Menschen die mit Plastiktüten ihren Einkauf tragen. (Foto: dpa)
Mindestlohn, Einweg-Plastiktüten und Co.: Das ändert sich 2022

2022 steigen nicht nur der Mindestlohn und die Ausbildungsgehälter. Ab Januar sind außerdem Einweg-Plastiktüten verboten. Alle Änderungen checkt ihr hier.

  • Mindestlohn

Der Mindestlohn steigt laut Angaben des Bundesarbeitsministeriums (BAMS) zum 1. Januar auf 9,82 Euro pro Stunde an. Zuvor waren es 9,60 Euro. Zum 1. Juli wird es eine weitere planmäßige Erhöhung geben auf 10,45 Euro pro Stunde. Die neue Bundesregierung will den Mindestlohn jedoch schon bald auf 12 Euro erhöhen.

Ein Stempel mit der Aufschrift "Mindestlohn" (Foto: dpa/)

  • Ausbildungsgehälter

Ein höherer Lohn erwartet auch viele Azubis, die 2022 ihre Ausbildung beginnen: Die gesetzlich festgeschriebene Mindestausbildungsvergütung steigt von 550 Euro auf 585 Euro brutto pro Monat. Danach erhöht sie sich wie folgt:

- im 2. Ausbildungsjahr: plus 18 Prozent
- im 3. Ausbildungsjahr: plus 35 Prozent
- im 4. Ausbildungsjahr: plus 40 Prozent

Junge Auszubildende arbeiten in einer Ausbildungswerkstatt für Mechaniker. (Foto: picture alliance / Bernd von Jutrczenka/dpa )
Junge Auszubildende arbeiten in einer Ausbildungswerkstatt für Mechaniker.

  • medizinische Masken im Auto

Autofahrer müssen - auch nach der Corona-Pandemie -mindestens zwei medizinische Masken im Fahrzeug dabeihaben. Sie sollen Bestandteil des Verbandskastens sein. Die Änderung soll im Laufe des Jahres in Kraft treten - wann genau ist noch nicht bekannt.

OP-Maske hängt an der Hand einer Frau  (Foto: dpa)

  • Impfnachweis im Gesundheitswesen

Beschäftigte im Gesundheitswesen, etwa von Kliniken, Pflegeheimen, Arztpraxen, Rettungsdiensten und Geburtshäusern, müssen ab 15. März 2022 befristet bis Jahresende nachweisen, dass sie vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind. Genesenennachweise oder ärztliche Atteste, sofern jemand nicht geimpft werden kann, werden ebenfalls akzeptiert.

Mehrere Impfzertifikate über dreifache Corona-Impfung (Foto: IMAGO / Jochen Tack)

  • Keine Papierfahrkarten bei der Deutschen Bahn

Kurzentschlossene Kunden der Deutschen Bahn können ab 1. Januar keine Papierfahrkarte mehr im Zug beim Schaffner kaufen. Alternative: ein digitales Ticket, das bis zehn Minuten nach Abfahrt online oder per App gebucht wird.

ICE fährt in einen Bahnhof ein (Foto: dpa)

  • Verkürzte Kündigungsfrist

Bisher mussten Laufzeitverträge laut Allgemeinen Geschäftsbedingungen drei Monate vor Ablauf der Vertragszeit gekündigt werden. Ansonsten verlängerten sich diese um ein Jahr. Für Verträge, die ab dem 1. März 2022 geschlossen werden, gilt nur noch eine Kündigungsfrist von einem Monat. Wird diese verpasst, verlängert sich die Laufzeit auf unbestimmte Zeit. Verträge können dann mit einer Frist von einem Monat jederzeit gekündigt werden. Bei Online-Vertragsabschlüssen muss der Anbieter ab 1. Juli 2022 einen Kündigungsbutton auf seiner Homepage platzieren.

Eine Kündigung liegt im Büro auf einem Kalender. (Foto: dpa)

  • Tanken wird teurer

Benzin und Diesel werden 2022 teurer. Der Emissionshandel für Brennstoffe ist 2021 mit einem fixen CO₂-Preis von 25 Euro pro Tonne gestartet. Ab Anfang 2022 steigt der Preis auf 30 Euro. Benzin und Diesel werden dadurch rund eineinhalb Cent teurer. Bis 2025 steigt der CO₂-Preis schrittweise auf 55 Euro je Tonne.

Ein Auto betanken (Foto: dpa)

  • Kükentöten wird verboten

Männliche Küken legen keine Eier und liefern wenig Fleisch - deshalb werden jährlich mehr als 40 Millionen getötet. Ab 2022 ist damit Schluss. Der Bundestag verbietet mit einer Änderung des Tierschutzgesetzes das Töten von Hühnerküken zum 1. Januar. Die Verbote für die Eingriffe am Hühnerei und für den Abbruch des Brutvorgangs sollen erst 2024 gelten.

Kleine Küken (Foto: dpa / Bernd Wüstnet)

  • Verbot von Einweg-Plastiktüten

Ab Januar ist die Einweg-Plastiktüte für den Einkauf verboten. Sogenannte Hemdchenbeutel an Obst-, Gemüse- und Frischetheken bleiben allerdings weiterhin erlaubt - ebenso Mehrwegtaschen aus dickerem Kunststoff.

Menschen die mit Plastiktüten ihren Einkauf tragen. (Foto: dpa)

  • Pfand auf Dosen und Einwegflaschen

Alle Getränkedosen und Einwegflaschen aus Kunststoff werden ab Januar mit einem Pfand von 25 Cent belegt. Ausnahme: reine Molkereiprodukte. Restbestände darf der Handel bis zum 1. Juni noch ohne Pfand verkaufen.

Plastikflaschen (Foto: dpa / Daniel Bockwoldt)


Artikel vom 30.12.2021