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Schwarze und Weiße Hände (Foto: pixabay.com/mmi9)
#AllLivesMatter: Der falsche Hashtag

Demos in vielen deutschen Städten, Instagram voller schwarzer Quadrate - es geht gerade viel um das Thema Rassismus. Dabei spielen auch Hashtags eine Rolle: #blacklivesmatter steht nicht nur unter vielen Posts, sondern auch auf vielen Protestplakaten. Manchmal taucht dort auch #alllivesmatter auf - Alle Leben zählen. Dass das so ist bestreitet niemand - es ist trotzdem der falsche Slogan.

All Lives Matter: Die Botschaft dahinter ist natürlich nicht grundsätzlich schlecht. Aber aktuell beschreibt sie nicht das, um das es wirklich geht. Denn jetzt geht es um Menschen, die nicht Weiß sind und deswegen systematischen Rassismus erfahren. Zum Beispiel schlechtere Chancen bei der Wohnungssuche haben, auch schon, weil ihr Name vielleicht nicht deutsch klingt. Und weil, vor allem in den USA, Menschen auch deswegen sterben. Wie zuletzt George Floyd. Seitdem geht der Hashtag #blacklivesmatter durch die Decke, er ist nicht neu, aber aktuell ist er überall zu sehen.

Der Hashtag #alllivesmatter kommt hauptsächlich von Weißen, oft steht er in den Kommentaren als Antwort auf #blacklivesmatter. Aber er klingt so, als wäre das Rassismusproblem überwunden. Das ist es nicht. Ein Vergleich, um das klarer zu machen, ist ein brennendes Haus.

Wenn mein Haus brennt, rufe ich die Feuerwehr. Ich sage nicht: "Alle Häuser sind wichtig, bitte löscht gleich alle, auch wenn nur meins brennt."

Als Weißer gibt es Privilegien, die Schwarze nicht haben. Und deswegen ist eben #blacklivesmatter der Hashtag, der gerade der richtige ist.