Shelter Boy (Foto: Anja Jurleit)
Shelter Boy

Irgendwie von gestern und doch mitten im Jetzt. Der Neu-Leipziger frönt allen Facetten cooler Gitarrenmusik. Schnoddrig, schlau und schön britisch.

Eigentlich beginnt alles mit den Beatles. Auch bzw. gerade bei Shelter Boy. Als Kind ist er total fasziniert davon, dass der Vater eines Freundes eine Gitarre von Tony Sheridan besitzt, einem der vielen „fünften Beatles“. Also kriegt der kleine Simon „Shelter Boy“ Graupner auch eine – allerdings liegt die erstmal zwei Jahre unbespielt rum. Erst als ein anderer Freund zu Klampfen anfängt, wird Simon vom Ehrgeiz gepackt. Schnell entdeckt er seine Liebe zur Gitarrenmusik und bemerkt, dass in ihm ein besonderes Talent zum Songschreiben schlummert.

Mit seiner Band „Still Trees“ erspielt er sich schnell in seiner sächsischen Heimat rings um Zwickau und später auch überregional den Ruf eines überaus energetischen und charismatischen Live-Acts. 2018 steigt der Songwriter und Multiinstrumentalist aus der Band aus, um seine musikalischen Visionen als Shelter Boy allein und kompromissloser umsetzen zu können. 2019 folgt bereits das erste Album „Mirage Morning“. Mit den Songs werden bereits erste Stimmen in Übersee hellhörig. Kein Wunder: sein englischer Slang lässt den Sachsen wie einen dritten Gallagher-Bruder erscheinen. Immer schon habe er sich gern Interviews mit den Beatles, den Rolling Stones oder eben Oasis angeschaut – die Sprache und die Attitude sei eben in seine Sprache mit eingeflossen.

Auf seinem zweiten Album „Failure Familiar“, das im September 2021 erschienen ist, bestätigt Shelter Boy die hohen Erwartungen. Die Songs sind ausgereifter und vielseitiger. Neben Britrock-geschultem Indie klingen mittlerweile auch Dream Pop und sogar Hip-Hop durch. 2022 stehen sogar größere Shows in UK an. Die Briten werden diesen Shelter Boy sicher mögen.