Yecca (Foto: William Krause)
Yecca

Pop, Rap, R’n’B, Trap – fließt alles butterweich ineinander im Sound der 23-jährigen aus dem ostwestfälischen Herford, die natürlich längst in Berlin lebt.

Ja, es hat sich viel getan im Deutsch-Rap. Das Genre ist anno 2022 stilistisch offener und vielfältiger und vor allem thematisch breitgefächerter als jemals zuvor. In erster Linie aber ist Deutsch-Rap femininer. Mittlerweile begegnen die weiblichen Künstlerinnen ihren männlichen Kollegen in sämtlichen Belangen auf Augenhöhe. Der perfekte kreative Nährboden für junge Frauen wie Yecca – obwohl die was ihren Sound angeht, darauf beharrt: „Für mich ist das kein Rap, sondern eher eine Mischung aus verschiedenen Musikstilen“.

Ende 2021 brachte Yecca, die im Sommer bereits im badchieff-Feature „Replay“ aufhorchen ließ, im Abstand weniger Wochen gleich zwei EPs raus: „11“ und „22“ – die Tochter kasachischer Eltern erblickte um Punkt 11:22 Uhr das Licht der Welt. Zum großen Teil produziert von RAF Camoras Hausproduzenten The Royals entwickelt Yecca in den Tracks einen sehr eigenen, sehr elegant-melancholischen und warmen Vibe.

Interessanterweise machte Yecca im Alter von ungefähr elf Jahre ihre musikalischen Anfänge auf der Gitarre. Eigene Songs schrieb sie, seit sie 14 ist – anfangs sehr Gitarren-Pop-inspiriert. Die Kraft und die Ausdrucksmöglichkeiten des Rap entdeckt sie erst später – aber die Gitarre erklingt noch heute dezent in vielen ihrer Tracks. Ihrer Heimatstadt Herford hat Yecca übrigens längst den Rücken gekehrt – ist womöglich auch keine angemessene Residenz einer künftigen Queen of Pop Rap.