Eine Person dreht am Thermostat einer Heizung (Symbolbild) (Foto: picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich)
Gaspreise explodieren: Wie hoch werden unsere Heizkosten?

Unser Gas wird knapp und die Energiepreise steigen. Experten sagen: das könnte 1000 Euro mehr im Jahr pro Person kosten. Hinzu kommt ab Oktober noch die Gasumlage, also weitere Kosten. Wie teuer eure Rechnung werden könnte und wie ihr ein bisschen sparen könnt, checkt ihr hier.

Auf einen Blick:

Eine Frau mit Schal und Decke hält eine Teetasse in Händen (Foto: dpa/Ole Spata)

Die Gaspreise haben sich jetzt schon vervierfacht, teilweise verfünffacht im Vergleich zu vor dem Ukraine-Krieg. Der Preis für Gas an sich ist also schon extrem teuer. Hinzu kommt jetzt noch die Gasumlage ab Oktober, was für uns Verbraucher auch wieder mehr Kosten bedeutet. Um genau zu sein 2,491 Cent pro Kilowattstunde (kWh).

So teuer werden die Heizkosten im Winter

Wenn ihr alleine wohnt, müsst ihr mit rund 800-1000 € mehr pro Jahr fürs Heizen rechnen. Eine Familie mit zwei Kindern muss mit circa 3000-4000€ im Jahr mehr rechnen. Also das wird heftig auf jeden Fall.

Hinzu kommt dann noch die von der Bundesregierung beschlossene Gasumlage. Da die Gaskonzerne nicht mehr genug Gas aus Russland bekommen, müssen die dieses jetzt teurer auf dem Weltmarkt einkaufen. Damit die Energiekonzerne daran nicht pleite gehen, tragen wir Verbraucher die zusätzliche Kosten mit. Konkret bedeutet das, wir zahlen 2,419 Cent pro genutzte Kilowattstunde (kWh) zusätzlich.

Im Schnitt sind das pro Person im Haushalt nochmal rund 10 bis 15 Euro im Monat mehr, die ihr zusätzlich zu den teureren Gaspreisen zahlen müsst. Das könnt ihr auf verschieden Vergleichsportalen nochmal genau für eure Wohnung checken. Abhängig sind eure Energiekosten und auch die Gasumlage von der Größe der Wohnung die geheizt werden muss, wie gut eure Wohnung gedämmt ist und wie warm ihr überhaupt heizt.

Euroscheine liegen auf einer Heizung in einer Wohnung (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul)

Was kann ich tun, um selbst Gas zu sparen?

  • Schaut, dass die Heizungen frei sind. Möbel von der Heizung wegrücken und alle Sachen von der Heizung wegräumen, so dass die Heizung auch wirklich den ganzen Raum warm bekommt.

  • Wenn ihr die Heizung anschaltet, stellt einen Ventilator direkt vor die Heizung auf den Boden. Der verteilt die warme Luft und macht so den Raum schneller warm.

  • Statt 22 Grad nur auf 20 Grad heizen, auch das spart Energie und somit Kosten. Laut Stiftung Warentest spart ihr bei einem Grad weniger schon sechs Prozent Energie.

  • Nachts die Rollos und Vorhänge zumachen und die Heizung abschalten. Wer morgens nicht beim Aufstehen frieren will, kann sich einen Timer kaufen und den so einstellen, dass die Heizung sich z.B. eine halbe Stunde vorm Aufstehen einschaltet.

  • Auch beim Duschen könnt ihr sparen: Wasser wird oft über die Heizung erhitzt. Deswegen einfach mal beim Duschen Wasser einsparen, indem ihr zwischendurch den Wasserhahn zudreht - wenn ihr euch beispielsweise gerade einseift.

  • Überlegt mal, ob ihr wirklich jeden Raum voll beheizen müsst. Beispielsweise die Heizung im Flur auslassen, weil man sich da eh nur total selten aufhält.

  • Vor der Heizperiode eure Heizung nochmal durchchecken lassen von einem Techniker. Den Tipp vielleicht auch mal an den Vermieter weitergeben, damit die Heizung für den Winter möglichst kostensparend eingestellt ist.

Heizungstechniker in Heizraum bei Anlage (Foto: IMAGO / McPHOTO)
Ein Heizungstechniker überprüft in einem Heizraum die Anlage

Und was tut der Staat dagegen?

Die Bundesregierung hat ab 1. Oktober eine befristete Gasumlage beschlossen - was für uns erstmal Bürger mehr steigende Kosten bedeutet. Diese Umlage soll bis März 2024 laufen.

Kanzler Scholz hat angekündigt, dafür die Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent zu senken. Das soll dann auf die Gasumlage und auch auf das Gas selbst gelten. So soll die Gasumlage nicht ganz so hart die Verbraucher treffen.

Außerdem gibt es Entlastungen von rund 300€ durch die Energiepauschale jetzt im September. Die bekommen alle einkommensteuerpflichtige Arbeitnehmer und pauschalbesteuerte Minijober mit dem Gehalt ausgezahlt. Im Dezember sollen dann auch Studierende (200€) und Rentner (300€) Hilfe in Form einer Energiepauschale bekommen.


Artikel vom 06.07.2022, aktualisiert am 06.09.2022