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Visualisierung der geplanten Batterie-Zellfabrik in Überherrn (Foto: SVOLT Energy Technology)
Batteriehersteller SVolt - Eine Chance für das Saarland?

SVolt Energy, der chinesische Batteriehersteller für Elektro-Auto will im Saarland bis zu zwei Milliarden Euro investieren und zwei Werke bauen. Bis zu 2000 neue Jobs sollen dadurch entstehen und das Saarland somit als Wirtschaftsstandort stärken.


SVolt Energy ist ein chinesischer Batteriehersteller für Elektro-Autos. Seit einem Jahr war das Unternehmen auf der Suche nach einem Standort in Europa. Dabei setzte sich das Saarland gegen 31 Mitbewerber durch und wird der erste SVolt-Produktionsstandort in Europa.

"Das Auto von morgen wird im Saarland gebaut."

SVolt ist im Vergleich zu den asiatischen Marktführern im Bereich Akku-Herstellung noch ein Neuling – das Unternehmen beschäftigt aktuell rund 3000 Mitarbeiter, davon nach eigenen Angaben rund die Hälfte im Bereich Forschung und Entwicklung. Erst seit 2018 ist SVolt ein eigenständiges Unternehmen. Vorher bildete es den Batteriegeschäftsteil des chinesischen Autobauers Great Wall Motors.

Die Entscheidung für das Saarland sei unter anderem wegen der zentralen geografischen Lage gefallen, denn so wird der neue Standort mitten in Europa gebaut. Außerdem gibt es im Saarland schon viel Erfahrung im Bereich Automobilbau.

Lichtblick für die saarländische Wirtschaft

Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sprach von einem "einzigartigen Ansiedlungserfolg" für das Saarland: "Es ist eine Ankerinvestition in die Zukunft der saarländischen Automobilwirtschaft", sagte Hans. Es sei ein Signal, auf das viele Menschen gewartet hätten. Denn seit Jahren bestimmen Meldungen über Stellenabbau und Schließungen die Nachrichten der saarländischen Wirtschaft.

Auch Anke Rehlinger bezeichnete die Ansiedlung von SVolt als einen wichtigen Schritt für die Zukunft der Industrie aber auch der Mobilität im Saarland. Die saarländische Wirtschaftsministerin ergänzte dazu:

"Das Auto von morgen wird im Saarland gebaut."

Für den saarländischen Autostandort könnte die SVolt-Ansiedlung eine wegweisende und zukunftssichernde Entscheidung sein. Vor allem der Autobauer Ford, dessen Zukunft in Saarlouis weiter ungewiss ist, könnte von einer Batterieherstellung in unmittelbarer Nähe profitieren.

Karin, Wirtschaftsredakteurin beim SR, über die wichtige Ansiedlung von SVolt im Saarland
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Karin, Wirtschaftsredakteurin beim SR, über die wichtige Ansiedlung von SVolt im Saarland

Zusammenarbeit mit den saarländischen Hochschulen

In Zukunft soll daher auch mit den saarländischen Hochschulen kooperiert werden. Der Vizepräsident Sales und Marketing von SVolt, Maxim Hantsch-Kramskoj, betonte, dass die Zusammenarbeit mit den Hochschulen sehr wichtig sein wird. "Ich glaube wir werden erleben, dass hier im Saarland ein Netzwerk entsteht, von Zulieferern welche wir auf der chemischen Seite und auf der Maschinenbau-Seite benötigen werden". Da SVolt bereits einen Schwerpunkt auf die Forschung und Entwicklung gelegt hat, erhofft man sich auch im Saarland eine gute Zusammenarbeit im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Maxim Hantsch-Kramskoj hat selbst an der HTW in Saarbrücken Maschinenbau und Prozesstechnik studiert.

"Wir werden von einem Professor der Chemie bis zu einem Hilfsarbeiter, das gesamte Spektrum benötigen."

Der unternehmerische Schwerpunkt von SVolt Energy lag bisher im Bereich der Forschung und Entwicklung. Das zeigt sich besonders an der Anzahl der angemeldeten Patente - allein 2019 waren es 550.

Mehr Infos dazu gibt es hier im Interview mit Maxim

Maxim zu Jobs bei SVolt
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Maxim zu Jobs bei SVolt
Maxim, Vizepräsident Sales und Marketing von SVolt, im Interview zu zukünftig geplanten Jobs bei SVolt.

Erste Batterie soll 2023 vom Band laufen

In Überherrn auf der bereits ausgewiesenen Industriefläche Linslerfeld soll die Batterie-Produktion gebaut werden. Im ehemaligen Laminatepark in Heusweiler soll ein großes Verpackungs- und Versandzentrum entstehen. Die Bauarbeiten sollen bereits im Frühjahr beginnen und Anfang 2023 abgeschlossen sein. Dann sollen die ersten Batterien im Saarland hergestellt werden. 

Das chinesische Unternehmen setzt dabei auch auf nachhaltige Produktionsprozesse. Noch vor Tesla veröffentlichte der Batteriehersteller eine Autobatterie ohne das Metall Cobalt. In den meisten Lithium-Ionen-Akkus für E-Autos steckt noch Cobalt drin. Das ist einerseits relativ teuer, andererseits ist vor allem der Abbau problematisch. Denn Cobalt kommt vor allem aus der Demokratischen Republik Kongo in Afrika, dort gibt es Vorwürfe, dass die Arbeitsbedingungen für den Abbau schlecht sind.

Die von SVolt gebaute Batterie befindet sich derzeit schon in Fahrzeugtests auf der Straße und soll bereits 2021 verkauft werden. Sie hat eine höhere Energiedichte, eine bessere Sicherheit und eine längere Lebensdauer als bisherige Batterien.

Welche Jobs werden gebraucht?

"Wir werden von einem Professor der Chemie bis zu einem Hilfsarbeiter, das gesamte Spektrum benötigen", so Maxim Hantsch-Kramskoj. Bereits jetzt plant das Unternehmen die Einstellung der Mitarbeiter. Zuerst sollen dazu die Senior Management Positionen besetzt werden, damit der Standort langfristig wachsen kann und erfolgreich sein wird.

Ein genauer Zeitplan für den Standort im Saarland soll im Januar 2021 vorliegen.


Alle weiteren Informationen, Audios und Videos findet ihr bei SR.de


Über dieses Thema wurde auch in den UNSERDING-Shows am 18. November 2020 berichtet.