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03.11.2020, Österreich, Wien: Polizeibeamte patrouillieren am frühen Morgen auf einer abgesperrten Straße nach einem Schusswechsel im Stadtzentrum. Die Terrorattacke von Wien geht nach den Worten von Österreichs Innenminister Nehammer auf das Konto mindestens eines islamistischen Terroristen. (Foto: dpa / picture alliance / AP / Ronald Zak)
Wien: Berichte nach dem Anschlag

In Wien gab es am Montagabend (2.11.) einen Anschlag. Mehrere Menschen wurden getötet, einige sind verletzt. Hier lest ihr, was passiert ist und hört, wie es einigen Menschen von dort geht.

Was ist passiert?

Gegen 20 Uhr abends ging am Montag laut Tagesschau der erste Hinweis bei der Notrufzentrale ein, dass ein Mann mit einer Schrotflinte in der Innenstadt Wiens um sich schieße. Auch die Wiener Hauptsynagoge befindet sich dort. Der Täter soll wahllos in die Menge der Menschen, die sich in der Stadt befanden, geschossen haben.

Insgesamt gab es am Montagabend sechs Tatorte in Wien. Sie liegen nicht weit voneinander entfernt. Vier Menschen sind bisher durch den Anschlag gestorben, mehrere Menschen sind schwer verletzt, laut Tagesschau schweben sieben von ihnen noch in Lebensgefahr. Auch einer der Attentäter wurde erschossen. Ob es mehr als einen Täter gibt, ist bislang noch unklar. Mehrere Personen wurden festgenommen. Laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA geht die Polizei von maximal vier Tätern aus. In Wien gelten deswegen aktuell besondere Sicherheitsvorkehrungen.

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz beschrieb den Anschlag am Dienstag als eindeutig islamistisch motiviert. Laut Innenminister Nehammer sei das Ziel des Anschlags gewesen, Panik zu verbreiten, nicht spezifisch, die Synagoge anzugreifen.

Mittlerweile sind 14 Personen aus dem Umkreis des Täters festgenommen worden.

Interviews mit Saarländern in Wien

Heli kommt aus Saarbrücken und lebt in Wien. Im Interview mit Moritz hat sie erzählt, wie sie die Anschläge dort miterlebt hat.

Heli zum Anschlag in Wien
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Heli zum Anschlag in Wien
Heli kommt aus Saarbrücken und lebt in Wien. Sie erzählt UNSERDING, wie sie die Zeit während der Anschläge erlebt hat.

Auch Benni aus Völklingen lebt in Wien. Er erzählt, dass er an einem Theater arbeitet und nach der Probe am Montagabend noch in eine Kneipe gegangen ist, denn es war in Wien der letzte Abend vor dem Lockdown wegen der Corona-Pandemie. Da hatte er auf seinem Handy schon gesehen, dass es einen Anschlag gegeben hatte. Die Kneipe war aber weit weg vom Ort des Anschlags.

„Wir sind dann trotzdem hin, man weiß ja nie so genau, was da jetzt los ist. Und dann hieß es, dass es auch bei uns in der Nähe eine Geiselnahme gäbe. Dann wurde draußen der Biergarten zugemacht und wir mussten hinten aus der Küche raus, der Wirt hat alle Lichter ausgemacht und wir haben draußen in einem Hauseingang gewartet, bis Entwarnung kam. Das war schon sehr skuril für mich, und sehr schlimm.“ Am Morgen danach sieht man nicht viele Leute, erzählt Benni, „ich glaube, die Leute sind alle sehr schockiert.“


Über dieses Thema wurde auch in der UNSERDING-Show mit Moritz am 3. November 2020 berichtet.