben: Zum Beispiel Schlafstörungen oder Magen-Darm-Beschwerden. Eine Überdosis Koffein kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass der Kreislauf kollabiert.

Auch eine Sucht nach Koffein ist möglich, wenn ihr über lange Zeit viel Koffein zu euch nehmt. Entzugserscheinungen können Kopfschmerzen sein, aber auch Energieverlust.

Traubenzucker

Traubenzucker kommt in Lebensmitteln wie Nudeln, Reise oder Brot vor, genauso in Obst oder Honig. Auch in Trauben, da wurde er auch das erste Mal entdeckt – und heißt deswegen Traubenzucker. Traubernzucker ist als Energieträger wichtig für den Körper. Alleine das Hirn braucht 130 bis 140 Gramm pro Tag. Aufgenommen wird diese Menge über die Mahlzeiten.

Als Push für’s Gehirn funktioniert Traubenzucker aber nur so mäßig. Denn: Der Blutzuckerspiegel steigt schnell an, sinkt aber genauso schnell auch wieder ab. So habt ihr zwar kurzfristig viel Energie zur Verfügung, aber danach könnt ihr in ein richtiges Konzentrationsloch fallen.

Gelée Royale

Bienen auf Lavendelblüten (Foto: pixabay.com)

Gelée was? Gelée Royale ist ein Sekret das Bienen herstellen und ihrer Königin als Nahrung geben, damit die größer und stärker wird. Das gibt es auch in der Apotheke zu kaufen, als Kapseln oder Pulver. Angeblich soll es beim Menschen die Leistungsfähigkeit steigern und das Immunsystem stärken – ob das stimmt ist aber umstritten, denn es gibt noch nicht besonders viel Forschung dazu.

Schlaf

Wer kennt’s nicht? Zu wenig geschlafen und man hängt den ganzen nächsten Tag in den Seilen. Deswegen: Ausreichend Schlaf ist der wichtigste Wachmacher für den nächsten Tag. Sieben bis acht Stunden Schlaf brauchen Erwachsene im Schnitt.

Bewegung

Frische Luft und Bewegung helfen beim Wachwerden. Auch die Durchblutung wird angeregt, und falls ihr einen Bürojob habt und den ganzen Tag auf Bildschirme schaut, ist das auch eine Pause für eure Augen. Hilft auch gut gegen das Nachmittagstief!


Über dieses Thema wurde auch in der UNSERDING-Morningshow mit Thurie und Jonas am 9. September 2020 berichtet.