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Die App Instagram auf einem Handy (Foto: pixabay.com/Webster2703)
Illegale Insta-Posts?

Fotos von schönen Gebäuden oder coolen Kunstwerken laden wir gerne mal bei Instagram hoch – sieht immer nice aus, und wenn wir in Paris im Urlaub sind, erkennt man das nun mal am besten an einem Bild vom Eiffelturm. Aber es gibt richtig viele Dinge, von denen wir eigentlich gar keine Fotos veröffentlichen dürfen!

30 Euro für den Insta-Post

Eine Hobby-Fotografin sollte Mitte September 30 Euro dafür zahlen, dass sie ein Bild vom Hamburger Hafen gepostet hat. Der war für die Kunstaktion „Blue Port“ blau angestrahlt. Der Künstler ist Mitglied in der Verwertungsgesellschaft (VG) Bild-Kunst. Die hatte die Fotografin dann zur Zahlung aufgefordert. Anke Schierholz, die Justiziarin der VG sagt, dass sie vor allem aktiv werden, wenn ein Künstler sie dazu auffordert. Letztlich musste die Hafen-Fotografin aber doch nicht zahlen. Die Stadt hat sich mit dem Künstler geeinigt: Fotos vom blauen Hafen dürfen jetzt gepostet, aber nicht kommerziell genutzt werden.

Jemand macht ein Foto mit dem Handy (Foto: pixabay.com/free-photos)
Fotos von Licht Shows sind oft urheberrechtlich geschützt.

Eine Liste mit Gebäuden, die auch nicht für gewerbliche Zwecke fotografiert werden dürfen, findet ihr hier. Dazu gehören zum Beispiel auch das Atomium in Brüssel oder das Reichstagsgebäude in Berlin.

Wann sind Fotos illegal?

Anwalt Christian Solmecke erklärt uns, was man fotografieren und posten darf, und wann das illegal ist:

„Generell gilt in Deutschland, dass man alles fotografieren darf, was man von der Straße aus sieht.“

Hier gilt die sogenannte Panoramafreiheit. Wenn man aber für das Foto über einen Zaun klettert oder ein geschütztes Gelände betritt, ist das Foto verboten.

Außerdem gilt die Panoramafreiheit nur für Dinge, die dauerhaft in der Öffentlichkeit stehen. Also Gebäude, Statuen und eben auch der Hamburger Hafen. Schwierig ist dort aber die aktuelle Lichtinstallation. Denn die ist nur für einige Tage zu sehen, also nicht dauerhaft. Also gilt die Panoramafreiheit nicht mehr. Das Urheberrecht wird verletzt. Dann können Strafen für die Veröffentlichung von Fotos anfallen.

Nicht nur bei kommerziellen Profilen

Das gilt auch für private Profile. Christian sagt, dass die im Schnitt zwischen 160 und 200 Follower haben. „Das sehen Juristen schon nicht mehr als rein privates Profil, das ist schon öffentlich. Heißt: Auch hier wäre das eine Veröffentlichung eines fremden Werkes.“ Er gibt aber zu, dass es unwahrscheinlich ist, dass der Künstler den Post sehen würde.

„Konsequenzen drohen also meistens nicht. Illegal ist es aber trotzdem.“

Welche Strafen gibt es?

Wenn ein Bild von einem geschützten Werk gepostet wird, hat der Urheber rechtliche Ansprüche. „Zum einen wären da der Unterlassungsanspruch und der Löschungsanspruch. Man hat einen Anspruch darauf, dass das Foto sofort wieder aus dem Netz kommt und es in Zukunft nicht noch einmal passiert“, sagt Christian. Außerdem kann der Künstler Geld verlangen – so viel, wie er auch normalerweise für die Veröffentlichung bekommen würde. Würde er also 1000 Euro für ein Bild bekommen, dann kann er das auch von Leuten verlangen, die ein Foto davon bei Insta posten.

Und der Eiffelturm?

In Frankreich gibt es keine Panoramafreiheit wie in Deutschland. Dort bräuchte man theoretisch die Erlaubnis des Urhebers, wenn man ein Gebäude fotografieren möchte. Beim Eiffelturm ist das Gustav Eiffel, er ist aber schon seit über 70 Jahren tot. Deswegen sind der Turm und die Bilder inzwischen gemeinfrei. Bilder vom Eiffelturm am Tag sind also gar kein Problem. Aber nachts wird er – wie der Hamburger Hafen – beleuchtet. Und diese Licht Show gilt als Kunstwerk, ist also geschützt.

Der Eiffelturm in Paris (Foto: Pixabay/nuno lopes)
Der Eiffelturm: Auch am Tag schön.

Wenn man als Privatperson ein Foto davon postet, wird das in der Regel nicht verfolgt, denn das ist ziemlich aufwendig. Strafbar ist es aber auf jeden Fall, wenn mit den Bildern Geld verdient wird. Wenn ihr also das nächste Mal in einem Kinofilm den Eiffelturm bei Nacht seht, war das wahrscheinlich ganz schön teuer.

Über dieses Thema wurde auch in der UNSERDING-Morningshow mit Jonas am 18.09.2019 berichtet.