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Eine junge Frau sitzt an ihrem Smartphone vor ihrem Laptop. (Foto: picture alliance/Sebastian Kahnert/dpa)
Uploadfilter für YouTube, Google und Co.

Die umstrittene Reform des Urheberrechts in der EU hat eine wichtige Hürde genommen: Vertreter des Europaparlaments, der EU-Staaten und der Europäischen Kommission einigten sich am Mittwochabend auf eine Neuregelung, wie die EU-Kommission und Europaabgeordnete mitteilten. Demnach wurde im Wesentlichen der vergangene Woche von Deutschland und Frankreich ausgehandelte Kompromiss übernommen.

Private Nutzer nicht betroffen

Ziel ist es, Online-Plattformen wie Youtube anzuhalten, Kunst- und Medienschaffende für ihre Inhalte besser zu vergüten. Google und Co. sollen verpflichtet werden, Inhalte zu entfernen, für die von den Urhebern keine Lizenz erteilt wurde. Ausgenommen werden sollen Firmen, die seit weniger als drei Jahren bestehen, deren Jahresumsatz weniger als zehn Millionen Euro beträgt und deren Nutzerzahl unter fünf Millionen pro Monat liegt.

Unternehmen, die über diesen Schwellen liegen, müssen hochgeladene Inhalte nach von den Lizenzinhabern bereitgestellten Listen filtern und verhindern, dass nicht genehmigte Werke wieder auf ihrer Plattform erscheinen. Der Text sieht auch ein Leistungsschutzrecht vor, wie es bereits in Deutschland gilt. Damit soll sichergestellt werden, dass Verlage oder Nachrichtenagenturen vergütet werden, wenn ihre Artikel auf Plattformen angeboten werden. Private Nutzer, die etwa über Facebook oder Twitter Nachrichten austauschen, sind davon nicht betroffen.

Der Kompromiss wird nun dem Plenum des Europaparlaments zur Abstimmung vorgelegt. Nach Angaben aus dem Parlament könnte dies noch Ende März oder im April geschehen - vor der Europawahl Ende Mai. Auch der Europäische Rat muss dem Kompromiss noch zustimmen.

Mehr Infos findet ihr hier.

Facebook (Foto: dpa)
Kein Gifs und Memes mehr im Netz?
Im Europaparlament wird in Brüssel über den Artikel 13 abgestimmt - der soll unter anderem die Urheberrechte von Verlagen, Musikern und Fotografen besser schützen. Das heißt Facebook, Insta und Co. müssten dann gegebenenfalls Filter installieren, die verhindern, dass wir Memes oder GIFs hochladen könnten. Aber wie wahrscheinlich ist das? Und wie wird sich das Netz dadurch verändern? Darüber haben wir mit Brüssel-Korrespondent Samuel Jackisch gesprochen.