Paula Hartmann (Foto: Claudia Schröder)
Paula Hartmann

Mit dem Mut zur Selbstzerstörung wagt die ehemalige Jungschauspielerin den Schritt in den Pop. Überraschend stilsicher und authentisch könnte Paula 2022 damit ein großer Coup gelingen.

Wenn Paula Hartmann ihre Geschichten erzählt, dann klappen Kiefer nach unten und Gespräche verstimmen – fesselnd und emotional erdrückend erbeuten sich ihre Songs die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Zugegeben ist das sehr weit davon entfernt, massenkompatibel und leicht verdaulich zu sein, aber große Kunst fragt nicht nach Trostpflaster.

Vielleicht ist es gerade ihre langjährige Erfahrung als Schauspielerin, die der gerade mal 20-jährigen Berlinerin das Handwerkszeug verpasst hat, das Große im Kleinen zu verorten und Finger in Wunden zu legen. Bereits als Sechsjährige spielt sie zum ersten Mal eine Rolle in einem Fernsehfilm – ihr Kinodebüt gibt sie mit acht. In „Die Nanny“ spielt sie die Tochter von Matthias Schweighöfer. Mittlerweile aber lenkt Paula den Focus auf die Musik, erst vor kurzem hat sie einen Vertrag bei fourmusic unterschrieben.

Bei all dem schauspielerischen Talent stellt sich natürlich bei Paula Hartmann auch die Frage, inwieweit das selbstzerstörerische Ich in ihren bisher erschienenen Songs nur eine Rolle ist, die punktgenau zu den düsteren Tracks des Berliner Hip-Hop-Produzenten Biztram passt. Womöglich wird Paulas jetzt schon herbeigesehntes erstes Album Antworten liefern, solange fahren wir mit ihr gern in ihrem „Truman Show Boot im Sonnenuntergang gegen eine Wand“.