Leepa (Foto: Pressefoto)
Leepa

Nicht zu verwechseln mit Dua – eine junge Bayerin geht fast Lost in Berlin, findet über Rap wieder zu sich selbst und toppt mit ihrem Power Pop die Riege starker deutscher Female Pop Acts.

Wenn man im Alter von elf Jahren von der ländlich-bayerischen Idylle in der Nähe des Starnberger Sees in den Moloch Berlin hineingeworfen wird, dann kann das für einen frühen Teenager eigentlich nur destruktive Folgen haben. Auch Paulina Lösch, wie die 22-jährige LEEPA eigentlich heißt, litt spätestens mit Eintreten der Pubertät an den Spätfolgen dieses Kulturschocks. „So schön und spannend es in Berlin ist – so einfach ist hier auch, vom Weg abzukommen“. Wenn Leepa das sagt, ahnt man, in welche Abgründe sie in ihrer schweren Zeit geblickt hat.

Hört man aber die Leidenschaft und auch die Lebensweisheit in ihren Songs, dann ahnt man, welche wichtige Rolle Musik dabei gespielt haben muss, sich quasi an den eigenen Haaren aus dem Sumpf wieder herauszuziehen. Vor allem Hip-Hop, insbesondere der düstere US-Trap eines XXXTentacion inspirieren Paulina. Und so steht am Anfang ihrer musikalischen Karriere im Jahr 2020 die düstere, sehr Trap-inspirierte EP Free Leepa.

Doch dann schlägt LEEPA einen überraschenden musikalischen Haken: mit der ersten Single „Fiction“ verabschiedet sie sich fast komplett von ihren Hip-Hop-Wurzeln und beweist auch mit anschließenden Hits wie „I’m Sorry Are You“ und „how to live“ ein untrügliches Gespür für selbstbewussten und vielschichtigen Power-Pop. Auch thematisch hält sich in ihren mitreißenden Popsongs selten mit Oberflächlichkeiten auf. Ihre Topics: Mental Heath, Female Empowerment, Support für die LGBTQ+Community. Bei New Music Award 2021 geht sie für RBB FRITZ an den Start und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Nicht wenige sehen in ihr einen future Pop Star.