Kurtis Wells (Foto: Pressefoto)
Kurtis Wells

Wahlberliner mit karibischen Wurzeln befreit sich von allen musikalischen Konventionen und erschafft den smoothesten Sound - irgendwo zwischen psychedelischem Neo-Soul und Jazz-Pop.

Bereits in seiner Kindheit auf der Insel Trinidad konnte klein Kurtis es für sich nicht darauf beruhen lassen, dass da einfach ein Song aus dem Radio schallt. Der musikalisch aufgeweckte Junge analysierte früh die Beschaffenheit der Musik, die ihm gefiel. Und nachdem er schnallt, wie der Pop-Hase läuft, besorgt er sich im Netz die erstbeste Musiksoftware und bastelt bald die ersten Beats für lokale Acts seiner Heimat.

In seinen Teenagerjahren wirft Kurtis der frühe Tod seiner geliebten Mutter aus der Bahn. Er schmeißt die Schule und widmet sich um sich vom Schmerz abzulenken, ganz der Musik und der Produktion von Tracks. Der offensichtlich sehr talentierte Kurtis stellt bald fest, dass Musik ihm ein Sprungbrett in die große weite Welt bietet. Also geht er zunächst nach Atlanta, später nach New York und schließlich nach Los Angeles, um sich dort als Produzent einen guten Namen zu machen.

Aber Kurtis Wells wird das Gefühl nicht los, dass in ihm mehr steckt als ein Produzent, der mit seinem Handwerk anderen Musiker:innen zum Durchbruch verhilft. Denn er hat ja eine ganz eigene musikalische Vision. Und um die zu verwirklichen, geht er nach Berlin – der heimlichen Hauptstadt aller musikalischen Freigeister. Dort wird er zunächst von Corona ausgebremst, kann sich in der Abgeschiedenheit des Lockdowns aber ganz der Erforschung der in ihm schlummernden Klangwelten widmen. Auf den fünf Tracks seiner ersten EP „Ricardo“ lässt Kurtis einen sehr weiten musikalischen Horizont aufblitzen: neben Rock, Pop und Hip-Hop fügen sich Reggae, Soul, Funk und Jazz wie selbstverständlich zu einem sonnigen und irgendwie psychedelischen Sound zusammen.